Sonntag, 31. August 2014

Ein Schatten von Verrat und Liebe


Zunächst einmal: Ich finde es sehr schwer, hier eine Inhaltsangabe zu präsentieren, die nicht annähernd zu viel verrät, denn das wäre eine Schande. Nun, ich versuche es:
Im Sommer des Jahres 1778 befindet sich Claire in Philadelphia, inmitten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Marsali und Fergus betreiben dort ihre Druckerei, Claire hat, um einer Verhaftung zu entgehen, eine Ehe geschlossen, da sie zusätzlich seit Wochen mit dem Wissen leben muss, dass Jamie tot ist. Ertrunken bei einem Schiffsunglück, gemeinsam mit seiner Schwester Jenny.
Nun, Jamie hat offensichtlich mehrere Leben, ähnlich wie man es Katzen nachsagt und alle Beteiligten sind natürlich überglücklich, als er unversehrt wieder auftaucht. Einerseits, denn andererseits löst Jamies Erscheinen einige Reaktionen aus, die man folgenschwer nennen könnte.
Die Briten beginnen ihren Rückzug aus Philadelphia. Sie wollen in Richtung New York ziehen. Die Loyalisten aus der kürzlich noch besetzten Stadt reisen mit der Armee unter deren Schutz. George Washington hat jedoch seine eigenen Pläne und hier spielt Jamie – natürlich – wieder eine wichtige Rolle.
William, der durch Jamies Auftauchen urplötzlich und ohne Vorwarnung erfährt, dass Lord John Grey nicht sein Vater ist, sondern der Schotte, aus dessen Gesicht er geschnitten zu sein scheint, sieht rot und rastet völlig aus.
Claire, die im Haus von Lord John Grey dessen asthmatischen Bruder vor dem Erstickungstod rettet, weiß nicht, ob sich ihre Ehemänner gegenseitig umgebracht haben oder nur einer den anderen. Jedenfalls bleibt einer der Beiden unauffindbar.
Brianna und Roger Mac waren, zur Erinnerung zurück in die Gegenwart gereist, damit der Herzfehler ihrer kleinen Tochter Mandy behoben werden konnte. Solch ein Eingriff war Claire im 18 Jahrhundert nicht möglich. Als jedoch ihr Sohn Jem entführt wird, sieht Roger nur eine Möglichkeit: Er muss zurück in die Vergangenheit reisen, um Jem zu suchen, denn dorthin wurde der Junge offensichtlich entführt, da sind sich die beiden sicher. Denn er hat Kenntnis von Dingen, die ihm zu einem wichtigen Informanten machen. Roger macht sich gemeinsam mit seinem Ururur…Großvater Buck auf die Reise.
Brianna ist unterdessen in Lallybroch im Jahre 1980 allein auf sich gestellt, als nicht nur ihr Leben angegriffen wird und sie sich sichtlich in Gefahr befindet. Sie sieht keine andere Möglich für sich und ihre Familie: auch sie muss in die Vergangenheit zurück, sie muss ihren Mann Roger finden. Doch der befindet sich leider nicht in der vermuteten Zeit …
Erschienen als gebundene Ausgabe
im blanvalet Verlag
insgesamt 190 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN ISBN 978-3-89425-436-0
Kategorie: Historischer Roman
© Buchwelten 2014

Freitag, 22. August 2014

Guido M. Breuer: Alte Sünden

clip_image002Zunächst war mir nicht ganz klar, ob die Eifel der Wilde Westen Deutschlands ist, oder ob der Krimi gar keiner ist, sondern vielleicht ein Wild-West-Roman? Er beginnt jedenfalls mit der Erschießung von vier Menschen durch Männer in Stiefeln, bis über die Knie reichenden Wettermänteln, mit Hüten, die die sonnengegerbten Gesichter verdecken und die Colts nach der Tat wieder ins Holster an die Hüfte stecken.

Nein. Noch mal zurück. Das ist ja schon das zweite Kapitel. Eigentlich beginnt der Roman von Guido M. Breuer mit seinem bekannten Protagonisten, dem Opa Lorenz Bertold.

Lorenz sitzt in seinem Seniorenheim und will ernsthaft beginnen, einen Krimi zu schreiben. Momentan fällt ihm sonst die Decke auf den Kopf. Es tut sich nichts auf, woraufhin er wieder kriminalisieren könnte.

Doch schneller als die Kunde von der Ermordung eines Kunsthändlers und drei weiterer Personen durch Cowboys wird er von einem afrikanischen Medizinmann und Zauberer aufgesucht. Dieser ist den weiten Weg aus Afrika angetreten, um Opa Bertold nach längst vergangenen Vorgängen in der Eifel zu befragen. Vorgänge, die unter Umständen mit einem in Haft befindlichen Mafiapaten zusammenhängen.

In diesem Ermittlungskrimi werden also zu Beginn sehr viele Spuren gelegt, die alle auf ein mögliches Motiv hinweisen können. Lorenz ist mit seinen Freunden aus dem Seniorenheim schnell beim Ermitteln. Davon kann ihn auch nicht die Kripo, voran seine Enkelin Kriminalkommissarin Rita, abhalten. Im Gegenteil, sind sie nach dem Eingreifen des BKA schließlich der Grund, warum Opa Bertold in seinem fortgeschrittenen Alter das Reiten erlernen muss.

Das alles bereitet beim Lesen sehr viel Vergnügen, die Bilder im Kopf des Lesers beginnen hin und her zu purzeln. Breuer hat in diesem Eifel-Krimi eine Szenerie geschaffen, die etwas außergewöhnlich ist. Zwar wird mit Klischee-Elementen gespielt, was perfekt geschieht, aber dadurch werden unterschiedliche Genres aufgenommen. Zumal der Zauberer noch mystische Bestandteile aus dem Voodoo einbringt. Witzig zwischendurch immer wieder die Gedanken des Opas, die das jeweils aktuelle Geschehen in Form eines Romans darstellen, so als würde Lorenz mit sich selbst sprechen.

Sehr unterhaltsam wird der Leser zur Lösung geführt und muss tatsächlich allen Strängen folgen. Aus keinem lässt sich frühzeitig ableiten, wer der Täter ist. Kurzweilig, knackig, exotisch und vergnüglich wären meine Attribute für diesen Krimi.

 

Breuer, Guido M.
Alte Sünden
KBV-Verlag, Hillesheim
ISBN 9783954411634

© Detlef Knut, Düsseldorf 2014

Samstag, 9. August 2014

Hans-Peter Rodenberg: Marlene & Ernest. Eine Romanze

clip_image002Vielleicht ungewöhnlich für mich, ein Sachbuch zu besprechen, doch dieses hat mir außerordentlich gefallen. Es ist nämlich keine Biografie. Der Hemingway-Kenner Rodenberg hat sich dieses Mal der außergewöhnlichen Liebesbeziehung der außergewöhnlichen Figuren der Zeitgeschichte Ernest Hemingway und Marlene Dietrich angenommen, dem Dichter und der Diva. Wobei Ersterer durchaus auch als männliche Diva durchgehen täte. Die beiden verband eine enge Freundschaft – oder waren sie doch ein Liebespaar? Obwohl sie räumlich oft getrennt lebten, waren beide so eng miteinander verbunden, gingen beide so vertraut miteinander um, wie es Liebespartner, Lebensgefährten oder Eheleute miteinander nur tun.

Marlene und Ernest lernten sich 1934 auf dem Ozeandampfer »Ile de France« kennen. Von da an sollte es lebenslang zwischen ihnen knistern. Sie sang für ihn im Pariser »Ritz« auf dem Rand seiner Badewanne, er nannte sie liebevoll »My dear little Kraut«, in ihren unzähligen Briefen vertrauten sie einander alles an. Marlene und Ernest verfolgt die zärtliche Beziehung der beiden und ihre Lebensgeschichte von jener ersten Begegnung 1934 bis zu Hemingways Tod 1961.

Mir hat besonders der saloppe Stil des Autors gefallen. Die zahlreichen Informationen, die in den einzelnen Kapiteln stecken, lassen sich einfach aufnehmen. Abwechselnd sind die Kapitel gestaltet, mal die Sicht auf Hemingway, mal die auf Dietrich. Interessant sind die einzelnen Details, die einem vielleicht nicht immer fremd waren, aber die durch die Betrachtung der beiden als Paar in einem neuen Licht erscheinen.

Leicht zu konsumierenden Buch über unvergessene Größen der Vergangenheit und ihre Beziehung zueinander.

Rodenberg, Hans-Peter
Marlene & Ernest. Eine Romanze
Insel Verlag (Suhrkamp), Berlin
ISBN 9783458357940

© Detlef Knut, Düsseldorf 2014