Freitag, 29. März 2013

Aufbruch - Partials 1 von Dan Wells


Die Partials, seinerzeit von den Menschen erschaffene künstliche Intelligenzen, sollten als perfekte Soldaten den Krieg gewinnen. Das taten sie, doch dann haben sich die Partials aufgelehnt und sich gegen ihre Schöpfer gestellt, denn sie wollten der erlittenen Unterdrückung entkommen.
Die Menschen starben in Massen durch einen Supervirus, nur einige wenige haben den Gau durch Immunität überstanden. Sie leben in einer kleinen Gemeinschaft auf Long Island. Doch die Menschheit ist in Gefahr, denn die etwa 40.000 Überlebenden können sich nicht fortpflanzen. Jedes neugeborene Baby stirbt innerhalb weniger Tage nach seiner Geburt. Der Senat erlässt ein Zukunftsgesetz, nachdem alle Mädchen ab 18 Jahren schwanger werden müssen. Man erhofft sich so, dass auf diese Art endlich ein Kind überlebt und/oder sie einen Impfstoff entwickeln können. Ein Heilmittel muss dringend gefunden werden, denn sonst ist der Untergang der Spezies Mensch absehbar.
Die Partials, Wesen die optisch von den Menschen nicht zu unterscheiden sind, leben nicht weit entfernt. Sie halten sich in Manhattan auf und mittlerweile sind 11 Jahre vergangen, in denen sie die Menschen nicht mehr angegriffen haben.
Kira Walker ist 17 Jahre alt und arbeitet als Praktikantin auf der Entbindungsstation und sie kann es nicht mehr ertragen, täglich die Neugeborenen sterben zu sehen. Sie ist hoch intelligent und zeigt große Kenntnis in der Virologie. Kira will ein Heilmittel finden und dazu nimmt sie jede Gefahr in Kauf. Als sie dem Senat den Vorschlag macht, nach Manhattan zu gehen, um sich einen Partial zu schnappen, stößt sie auf totale Ablehnung. Zu groß ist die Angst vor den übermenschlichen Gegnern. Doch Kira sieht die einzige Möglichkeit, die Menschheit zu retten, genau darin: einen Partial zu untersuchen. Somit begibt sie sich mit einigen Freunden auf den Weg nach Manhattan ….
Erschienen als gebundene Ausgabe
bei ivi (Piper)
insgesamt 512 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-492-70277-5
Kategorie: Jugenbuch, Fantasy, Sci-Fi, Dystopie
© Buchwelten 2013

Donnerstag, 28. März 2013

Das Vermächtnis der Montignacs von John Boyne



London im Jahre 1936. Der erst kürzlich auf den Thron gestiegene König Edward VIII. hat eine Affäre mit einer geschiedenen Amerikanerin. Es gibt eine Reihe Personen auf Regierungsebene, die seine Abdankung erzwingen wollen, obwohl der Monarch beim Volk beliebt ist.
Owen Montignac, der Neffe des kürzlich verstorbenen Peter Montignac ist nicht nur Geschäftsführer einer bekannten Londoner Galerie, er ist außerdem ein Spieler. Und dies hat ihn in eine missliche Lage gebracht. Er schuldet dem Londoner Spielbankbesitzer Nicholas Delfy knappe 50.000 £ und die will er natürlich wiederhaben. Und zwar bald. Owen bekommt ein eindeutiges Ultimatum gesetzt: Innerhalb eines Monats hat er einen Abschlag von 10.000 £ zurückzuzahlen und den Rest muss er bis Weihnachten liefern, sonst wird Delfy Owen körperlichen Schaden zufügen (lassen).
Owen wartet nun sehnsüchtig auf das Erbe seines Onkels. Zwar ist er nicht das leibliche Kind des Verstorbenen, doch er ist seit seinem fünften Lebensjahr in London bei der Familie aufgewachsen. Nach dem Tod seines Vaters (der ältere Bruder von Peter Montignac), der der Liebe wegen nach Frankreich gegangen war, hat sein Onkel Owen  aus Frankreich holen lassen und ihn in die Familie aufgenommen.
Und da die Montignacs eine Tradition wahren, nämlich das Erbe nur an männliche Nachkommen weiterzugeben, zweifelt Owen nicht einen Moment daran, dass das Vermächtnis der Montignacs in seine Hände gelangt.
Doch er irrt sich. Sein Onkel hat mit der Tradition gebrochen und die Erbin des gesamten Vermögens ist Stella Montignac, die leibliche Tochter des Verstorbenen und die Owens Cousine.
Somit steht Owen nicht nur mit leeren Händen da. Er muss um sein Leben bangen, denn wie soll er nun binnen weniger Monate einen Betrag von 50.000 £ auftreiben, um die Spielschulden bei Nicholas Delfy zu begleichen? Owen sucht händeringend nach einer Lösung und dabei schreckt er nicht vor kriminellen Handlungen zurück.

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Erschienen als Taschenbuch
bei PIPER
insgesamt 512 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-492-30154-1
Kategorie: Historische Familiengeschichte
Wei

Mittwoch, 27. März 2013

Klüpfel/ Kobr: Herzblut

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Da ist mir neulich doch glattweg der neue Krimi von Klüpfel und Kobr auf den Schreibtisch geflattert. Ich muss zugeben, bisher hatte ich mich geziert, einen Roman von diesen Krimi-Duo zu lesen. Irgendwie hatte ich nie Bock auf bayerische Krimis. Doch man lernt nie aus. Gerne lasse ich mich zu einem guten Krimi überreden. Gerne lasse ich mich überhaupt auf einen neuen Roman ein. Das Genre ist mir dabei völlig egal, Hauptsache, es verbirgt sich eine interessante und unterhaltsame Geschichte dahinter. So ist es bei Kluftingers neuem Fall.

Kluftinger wird von einem Stechen am Herzen bzw. in der Brust geplagt. Nebenbei wird ein Taxifahrer ermordet. Der Mord an dem Taxifahrer scheint sehr schnell geklärt. Es gibt ein Geständnis. Noch während der Pressekonferenz zu der schnellen Aufklärung bekommt Kluftinger einen Anruf auf sein Handy. Zum Entsetzen aller Leute nimmt Kluftinger diesen Anruf entgegen. Peinlich genug für ihn, dass er sein Handy nicht auf Lautlos oder Vibrieren gestellt hatte. Doch nach der Pressekonferenz wird er den Gedanken nicht los, dass er während dieses Anrufes Hörerzeuge eines Mordes geworden ist. Seine Kollegen haben nichts als hämische Witze dafür übrig. Deshalb ermittelt Kluftinger zunächst auf eigene Faust und findet am vermeintlichen Tatort jede Menge Blut. Leider aber keine Leiche. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und gleich auf mehrere Mordfälle werden Kluftinger und seine Kollegen aufmerksam. Doch zunächst können Sie keine Zusammenhänge zwischen all diesen Morden herstellen. Neben dem Stress bei den Ermittlungen hat Kluftinger nach wie vor den privaten Stress aufgrund der Schmerzen in seiner Brust. Der Klufti sieht sich dem eigenen Sarg schon nahe. Selbst ein Testament schreibt er.

Der Stil der Autoren ist unterhaltsam und flüssig zu lesen. Auf tiefen bayerischen Dialekt wird weitgehend verzichtet. Dennoch sind leichte Anklänge des bayerischen immer wieder zu lesen und sollten auch für den Norddeutschen keine Probleme bereiten. Insgesamt lässt sich die Geschichte in drei große Teile untergliedern. Während des ersten Teils, der vielleicht bis zur Hälfte des Buches geht, spielen die Kriminalfälle gar keine so wesentliche Rolle. Doch dann nimmt deren Volumen ab der Hälfte des Romans wesentlich mehr Raum ein. In der ersten Hälfte ist der Kluftinger sehr viel mit seinem Herzen, seiner Familie und den Kollegen beschäftigt. Der erste Fall wird sehr schnell gelöst. Die anderen Fälle, da ziehen sich die Ermittlungen einfach hin. In diesem Teil lernt man als Leser den Kluftinger und sein privates wie auch dienstliches Umfeld umfassend kennen. Das bringt einen wesentlichen Vorteil, da es sich bei diesem Roman nicht um den ersten Kluftinger-Roman handelt. Als Leser muss man aber nicht bis an die Anfänge des Autorenduos zurück, sondern kann tatsächlich mit diesem Roman einsteigen, und findet sich dennoch sofort in der Szenerie zurecht und ist mit allen Figuren in der Handlung vertraut. Im zweiten Teil, der sich dann hauptsächlich um die Ermittlungen dreht, geht es spannend von einer Überraschung zur nächsten. Die Autoren scheinen jetzt die Familie von Kluftinger vergessen zu haben. Es dreht sich alles um die Ermittlungsarbeit. Einen dritten Teil gibt es dann etwa 40-50 Seiten vor dem Schluss. Dieser dritte Teil ist ein ägyptischer reicher Show-down. So viel Action hätte man dem gemütlichen Kluftinger gar nicht zugetraut. Eines haben alle von mir vorgenommenen Unterteilungen bzw. Teile gemeinsam: Sie stecken voller humorvoll. Der Spott und die Witzeleien kommen auch während der hektischen und harten Ermittlungen nicht zu kurz. Ich vergebe fünf Punkte, weil mir dieser Roman sehr viel Spaß und Unterhaltung geboten hat.

 

Klüpfel/ Kobr
Herzblut
Droemer, München
ISBN 9783426199374

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Freitag, 22. März 2013

Elysion von Thomas Elbel




Die Zukunft. Ein heftiger Bürgerkrieg hat die Zivilisation komplett niedergestreckt und die Überlebenden in den Städten hausen in Ruinen. Strom und medizinische Versorgung gibt es nicht mehr. Gangs machen die Straßen unsicher, das Leben ist hart.
Auch die 17-jährige Cooper Kleinschmidt versucht, sich gemeinsam mit ihren gleichaltrigen Freunden Brent und Stacy durchzuschlagen. Sie ist eine Waise, Coopers Eltern wurden während des Bürgerkrieges vor ihren Augen umgebracht. Nun arbeitet sie mit ihrer „kleinen“ Familie einer der Gangs in der Stadt zu. Sie dealen mit der Droge Teer.
Die Wälder werden von den Malach beherrscht. Diese Wesen sind eine KI (künstliche Intelligenz), sie sehen in ihrem Erscheinungsbild Menschen ähnlich, nur dass sie keine Haut kleidet. Zum einen bewachen diese Kreaturen das ELYSION, zum anderen verschleppen sie aber auch Menschen dorthin, die sich in den Wäldern aufhalten. Das ELYSION ist eine Gemeinde, angeführt vom sog. Pontifex, der die Bewohner als selbsternannter Diktator streng führt und unterdrückt. Die Lebensbedingungen sind hart und die Bestrafungen grausam.
Cooper und ihre Freunde begeben sich regelmäßig in die Wälder. Denn aus den Malach wird genau die Droge gewonnen, welche die Jugendlichen benötigen, um zu überleben. Kommt eines dieser Wesen mit Starkstrom in Berührung, sterben sie. Das Einzige, das zurückbleibt, nachdem sich die Kreatur „verflüssigt“ hat, ist besagte, begehrte Substanz, die eine teerartige Konsistenz hat und nicht nur einen Rausch auslöst, sondern den Konsumenten zusätzlich besondere Fähigkeiten beschert.
Auf der jüngsten Jagd nach einem Malach kommt es zu einem Missgeschick. Es gelingt Cooper nicht, das Wesen zu töten. Stattdessen stößt sie heftig mit ihm zusammen und die Kreatur kann fliehen. Cooper trägt von dem Zwischenfall nicht nur eine Verletzung am Auge davon, sie hat plötzlich unregelmäßige Visionen, als sähe sie durch die Augen eines anderen. Die Augen eines Malach … ?
Erschienen als Taschenbuch
bei PIPER
insgesamt 480 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-492-26881-3
Katergorie: Dark-Future Thriller / Dystopie / Fantasy
© Buchwelten 2013

Mittwoch, 20. März 2013

Rosa und Torsten Wirtz: Die Kunst der letzten Stunde

clip_image002Wer einen Eifelkrimi sucht, der ist bei diesem Roman genau richtig. Das Ermittlerpaar des nicht unähnlich wirkenden Autorenpaares Wirtz ist ebenfalls ein Autorenpaar mit den Namen Malu und Markus Poschen. Während Malu über Gott und die Welt labert, am meisten dabei über ihren Mann quasselt, ist Markus auf einer Nordic Walkingtour durch die nahe Eifellandschaft. Dabei stolpert er buchstäblich über den schwer verletzten Lokalpolitiker Jean-Marie Caspers. Seines Zeichens ein Kasper, wie alle Politiker. Caspers ist zuvor in einer Szene des Buches von einem Modellflugzeug attackiert worden. Während er noch nach dem merkwürdigen Summen Ausschau hält, hat ihn der Flieger bereits ins Visier genommen. Die Ermittlungen führen an das Gymnasium. Vermutet wird zunächst, dass die Gegner des neuen Schulprojektes, für das sich Caspers einsetzt, ihn mit seltsamen Methoden attackieren. Doch wie so oft in allen Krimis, verlaufen die diversen Ermittlungen irgendwie im Nirwana und fördern kaum handfeste Ergebnisse zu Tage. So ergeht es auch dem Ermittlerpaar Poschen, bis dann das Unerwartete eintritt.

Ein Buch mit ganz viel Eifel drin, ja, aber auch ein Buch mit wenig Krimi. Ein Buch mit ganz viel Humor für Leute, die sich darin wiedererkennen. So mancher Name lässt auf reale Größen der Schriftstellerszene Deutschlands schließen. Das Geschwafel von Malu Poschen, welches meist nichts mit den Ermittlungen und dem Kriminalfall zu tun hat, regt zum Schmunzeln an, aber kann vom Krimiliebhaber durchaus überblättert werden. Für die verbissene Ermittlungsarbeit ist Markus Poschen zuständig, und der kniet sich sehr zum Ärger seiner Frau tief in die Ermittlungsarbeit hinein. Manchmal fängt zwar auch er zu schwätzen an, aber dann hat es wenigstens mit dem Fall zu tun.

Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Zunächst aus der Sicht Malu Poschens, dann aus der Sicht ihres Ehemann Markus Poschen, und schließlich aus der Sicht des unbekannten dritten Erzählers. Da die Abschnitte des Ermittlerehepaars beide in der Ich-Form geschrieben sind, kommt es trotz des Hinweises in Form einer Überschrift leicht zu Verwirrungen und Irritationen. Für den Leser ist es gewöhnungsbedürftig, dass zwei verschiedene Personen in der Ich-Form und mit gleicher Sprache und Stil erzählen. Es wurde bewusst der Plauderton gewählt, schließlich soll es hier um bodenständige Eifelaner gehen. Wortkombinationen wie „ja nun natürlich auch“ muss der Leser in nahezu jedem Satz hinnehmen. Das kann nervig sein. Wesentlich eleganter lesen sich die Abschnitte des dritten Erzählers aus dem Off.

Alles in allem ein lesbares Buch. Der Liebhaber von Rätselkrimis kommt auf seine Kosten, aber er wird eben lange Strecken mehr mit Süßholzraspeln abgelenkt als mit spannender Parallelhandlung. Drei von fünf Punkten für die schnelle Lektüre.

Wirtz, Rosa & Thorsten
Die Kunst der letzten Stunde
Taschenbuch
KBV, Hillesheim
ISBN 9783942446686

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Montag, 18. März 2013

Die Unvergänglichen von Kyle Mills



Dr. Richard Draman ist Mikribiologie und versucht verzweifelt ein Heilmittel für die Krankheit Progerie zu finden. Diese Krankheit lässt Kinder extrem schnell altern, die Kindern sterben jung an frühzeitiger Vergreisung. Seine Tochter Susie ist mit diesem Gendefekt geboren und 8 Jahre alt. Die Zeit drängt und das Geld für die Forschung ist knapp. Immer wieder muss Draman Gelder von Stiftungen zur Unterstützung seiner Arbeit erbetteln.
Als ihm der Witwer seiner kürzlich verstorbenen ehemaligen Kollegin Dateien mit den Forschungsergebnisses seiner Frau übergibt, keimt in Draman Hoffnung auf. Die Kollegin scheint der Entschlüsselung des Gendefektes, der für die Progerie Erkrankung verantwortlich ist, erstaunlich nahe gewesen zu sein.
Richard Draman sieht auf Grund dieser Dateien endlich die Möglichkeit ein Heilmittel zu entwickeln und seine Tochter zu retten. Doch offensichtlich gibt es Gegner, die ihn zum Schweigen bringen wollen. Unbekannte beginnen, ihn und seine Familie zu verfolgen. Sogar ein Mordanschlag auf seine kranke Tochter wird verübt. Menschen, mit denen Dr. Draman in Kontakt getreten ist, nachdem er die Dateien erhielt, kommen auf mysteriöse Weise ums Leben.
Der Biologe und seine Familie finden sich plötzlich aus ihrem Alltag herausgerissen und auf einer Flucht um Leben und Tod ….
Weiterlesen ...Dr. Richard Draman ist Mikribiologie und versucht verzweifelt ein Heilmittel für die Krankheit Progerie zu finden. Diese Krankheit lässt Kinder extrem schnell altern, die Kindern sterben jung an frühzeitiger Vergreisung. Seine Tochter Susie ist mit diesem Gendefekt geboren und 8 Jahre alt. Die Zeit drängt und das Geld für die Forschung ist knapp. Immer wieder muss Draman Gelder von Stiftungen zur Unterstützung seiner Arbeit erbetteln.
Als ihm der Witwer seiner kürzlich verstorbenen ehemaligen Kollegin Dateien mit den Forschungsergebnisses seiner Frau übergibt, keimt in Draman Hoffnung auf. Die Kollegin scheint der Entschlüsselung des Gendefektes, der für die Progerie Erkrankung verantwortlich ist, erstaunlich nahe gewesen zu sein.
Richard Draman sieht auf Grund dieser Dateien endlich die Möglichkeit ein Heilmittel zu entwickeln und seine Tochter zu retten. Doch offensichtlich gibt es Gegner, die ihn zum Schweigen bringen wollen. Unbekannte beginnen, ihn und seine Familie zu verfolgen. Sogar ein Mordanschlag auf seine kranke Tochter wird verübt. Menschen, mit denen Dr. Draman in Kontakt getreten ist, nachdem er die Dateien erhielt, kommen auf mysteriöse Weise ums Leben.
Der Biologe und seine Familie finden sich plötzlich aus ihrem Alltag herausgerissen und auf einer Flucht um Leben und Tod ….
Erschienen als Taschenbuch
bei Amazon Crossing
insgesamt 340 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-1611097863
Katergorie: Thriller
© Buchwelten 2013

Sonntag, 17. März 2013

Die Masken des Morpheus von Ralf Isau



Der 17 jährige Arian Pratt ist Seiltänzer und ein begnadeter Puppenspieler in London im Jahre 1973. Der ansehnliche junge Mann hat ein Seil zwischen zwei Bäumen auf dem Rasen vor der Westminster Abbey gespannt um Publikum für die abendliche Zirkusvorstellung zu locken, als ein seltsamer alter Mann auf ihn zukommt und ihn anspricht. Arian ist dieser Kerl nicht geheuer und versucht höflich auf Distanz zu gehen. Doch leider lässt der sich nicht abwimmeln und bei einer plötzliche Berührung der Hände geschieht etwas, dass Arians Leben von diesem Moment an völlig auf den Kopf stellt: Arian findet sich urplötzlich in dem Körper des alten Mannes wieder und der andere flieht mit seiner fleischlichen Hülle.
Arian versucht natürlich sofort dem zwielichtigen Kerl zu folgen, will er doch seinen Körper zurück. Aber ehe er Zeit hat, all das Geschehene in der Schnelle zu verarbeiten, wird er auch schon von dunklen Gestalten verfolgt, die offenbar für den bekanntesten Verbrecher Londons arbeiten.
Während seiner Jagd, die ja nun zeitgleich eine Flucht ist, lernt Arian die schöne Mira kennen. Nach anfänglichem Misstrauen freunden sich die beiden an. Mira ist es, die Arian darüber aufklärt was mit ihm geschehen ist. Er ist ein Swapper, ein Körpertauscher, er kann also durch Berührungen nackter Haut die Körper mit anderen Menschen wechseln. Mira ist ebenfalls eine Swapperin, sie bringt Arian bei mit dieser Gabe umzugehen und erklärt ihm außerdem eine Reihe wichtiger Hintergründe.
Mira ist Französin, im gleichen Alter wie Arian und derzeit in London, weil sie die Mörder ihrer Eltern aufspüren will. Auch Arian hat seine Eltern als Säugling durch einen Mord verloren, der Leiter des bekannten Zirkus von London ist lediglich sein Adoptivvater.
Gemeinsam mit Mira macht sich Arian auf die Suche: natürlich nach seinem eigenen Körper, den er unbedingt zurückhaben will, aber auch um herauszufinden, wer er eigentlich ist und was genau mit seinen Eltern geschah. Dazu müssen sie Mister M. finden, den mächtigsten Seelendieb überhaupt. Sein wirklicher Name ist Morpheus und er trägt viele Masken, nein, Körper und das macht die Sache beinahe unmöglich ….


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Erschienen als gebundene Ausgabe
bei cbj
insgesamt 544 Seiten
Preis: 17,99 €
ISBN: 978-3-570-13835-9
Kategorie: Jugendbuch ab 12 Jahre

Erscheinungstermin: 18. März 2013

© Buchwelten 2013

Donnerstag, 7. März 2013

Schneckenkönig von Rainer Wittkamp



Bis zu seiner Zwangsversetzung war Kommissar Nettelbeck einer der besten Ermittler im LKA in Berlin. Nachdem er einem Kollegen eine Kugel ins Bein schoss, wurde er in die Abteilung »Versorgung« verlegt. Dort durfte er sich um die »wichtigen« Aufgaben der Beschaffung von Büromaterialien aller Art kümmern. Also ein todlangweiliger Job für einen Kommissar mit Herzblut.
Durch den Urlaub seines Nachfolgers wird Nettelbeck nach dem Fund einer Leiche in einem Abflussrohr wieder ins Ermittlerteam gerufen. Sein ehemaliger Partner hat sich dafür eingesetzt. Seine Vorgesetzte ist nicht sonderlich erbaut von dieser Lösung, stimmt jedoch widerwillig zu.
Bei dem Toten handelt es sich um einen Ghanesen und die Ermittlungen führen Nettelbeck zu einem christlichen Missionswerk, das das Werk Gottes unter dem Einsatz von sehr viel Geld preist.
Nettelbeck steht unter enormen Zeitdruck. Er muss Ergebnisse liefern. Ihm bleiben nur wenige Tage, bis der verreiste Kollege wieder im Dienst ist. Und da er in dieser Urlaubsvertretung seine Chance sieht, endlich wieder seine Arbeit zu tun, will er um jeden Preis diesen Fall nicht nur behalten, sondern auch lösen …
Erschienen als Taschenbuch
im grafit Verlag
insgesamt 255 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-89425-416-2
Katergorie: Krimi
© Buchwelten 2013

Dienstag, 5. März 2013

Anne Tyler: Abschied für Anfänger

clip_image002 Abschied für Anfänger ist ein stiller Roman mit Potenzial zu Gewaltigem. Die aus Minnesota stammende Schriftstellerin hatte 1989 für ihren Roman Atemübungen bereits den Pulitzerpreis erhalten. Man kann also davon ausgehen, dass sie mächtig etwas vom Schreiben versteht.

Bereits der Titel dieses neuen Buches deutet an, dass es in der Geschichte um Abschied geht. Und Abschied hat immer etwas mit Trauer zu tun. Der Titel deutet noch etwas anderes an. Das "für Anfänger" scheint einer Artikelreihe eines Ratgeberverlages zu entstammen. Damit wurde der Nagel auf den Kopf getroffen. Im Buch werden viele weitere solcher Buchtitel genannt, beispielsweise "Weinratgeber für Anfänger", "Hundetraining für Anfänger" oder "Schwangerschaft für Anfänger". Das kommt daher, weil der Protagonist und seine Schwester den Druckkostenzuschussverlag ihres Vaters nach dessen Tod weiterführen.

Aaron Woolcott, der Ich-Erzähler dieser Geschichte, ist der Lektor der Anfänger-Reihe im Verlag. Aaron erzählt in amüsanter Weise den Lesern die Geschichte seiner Ehe. Grund hierfür ist der Unfalltod seiner Frau Dorothy. Sie wurde im eigenen Haus von einem umgestürzten Baum erschlagen. Aaron ist Mitte 30 und bereits Witwer. Nur schwer wird er damit fertig. Da nützen auch die Hilfen und Ratschläge vieler Menschen um ihn herum nichts. Kaum einer scheint bis zu ihm durchzudringen. Dies alles und wie er die robuste Ärztin Dorothy, die ihre Tasche immer diebstahlsicher über Schulter und Brust hängen hatte, kennen gelernt und geheiratet hat, erzählt Aaron. Und er erzählt, dass Dorothy nach ihrem Tod zurückgekehrt ist. Keiner seiner Angehörigen, Nachbarn und Kollegen hat sie gesehen, außer er selbst. Dabei ist er sich aber auch nicht sicher, doch wie sonst hätte er sich mit Dorothy nach deren Tod unterhalten sollen? Dem Protagonisten fällt der Abschied von seiner Frau sichtlich schwer.

Nun könnte man denken, es müsste sich bei diesem Thema um einen depressiven Roman handeln. Dem ist allerdings ganz und gar nicht so. Aaron, der körperlich leicht behindert ist und etwas stottert, scheint sich über alle Hilfsbereitschaft der Menschen um ihn herum zu amüsieren. Es hängt ihm zum Halse raus, wie sie ihn, den frischen Witwer, bemuttern. Er will davon nichts wissen, sie aber auch nicht vor den Kopf stoßen. Während sie ihm also gut gemeint eine gekochte Mahlzeit nach der anderen bringen, kippt er sie quasi hinter ihren Rücken gleich in den Müll.

Anne Tyler, und mit ihr die Übersetzerin Christine Frick-Gerke haben eine äußerst anregende Sprache für den Ich-Erzähler Aaron Woolcott gefunden. Leiser Humor schwingt ständig mit, aber je weiter man sich dem Schluss nähert, umso großartiger wird dieser Humor, der so manches Mal zum lauten Lachen führt. Beinahe zum Running Gag mutiert das Wort "auftauchen", denn sobald Dorothy die Bühne der Handlung betritt, taucht sie in der Handlung auf. Doch nicht genug, dass die Geschichte von einem stillen See zu einem tosenden Meer wird, präsentiert sie ein überraschendes Ende, welches den Leser zufrieden zurücksinken lässt, wenn er das Buch zu klappt.

Zum Abschluss einen winzigen Ausschnitt, in welchem Aaron erkennt, dass Dorothy nach ihrem Tod vielleicht noch viel öfter nach ihm gesucht hat.

Ich wartete. Und wartete.

Tagelang blieb ich im Ausnahmezustand und wartete darauf, dass sie wieder kam.

Da Sie in unserer Straße aufgetaucht war, glaubte ich, sie würde dort am ehesten wieder auftauchen. Tatsächlich hätte ich mich dafür ohrfeigen können, nicht schon früher dorthin gegangen zu sein. War sie in all den Monaten auf der Rumor Road herumgeirrt und hatte sich gefragt, wo ich sei? Es war kaum zu ertragen, wenn ich in all die verpassten Gelegenheiten dachte.“

Ein sehr einfühlsames, keineswegs trauriges Buch von der Verabschiedung eines nahen Menschen. Die Traurigkeit kann man eigentlich schon vergessen, wenn man an der Ratgebertitel dieses Buches denkt.

Tyler, Anne
Abschied für Anfänger
Kein und Aber, Zürich
ISBN: 9783036956428

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013