Dienstag, 31. Dezember 2013

Oliver Buslau: Schatten über Sanssouci

clip_image002Wer es als Krimiliebhaber gerne historisch mag, der kann sich ruhigen Gewissens diesen Kriminalroman zu Gemüte führen, der im Umfeld des sich für schöne Künste interessierenden Preußenkönigs Friedrich spielt. Obwohl Friedrich der Große auch Kriege führt und seine Soldaten einem harten Drill unterzieht, möchte er gerne als Künstler, oder zumindest Kunstliebhaber, und Philosoph geachtet sein. Das Spiel auf der Querflöte hat es ihm angetan. So gelangte der Musiker Quantz an den Hof nach Potsdam und wurde Kammermusiker und Flötenlehrer von Friedrich. Neben dem Komponieren und Musizieren baut er außerdem Flöten für den König. Quantz hadert mit sich selbst. Ihm scheinen die Ideen für neue Stücke und Konzerte auszugehen, von denen er nahezu wöchentlich ein neues liefern muss. Doch dann kommen die Noten eines Konzertes abhanden. Zusätzlich verschwindet ein Lakai. Eigentlich eine unbedeutende Person, aber es scheint ein Zusammenhang zu bestehen. Friedrich, der dabei ist, eine Kriminalpolizei nach französischen Vorbild aufzubauen, beauftragt seine "Polizei in Zivil", das Verschwinden aufzudecken. Doch der auf Karriere bedachte Weyhe hat nichts Besseres zu tun, den Musikus Quantz zu verdächtigen und ihm nicht nur das Verschwinden der Noten sondern auch den Mord an dem inzwischen tot aufgefundenen Lakaien anzuhängen. Auch Friedrich wendet sich von seinem Hofmusiker ab. Nur in dem französischen Philosophen La Mettrie findet Quantz einen Gefährten, der ihn zu unterstützen vorgibt.

Oliver Buslau hält sein Wissen rund um die Musik und das Leben am Hofe des Preußenkönigs nicht zurück. Eingebettet in eine mit dem Fortgang des Lesens immer spannender werdende Geschichte vermittelt er viel von den Personen am Hofe. Er erzählt Anekdoten über Bach, Friedrichs Schwester Amalie und anderen Leuten, die ebenso unterhaltsam sind wie der Kriminalfall selbst. Gut recherchiert und filigran ausgearbeitet wird über die mathematischen Möglichkeiten einer Komposition philosophiert. Eine real existierende Komponiermaschine scheint Gestalt anzunehmen. Die Musik versteht Buslau so bildhaft wiederzugeben, dass man meint, sie beim Lesen zu hören. Genauso wie man ständig die straffen Schritte der Wachen und Patrouillen auf dem Pflaster der Garnisonsstadt Potsdam zu hören glaubt. Der Leser leidet mit, wenn Quantz an seiner Ideenlosigkeit verzagt und möchte ihm gerne Hilfestellung geben, wenn er es doch könnte.

Oliver Buslau hat einen ungeheuer interessanten und spannenden Krimi geschrieben, der den Leser in eine Epoche Deutschlands abtauchen lässt, die noch gar nicht so lange her ist und die beinahe eine Grundlage des deutschen Charakters liefert, wenn man an die darauffolgenden Sicherheitsbehörden der deutschen Staaten denkt. Spannung und Story, verbunden mit hoher Plausibilität bilden die Grundlage für eine volle Punktzahl.

Buslau, Oliver
Schatten über Sanssoucie
emons, Köln
ISBN 9783897058545

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Philippa Gregory: Dornenschwestern

clip_image002Philippa Gregory gilt in den USA als die Meisterin des historischen Romans. In einem solchen Fall durften die Romane dieser Schriftstellerin nicht an mir vorbeigehen, ohne eines gelesen zu haben. "Dornenschwestern" ist einer von mehreren Romanen, der sich der Rosenkriege zwischen den Familien Lancaster und York im 15. Jahrhundert annimmt. Dabei schildert jeder Roman das gleiche Geschehen aus der Sicht anderer Personen. Die nicht belegbaren Fakten und fiktiven Passagen um die Machtkämpfe am englischen Hofe machen jeden dieser Romane zu etwas Besonderem und grenzt ihn gegen die anderen Romane dieser Reihe ab.
Der hier besprochene Roman wird aus der Sicht von Anne Neville, einer Tochter des sogenannten Königsmachers, erzählt. Angefangen in ihrer Kindheit schildert sie von ihrem Konkurrenzkampf gegen die ältere Schwester und davon, dass sie beide nur Spielbälle in den Händen ihres Vaters sind und nur dazu dienen, ihm eine gute Position am englischen Hofe zu sichern, ihm ein Hohes Ansehen zu garantieren. Machtkampf, Intrigen, Lügen, Arroganz sind nur einige Stichworte, die genügend Raum für Spannung geben. Eine Spannung, die den Leser in den Bann zieht, um zu erfahren, wie es mit Anne weitergeht. Wie der Machtkampf zwischen den Großen der Geschichte ausgeht, ist insofern weniger interessant, da man das auch aus den Geschichtsbüchern erfährt. Aber was dazu geführt hat, ist oft nur Spekulation. Und diese Spekulation hat Gregory hervorragend in einen spannenden Rahmen gepackt.
So sehr mich der Roman zwar von seinen sehr guten Recherchen und geschichtlichen Darstellungen überzeugt hat, so wenig konnte mich sein erzählerischer Stil überzeugen. Erzählerisch ist er eher eine einzige Lüge. Das liegt zweifelsfrei an der Perspektive, aus der die Handlung erzählt wird. Aus der Sicht der Protagonistin Anne Neville wird in der ersten Person (ich) und im Präsenz erzählt. Ein sehr schwieriges, und total misslungenes Unterfangen. Der Leser ist also unmittelbar in Augenhöhe mit Anne, sieht alles mit ihren Augen im jetzigen Moment. Da frage ich mich, wie kann sie wissen, was eine andere Figur denkt? Wenn sie vermuten würde, was der Vater denkt, würde es ja noch angehen. Aber mit Sicherheit zu benennen, was dieser denkt, ist unmöglich, wenn es nicht aus seinem Munde kommt. Dieser Fauxpas erreicht leider mit der Auflösung des Romans auf der letzten Seite seinen Höhepunkt, weshalb hier der Vertrag zwischen Schriftstellerin und Leser gebrochen wird. Ein weiteres Merkmal im Erzählstil, den ich aber nicht unbedingt so negativ ankreiden möchte, weil man sich im Laufe der Geschichte daran gewöhnt, ist der Umstand, dass Gregory das historische Geschehen, die Schlachten und Kämpfe stets nur mit wenigen Sätzen erzählt. Sie lässt den Leser diese Szenen nicht miterleben. Es stinkt nicht nach Pulverdampf oder verbranntem Fleisch, es klirren nicht die Schwerter, es schnaufen nicht die Rosse. Auch bei Hofe oder in den Gemächern der Figuren wird nicht mit Bildern gearbeitet. Man spürt die Historikerin Gregory, die ein sehr fundiertes Wissen zu dieser Historie aufgebaut hat und dieses in unterhaltender Form an die Leser weitergeben möchte. Aber sie kommt nicht aus ihrer wissenschaftlichen Ecke heraus und kann sich nicht hineinfühlen in das Geschehen, sie kann es nur schildern.
Mein Fazit ist also durchwachsen. Spannend und interessant für mich in jedem Fall, jedoch vom schriftstellerischen her nicht überzeugend. Deshalb 3 Sterne als Mittelweg.

Gregory, Philippa
Dornenschwestern
übersetzt von Elvira Willems
Taschenbuch
Rowohlt, Hamburg
ISBN 9783499267123

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Sonntag, 8. Dezember 2013

Robert B. Parker: Das dunkle Paradies

clip_image002Zugegeben: Als Fan des amerikanischen Schauspielers Tom Selleck (Magnum P.I.) kommt man kaum umhin, sich auch in Sekundärliteratur mit den Figuren zu befassen, die von ihm verkörpert wurden und werden. Das führte unweigerlich zu dem amerikanischen Schriftsteller Robert B. Parker, dessen bekannteste Serienfigur der Privatdetektiv Spenser, gespielt von dem Schauspieler Robert Urich, ist. Um dem Privatdetektiv etwas entgegenzusetzen, schuf Parker den Polizisten Jesse Stone. "Das dunkle Paradies" erschien 1997 unter dem Titel "Night Passage" und ist der erste Fall für den alkoholabhängigen L.A.-Cop.
Stone wurde in Los Angeles wegen seines Problems gefeuert. Er war in den Augen seiner Chefs nicht mehr polizeitauglich. Doch er hat Glück. Er bekommt ein Vorstellungsgespräch und wird Polizeichef in einem kleinen Örtchen namens Paradise an der Ostküste der USA. Eine ruhige und beschauliche Kleinstadt, in der er in aller Ruhe sein Alkoholproblem aus der Welt schaffen kann, denkt er. Doch er ahnt zunächst nicht, dass ihn der Stadtrat gerade deshalb als Polizeichef eingestellt hat, weil er Trinker ist. Auch die Herren Stadträte, allen voran ihr Obermuffti Hasty Hathaway, der gleichzeitig der Inhaber der ortsansässigen Bank ist, brauchen für die Abwicklung ihrer miesen Geschäfte Ruhe und vor allem keinen herumschnüffelnden Polizeichef.
Zentraler Angelpunkt des Romans ist die Figur des Jesse Stone. Die Aufklärung der Kriminalfälle sind unterhaltsame Nebensache. Jesse Stone ist reizvoll spannend mit seiner Vita. Zwar wollte Parker keinen zweiten Spenser schaffen, aber irgendwie schien ihm doch die Figur eines Privatdetektivs am Herzen zu liegen. Zwar ist Stone kein P.I., sondern Cop, aber die Probleme, die er mit sich herumschleppt, ähneln ganz denen eines Privatdetektivs. Sie lassen sich vielleicht auf den kleinen Nenner bringen: alkoholabhängiger Looser bzw. Underdog. Nach seinem Rausschmiss bei der Mordkommission von Downtown L.A. braucht er auch Abstand von seiner Freundin, die sich durch die Betten Hollywood hangelt, um eine Karriere als Schauspielerin zu starten. Der Job auf der anderen Seite der USA kommt ihm da gerade recht. Er mag zwar noch sein Problem mit dem Trinken haben, aber das heißt noch lange nicht, dass er nicht mehr für Recht und Ordnung eintreten kann. Schließlich gehörte er in L.A. nicht umsonst zu den erfolgreichsten Ermittlern mit einer hohen Aufklärungsquote.
Die Figur scheint dem Schauspieler Tom Selleck wie auf den Leib geschrieben. Doch sie ist es nicht. Es gab sie zuerst, dann wurde gecastet und Tom passte zu Jesse wie die Faust aufs Auge. Obwohl die Romanfigur wesentlich jünger als die Filmfigur ist, hat man dieses Alter schnell ausgeblendet. Denn wenn man die Jesse-Stone-Filme (sie gibt es auch in einer deutschen Fassung) zuerst gesehen hat, dann hat man beim Lesen eh immer das Gesicht der Filmfigur vor Augen. Und dann stimmt alles. Dann lehnt man sich zurück, spaziert durch eine amerikanische Kleinstadt, vergisst die Zeit und ist ständig getrieben von der Frage, ob Stone die Probleme in der Stadt und die in seinem Herzen und seinem Kopf in den Griff bekommt.
Dem Bielefelder Pendragon Verlag ist es zu verdanken, dass die Romane von Robert B. Parker, sowohl “Spenser” als auch “Jesse Stone”, in Deutschland auch auf Deutsch verfügbar sind. Der erste Fall für Jesse Stone hat meine Erwartungen voll erfüllt.
Parker; Robert B.
Das dunkle Paradies


Aus dem Amerikanischen von Robert Brack

Taschenbuch
Pendragon, Bielefeld
ISBN 9783865323552

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013




Samstag, 23. November 2013

Iny Lorentz: Das goldene Ufer

imageDer Roman des Autorenpaares ist der Auftakt einer neuen Romanserie um die Auswanderungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Handlung beginnt im Morast und Schlamm, im Krieg. Der kleine Walter marschiert in einem Heer von Soldaten an der Seite eines Musketiers. Sein Regiment hatte erst vor zwei Tagen mit einem Teil von Napoleons Armee gekämpft. Nun sind sie auf dem Marsch nach Waterloo. Seit zwei Jahrzehnten marschiert der Kaiser der Franzosen von Sieg zu Sieg, doch nun wollen ihm die deutschen Truppen den Garaus machen.

Die Schlacht brachte viele Verluste, viele Weggefährten, darunter die Frauen, die im Tross mitmarschierten, wurden getötet. Während der Kämpfe rettet der kleine Junge, der stets mit seiner Trommel wegen ihrer Größe zu kämpfen hat, dem Regimentskommandeur das Leben. Oberst Graf Regnitz hat ein gutes Herz und belohnt den Trommler damit, ihn nach dem Krieg mit auf sein Anwesen zu nehmen und ihm gleichermaßen wie seinem eigenen Sohn eine Bildung angedeihen zu lassen. Walter bittet den Grafen, auch Gisela, die während der Schlacht zur Waise geworden war, mit auf das Gut zu nehmen. Die fürsorglichen Gedanken, die der Oberst pflegt, sind vor allem dessen Sohn, ein Luftikus und Möchtegern, und seiner Ehefrau, die wiederum den Sohn über alles schätzt und beschützen möchte, ein Dorn im Auge. So werden Ehefrau und Sohn zwangsläufug Widersacher in einem perfiden Spiel. Walter und auch Gisela bekommen Schulbildung auf dem Anwesen und werden später vom Grafen angestellt. Während Gisela als Magd in Diensten genommen wird, wird Walter, der der Sohn des alten Försters ist, gleichermaßen als Förster in Diensten genommen. Doch die außerordentliche Intelligenz Walters missfällt dem Sohne des Grafen überaus, lässt ihn schier vor Neid platzen.

Dem Autorenpaar ist mit diesem Roman wieder ein großes Abenteuer gelungen, in welchem sie das Auf und Ab der Gefühle der Leser bedienen. Der Leser wird hineingezogen in eine Geschichte, die es ihm unmöglich macht, nicht für die eine oder andere Figur im Roman Partei zu ergreifen. Atmosphärisch hat mich dieser Roman sehr stark an einige Werke von Karl May erinnert. Besonders an die Werke Mays, die in Deutschland spielen. Sie handeln im gleichen Jahrhundert wie der vorliegende Roman, und Förster, Grafen, Bedienstete sind dort ebenso bekannt wie die in diesem Buch. Iny Lorenz haben sich wieder mal in eine andere Zeit begeben und verstehen es fantastisch, die Liebe zweier Menschen während eines chaotischen und zerstörenden Umfelds erwachsen zu lassen.

Abenteuer und Lust auf Abenteuer zeichnen für einen sehr unterhaltsamen Roman. Dafür kann es nur eine volle Punktzahl geben.

 

Lorentz; Iny
Das goldene Ufer
Taschenbuch
Knaur, München
ISBN 9783426511695

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Sonntag, 10. November 2013

Julie Peters: Der vergessene Strand

clip_image002Amelie glaubt, in ihrem Leben angekommen zu sein. Sie ist seit einigen Jahren mit ihrem ehemaligen Dozenten Michael liiert, in den nächsten Monaten soll Hochzeit sein. Das Studium hat sie erfolgreich abgeschlossen. Ein Verlag hat sich für ihre Recherchen über Beatrix Lambton interessiert und möchte ein Buch herausbringen. Ihre Freundin Diana lebt gerade in Neuseeland, aber dank Internet nimmt sie rege an deren Leben teil. Was braucht es noch? Doch dann muss Amelie schmerzlich erfahren, dass Michael mit einer anderen Frau ein Kind bekommt. Sie war davon ausgegangen, dass Michael den Seitensprung vor einigen Monaten tatsächlich nur einmal begangen hat und die Affäre längst beendet ist. Sie hat ihm und ihrer beider Liebe eine zweite Chance gegeben. Die Nachricht von dem werdenden Kind, obwohl doch sie zusammen mit Michael eine Familie gründen wollte, bricht wie ein Novembersturm über sie herein. Sie flüchtet nach Pembroke in Wales, dem Ort, in welchem die Lambton-Schwestern vor über hundert Jahren lebten, über deren Leben sie schreibt. Doch Amelie wird in diesem Ort von den Einwohnern angefeindet, ohne dafür ein Motiv erkennen zu können. Dann deutet sich an, dass sie hier bereits gelebt hatte und für die Einwohner keine Unbekannte ist. Erinnern kann sie sich daran nicht. Eine Reise in die Vergangenheit beginnt …

Julie Peters hat eine unterhaltsame und spannende Geschichte um die Suche nach dem Ich, die Suche nach den Wurzeln geschrieben. Die Protagonistin Amelie ist ohne Vater aufgewachsen, ihre Mutter hatte und wollte ihr nichts über ihren Vater erzählen. Die Wut um das Fremdgehen ihres Freundes und die Recherchen für ihr Buch treiben die Protagonistin auf den Weg in ihre eigene Vergangenheit. In einer Parallelhandlung wird dabei vom Leben der Lambton-Schwestern vor hundert Jahren erzählt. In nahezu jedem Kapitel aus der Gegenwart gibt es einen großen Absatz aus damaligen Zeit. Kenntlich wird dies durch eine andere Schriftart gemacht. Damit werden scheinbar zwei Geschichten in einem Roman angeboten. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Protagonisten von vor hundert Jahren kaum einen Unterschied zu denen aus der Gegenwart aufweisen. Hier wie dort geht es um das Fremdgehen, um die Liebschaften der Männer, denen dies verzeiht wird, hingegen die Frauen gnadenlos dafür bestraft werden. Geht es in der Gegenwart um Schwangerschaft, so geht es auch in der Vergangenheit um Schwangerschaft. Können sich die Frauen in der Gegenwart nicht zu einer Entscheidung durchringen, so können sie es auch im Gestern nicht. Damit stellt sich die Frage, warum überhaupt dieser Griff zu der Parallelhandlung gemacht, zumal sie nach zwei Dritteln des Buches von der Autorin offenbar vergessen wurde? Still und heimlich gibt es plötzlich keine Ausflüge in die Vergangenheit mehr. Schade, war es doch eine angenehme und nette Verbindung in die Vergangenheit, die mit noch so mancher Überraschung aufwarten konnte.

Peters hat mit diesem Roman das Thema der heutigen Girli-Generation aufgegriffen, die nicht in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen. Ständige Zweifel nagen an der Protagonistin, sie ist hin- und hergerissen zwischen ihren Wünschen und dem, was sie für sinnvoll hält, kann jedoch keinen Schlussstrich ziehen oder mit der Faust auf den Tisch hauen, wie man es sich wünschen würde. Doch darin liegt bis zu einem gewissen Grade auch die Spannung dieses Romans. Denn der Leser wartet auf die längst fällige Entscheidung. Da die parallele Handlung eh im Sande verläuft, hätte man mit dem Kürzen des Romans weit mehr gewonnen.

Mein Fazit: unterhaltsam, spannend, etwas langatmig. Aber ohne Frage macht es Spaß, ihn zu lesen.

 

Peters, Julie
Der vergessene Strand
Taschenbuch
Rowohlt, Hamburg
ISBN 9783499266645

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Donnerstag, 7. November 2013

Doctor Sleep von Stephen King



Daniel Torrance, früher genannt Danny, hat das Grauen, welches er im Overlook Hotel in Colorado erlebt hat, überlebt. Er ist zwischenzeitlich erwachsen geworden und er ist ein Trinker, alkoholkrank wie sein Vater. Zum einen hat er das „Säufer-Gen“ wohl offensichtlich von Jack Torrance geerbt, zum anderen trinkt er um sein Shining ruhig zu stellen, es quasi zu ersäufen.
Aber Dan will nicht mehr trinken, ein für ihn einschneidendes Erlebnis bringt ihn endlich zur Vernunft. Und er will endlich zur Ruhe kommen. Nach Jahren der ruhelosen Wanderschaft kommt er an einen Ort, an dem er sich wohl fühlt. Er beginnt an den Treffen der Anonymen Alkoholiker teilzunehmen, gewinnt Freunde und arbeitet in einem Hospiz, wo seine Anwesenheit sehr geschätzt wird. Dort nennt man ihn Doctor Sleep, denn Dan Torrance hat irgendetwas an sich, dass den Sterbenden hilft, ihre letzte Reise anzutreten. Dieses “etwas” hat mit seinem Shining zu tun, dass nun, wo er nicht mehr trinkt, wieder aktiver wird.
Auf den amerikanischen Highways reist die Sekte „Der Wahre Knoten“ durch die Lande. Sie sind stets auf der Suche nach dem, was sie ihr Lebenselixier nennen. Dem Steam. Dieser Steam wird gewonnen aus dem letzten Lebenshauch von Kindern, die das Shiningbesitzen. Die Mitglieder der Sekte sehen aus wie Rentner, die mit ihren Mobilheimen auf Reisen sind, sie erwecken keinerlei Aufsehen. Das macht sie so gefährlich. Und, sie sind nahezu unsterblich.
Das kleine Mädchen Abra Stone wird mit einem übermäßigen Shining geboren, bereits als Säugling und Kleinkind hat es Kräfte, die ihre Eltern oft beunruhigen. Natürlich wird „Der Wahre Knoten“ auf das Mädchen aufmerksam. Sie müssen dieses Kind mit der unendlichen Menge an Steam haben. Eine gnadenlose Jagd beginnt. Doch erstens ist Abra sehr mutig und stark und zweitens ist sie nicht allein. Sie verbündet sich mit Dan Torrance, mit dem sie bereits im Alter von zwei Monaten Kontakt aufgenommen hat. Gemeinsam versuchen sie Abra zu retten und außerdem den „wahren Knoten“ auszurotten …
Erschienen als gebundene Ausgabe
im HEYNE Verlag
insgesamt 704 Seiten
Preis: 22,99 €
ISBN: 978-3-453-26855-5
Kategorie: Mystery / Horror
© Buchwelten 2013

Sonntag, 3. November 2013

Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt

clip_image002Einer Schriftstellerin, die als Mediävistin wie kaum eine andere die englische Geschichte aus dem FF beherrscht, sei es gegönnt, sich in anderen europäischen Landstrichen mit dem Schreiben abzulenken. Mit dem gerade erschienenen Roman Das Haupt der Welt wendet sich Gablé dem deutschen Volke zu und nimmt das 10. Jahrhundert unter die Lupe.

Der Leser befindet sich zu Beginn in Brandenburg des Jahres 929. Besser gesagt: auf der Brandenburg. Hier herrschen die Heveller, ein slawischer Stamm im Havelland. Sie haben sich auf der Burg verschanzt, um einer Belagerung des Frankenkönigs Heinrich zu widerstehen. Doch wie mit einem Handstreich werden die Slawen besiegt. König Heinrich hält es mit seinen Vorgängern und bemüht sich, das Reich der Sachsen nicht nur zu festigen, sondern es auch zu erweitern und die heidnischen Stämme dem christlichen Glauben zuzuführen. Bei Brandenburg erreicht er einen wesentlichen Sieg gegen den Hevellerfürsten Vaclavic, dessen Sohn Bolilut bei diesem Kampf ums Leben kommt. Vaclavics zweiter Sohn, Prinz Tugomir, und seine Tochter Dragomira werden von Heinrich als Geiseln gefangen genommen und nach Magdeburg verschleppt. So soll ein erneutes Aufbegehren der Heveller verhindert werden. Während der Geiselhaft wird Dragomira von Otto, Heinrichs Sohn, geschwängert. Nicht gegen ihren Willen. Sie hat sich in ihr Schicksal gefügt und findet den Prinzen ebenso attraktiv wie er sie. Ihrem Bruder Tugomir jedoch ist das ein Dorn im Auge. Doch so sehr er auch die Sachsen wegen ihrer Gewalttaten gegen die Slawen hasst, kann er sich aufgrund seines edlen Geblüts nicht eines gewissen Respekts seiner Unterdrücker gegenüber erwehren. Das Wort Freundschaft wäre zu viel des Guten, aber Otto, Tugomir und Ottos älterer Bruder Thankmar schwimmen quasi auf einer Wellenlänge.

Gablé hat auf 850 Seiten erneut ein großes Werk der Illusion geschaffen, die Illusion einer Welt, in die die Leser entführt werden. Quasi eine Geiselnahme mit dem Unterschied, dass sich die Leser hierhin gerne entführen lassen. Romane wie dieser dienen mehr denn je dem Eintauchen oder Abtauchen der Leser in andere Welten. Während es im täglichen Alltag immer mehr Stress und Hektik gibt, so kann man sich in diesem Roman trotz aller rasanten Spannung, die ab der Hälfte des Buches noch an Fahrt aufnimmt, in eine ruhigere und überschaubarere Welt versetzen. Die Heldinnen und Helden erscheinen wie Menschen zum Anfassen, sie sind sympathisch und liebenswert, genauso wie die Schurken hassenswert sind. Besonders gelungen ist die Nachvollziehbarkeit der Gedanken der Helden. Natürlich kann heute keiner sagen, was sich ein König bei einer Entscheidung gedacht hat. Aber der fiktive Roman darf das und Rebecca Gablé nutzt das entsprechend. Sie lässt den Leser teilhaben an der Entscheidungsfindung, sie lässt die Zweifel, Ängste, Freiheiten, Zwänge und Gewissensbisse ihrer Helden nachvollziehen. Die Entscheidungen der Herrscher wirken dadurch nicht mehr historisch abstrakt, sondern menschlich. Stundenlang wird der Leser in dieser Welt festgehalten, deren fiktive Handlung mit handwerklichem Geschick und Können durch historische Fakten und Belege untermauert wird. Die Schriftstellerin hat sich nach dem Studium altertümlicher Chroniken und Schriften ihre eigene Meinung gebildet und bietet den Lesern eine Alternative zu manchen Geschichtsschreibern darüber an, wie das Leben am Hofe König Ottos verlaufen sein könnte. In gewohnter Weise hat sie real existierende, historische Persönlichkeiten mit fiktiven Figuren gemischt, um ein dramaturgisch verdichtetes Geschehen der Jahre 929 bis 941 im ostfränkischen Reich aufleben zu lassen.

Mit diesem Roman lässt sich Weihnachten sehr, sehr gut überwintern.

Gablé, Rebecca
Das Haupt der Welt
Hardcover
Lübbe, Köln
ISBN 9783431038835

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Samstag, 26. Oktober 2013

Phil Rickman – Sündenflut und mehr über die Merrily Watkins Mystery ….



Weihnachten steht vor der Tür und in Ledwardine steigt der Fluss stetig weiter an. Immer mehr Straßen werden gesperrt und bald wird der Ort eine Insel sein.
Nach wie vor brennt der Streit um die archäologische Grabung, die den geplanten Neubau von Luxusvillen auf einem historischen Hügel gefährden könnte.
In Hereford gibt es einen prominenten Todesfall und Hinweise dafür, dass der Mord in Zusammenhang mit weiteren historischen Funden der Umgebung zu tun hat.
Derweil hat ein Schriftsteller gemeinsam mit seiner Frau in Ledwardine eine Scheune gemietet, denn er hält es für sicherer nach Erscheinen seines Romans zunächst einmal unter anderem Namen in dem kleinen Ort unterzutauchen. Als der Schriftsteller, der überzeugter Atheist ist, feststellen muss, dass etwas Übersinnliches offensichtlich gegen seinen Aufenthalt in Ledwardine ist, wäre dies eigentich ein klassischer Fall, der nach Merrily Watkins ruft. Nur, dass dieser nichts mit Pfarrern zu tun haben will. Wieder einmal überschlagen sich die Ereignisse und Merrily, die immer allem und allen gerecht werden möchte, steckt natürlich mittendrin …
Erschienen als Taschenbuch
im Rowohlt Verlag / rororo
insgesamt 576 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-499-25339-3
Kategorie: Mystery / Krimi
© Buchwelten 2013

Freitag, 25. Oktober 2013

Feuer im Kopf von Susannah Cahalan



Susannah Cahalan ist eine junge, beliebte, aufstrebende Journalistin. Sie fühlt sich wohl in ihrem Job, lebt in ihrer eigenen Wohnung und hat eine glückliche Beziehung. Doch urplötzlich dreht sich ihr Leben um mehr als 180°. 
Es beginnt mit einer eingeschlafenen, linken Hand. Dann kommen Wahnvorstellungen hinzu, die so schwer sind, dass sie nicht nur aggressiv wird, sondern sich ihr Wesen komplett verändert. Zunächst wird sie in der Klinik in die Abteilung für Epilepsie eingewiesen, es folgt die Psychiatrie, wo sie sogar ans Bett gefesselt werden muss, da sie immer wieder versucht zu fliehen. 
Es werden Unmengen an Untersuchungen an Susannah durchgeführt. MRT, CTG, Blutuntersuchungen, Proben aus dem Rückenmark werden entnommen. Doch niemand findet heraus, was ihr fehlt. Alles scheint normal, einige Ärzte sind der Meinung, sie habe einfach zu viel Stress, würde zu viel feiern und Alkohol konsumieren. Nur, dass ihr Zustand sich während des Klinikaufenthaltes sichtbar verschlechtert, wo sie nun mal definitiv keinen Alkohol zu sich nehmen kann. Allerdings hat Susannah auch vorher nur in Maßen getrunken, nur glaubt ihr das niemand. 
Einer der Ärzte sieht als letzte Möglichkeit die Hinzuziehung des Neurologen Dr. Souhel Najjar, der dafür bekannt ist, weiter zu forschen, wenn die Fälle wirklich schwierig sind und nur noch Rätsel aufgeben. Er selber hatte vor einiger Zeit einen Bericht über Autoimmunerkrankungen gelesen, der in einer Medizinerzeitschrift veröffentlicht wurde. Im Verlauf dieser Krankheit (eine Entzündung des Gehirns) greift der Körper das eigene Gehirn an und dies erzeugt Symptome wie eben Schizophrenie, Autismus und Wahnvorstellungen. 
Diese Vermutung bestätigt letztlich eine Untersuchung, die eigentlich ein Witz ist: Dr. Najjar lässt Susannah eine Uhr zeichnen und diese Zeichnung bringt erstaunliches zu Tage. “Brain on fire”, “Dein Gehirn steht in Flammen”, sagt er zu seiner Patientin. Um ganz sicher zu gehen, lässt der Neurologe in einer OP eine kleine Gewebeprobe von Susannahs Hirn entnehmen und schickt diese an den Mediziner, der den Artikel über die Autoimmunkrankheit verfasst hat. 
Nach Bestätigung der Diagnose kann der Patientin mit den richtigen Medikamenten endlich geholfen werden und ganz langsam findet Susannah ins Leben zurück ….
Erschienen als gebundene Ausgabe
im mvg Verlag
insgesamt 304 Seiten
Preis: 17,99 €
ISBN: 978-3868824674
Kategorie: Tatsachenbericht, Biographie
© Buchwelten 2013

Sonntag, 20. Oktober 2013

Julia Stagg: Madame Josette oder ein Dorf trumpft auf

clip_image002Dieser Roman ist der unmittelbare Nachfolger des ein Jahr zuvor erschienenen Romans "Monsieur Papon oder ein Dorf steht Kopf" Er beginnt etwa wenige Tage nach der Handlung des ersten Romans. Hautnah kann der Leser den Mikrokosmos in einem Bergdorf in Frankreich erleben. Während im ersten Roman die Einwohner des Dorfes Fogas durch den Zuzug eines englischen Ehepaares, die die Dorfschenke betreiben wollen, erschüttert, so werden die Einwohner in diesem zweiten Roman auf ein neues durcheinandergewirbelt.

Fabian, der Neffe von Josette, die die Inhaberin des kleinen Tante-Emma-Ladens ist, hat in Paris studiert und gearbeitet. Nun kehrt er nach Fogas zurück. Zurück deshalb, weil er als Kind jedes Jahr von seinen Eltern hier hergeschickt wurde, um die Sommerferien zu verbringen. Deshalb ist ihm das Dorfleben nicht sehr nicht unbekannt. Nach all dem Trubel in der Metropole Paris sehnt er sich nach dem Landleben und hat die großartige Idee, seiner Tante beim Betrieb des Tante-Emma-Ladens unter die Arme zu greifen. Diese Idee kommt natürlich nicht von ungefähr, schließlich ist aus den Erbschaftsunterlagen von Jacques, dem verstorbenen Onkel, herauszulesen, dass Fabian die Hälfte des Ladens geerbt hat. Weil sich Josette nicht im komplizierten Erbschaftsrecht auskennt, war sie nie auf den Gedanken gekommen, dass ihr der Laden nicht allein gehörte. Getreu dem Sprichwort "Neue Besen kehren gut" hat der junge Banker ganz frische und mutige Ideen, den Laden im Dorf wieder in Schwung zu bringen. Selbstverständlich kommt er nicht auf die Idee, irgendjemanden, und schon gar nicht seine Tante, zu fragen, ob sie damit einverstanden sei. Dass er damit alle Vorurteile der Dorfbewohner gegenüber den Großstädten unterstützt, fällt ihm nicht im Traum ein. Parallel dazu erleben wir die Geschichte von Stephanie, die auch vor kurzer Zeit in das Dorf gekommen war mit ihrer Tochter Chloé. Keiner ahnt, dass Stephanie vor ihrem Mann geflüchtet ist, um mit ihrer Tochter den ständigen Wutausbrüchen ihres ewig betrunkenen Ehemanns zu entgehen. Stephanie hatte sich in Fogas bereits ein neues Heim aufgebaut und sich hervorragend in die Dorfgemeinschaft eingearbeitet. Doch Stephanie und Fabian geraten des Öfteren mächtig aneinander. Zwischen den beiden scheint sich eine Mauer des Unglücks aufgerichtet zu haben.

Wie schon im ersten Roman hat sich die englische Schriftstellerin auf einen kleinen Trick zurückgezogen, um die Geschichte mit einem zusätzlichen zwinkernden Auge erzählen zu können: Der Geist von Jacques, dem verstorbenen Inhaber des Tante-Emma-Ladens, lebt noch in diesem Dorfladen. Meist sitzt er auf dem Kaminsims. Doch manchmal starrt er auch aus dem Fenster. Jacques ist eigentlich für alle Dorfbewohner unsichtbar außer für zwei von ihnen. Seine Witwe Josette kann ihn sehen und mit ihm sprechen genauso wie die kleine Chloé, Stephanies Tochter. Dieser Geist gibt oft Anlass zu amüsanten Szenen, wenn sich Fabian beispielsweise wundert, dass seine Tante ständig irgendwelche Selbstgespräche führt. Oder wenn Jacques Stephanie warnen möchte. Dazu schreibt er etwas in den Staub. Aber als Geist kann er nicht mit seinen Fingern im Staub schreiben, sondern er muss pusten. Und das bringt den Geist im wahrsten Sinne des Wortes außer Atem. Aber nicht nur dieser Trick ist es, der das Buch besonders reizvoll macht, sondern auch die stets wechselnde Perspektive, aus der die einzelnen Szenen geschildert werden, ist wunderbar gelungen. Nahezu alle wichtigen Dorfbewohner in dieser Geschichte kommen einmal zu Wort, um aus ihrer Sicht die Dinge zu erzählen. Damit der Leser damit nicht zu sehr überfordert wird, ist in jeder neuen Szene im ersten Absatz jeweils der Name der erzählenden Figur aufgeschrieben. Eine schöne Vorgehensweise, die ich so in anderen Romanen noch nicht entdeckt habe.

Volle Punktzahl für einen wunderschönen Roman, der in Frankreich spielt. Wer den Spielfilm um die "Schtis" kennt er, kann sich etwa eine Vorstellung von diesem Roman machen, wer den Film der "Schtis" liebt, der wird auch dieser Roman lieben.

 

Stagg, Julia
Madame Josette oder ein Dorf trumpft auf
Hardcover
Hoffmann und Campe, Hamburg
ISBN 9783455404319

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Boy Nobody von Allen Zadoff



Ein Teenager, 16 Jahre alt, genannt Boy Nobody, ist ein Soldat, zumindest nennt er sich selbst so. Das macht es für ihn einfacher. Im Alter von 12 Jahren haben sie ihn in ihr „Programm“ aufgenommen. Ihm blieb keine andere Wahl. Doch, der Tod. Nach einer intensiven Ausbildung ist er einer der besten. Er erledigt seine Aufträge sicher, fehlerfrei, schnell und unauffällig.
Er erschleicht sich das Vertrauen einer Person, meist aus dem Umfeld der Zielperson, dann räumt er das Objekt aus dem Weg. Ohne Spuren zu hinterlassen. Und schon ist er auch wieder weg. Vom „Programm“ in eine andere Stadt geschleust, mit einer neuen Identität ausgestattet, wartet er auf den nächsten Auftrag, den er von seinem „Vater“ oder der „Mutter“ über ein hochverschlüsseltes Smartphone als Eltern-Sohn-Sms getarnt oder per Email erhält.
Doch dieser Auftrag ist anders, kompliziert. Boy Nobody bekommt nur ein extrem knappes Zeitfenster gesteckt. 5 Tage. 5 Tage in denen er als neuer Schüler auftauchen, sich dem Zielobjekt nähern und es eliminieren muss. Normalerweise stehen im mehrere Wochen oder Monate zur Verfügung. 
Als sich die erste Möglichkeit zur Ausführung des Auftrages egibt, zögert er. Ein Fehler, was passiert mit ihm? Er zögert nie, zeigt keine Gefühle, doch nun … beginnt er sich zu verlieben ….
Erschienen als gebundene Ausgabe
im Bloomoom Verlag
insgesamt 336 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-8458-0005-9
Kategorie: Jugendbuch
© Buchwelten 2013

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Das Gesetz der Rache von Kristen Simmons





Ember und Chase haben es geschafft sich dem Widerstand anzuschließen. Offiziell für tot erklärt, setzen sie sich nun gemeinsam mit den Rebellen, der großen „Familie,“ für „die Sache“ ein.
Als plötzlich von einem Heckenschützen, dem Sniper, die Rede ist, verbreitet sich Unruhe in der Gemeinschaft. Dieser Schütze erschießt Soldaten der MM – der Moralmiliz – auf öffentlichen Plätzen, unter den Augen der Zivilisten. Die Kämpfer des Widerstandes vermuten natürlich, dass der Sniper einer von Ihnen ist, doch dessen Identität kennen auch sie nicht.
Dann erscheint plötzlich ein aktuelles Fahndungsplakat des FBR – Federal Bureau of Reformation – auf dem unter den Hauptverdächtigen in Bezug auf die Anschläge Ember Miller aufgeführt ist:
Ember Miller, verhaftet wegen Artikel 5
 Bekannt als „Heckenschütze“. Gesucht wegen Mords und vielfachen Hochverrats.
Die Verdächtige ist bewaffnet und äußerst gefährlich.
 Code 1: Bei Sichtkontakt sofortige Eliminierung.
 Ember und Chase sind geschockt. Wer hat sie verraten? Warum soll Ember die Heckenschützin sein? Sie, die nicht einmal eine Waffe halten kann und das Wayland Inn, die Zentrale des Widerstandes, seit ihrer Ankunft nicht einmal verlassen hat?
Dennoch, die beiden sind wieder auf sich allein gestellt. Sie müssen den Schutz der Gruppe verlassen und selbständig um ihre Freiheit kämpfen …
Erschienen als Klappenbroschur
bei ivi (Piper Verlag)
insgesamt 448 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-492-70305-5
Kategorie: Jugendbuch
© Buchwelten 2013