Mittwoch, 23. Mai 2012

Franziska Franke: Sherlock Holmes und die Katakomben von Paris

image Zwar bereits im letzten Jahr erschienen, aber deshalb nicht weniger spannend. Während die Kriminalautorin Franziska Franke an ihrem nächsten Sherlock-Holmes-Roman strickt, der zum 125-jährigen Jubiläum von Sherlock Holmes noch in diesem Jahr erscheinen soll, lese ich mir derweil den dritten Band. Dieses Mal wird nicht in Florenz ermittelt, sondern es geht nach Frankreich. Zunächst nach Montpellier, anschließend ins mondäne Paris. Leser der Sherlock-Holmes-Bücher wissen bereits, dass sich der große Meisterdetektiv auf der Flucht vor seinem erbitterten Gegner Professor Moriarty befindet, bzw. sich vor diesem versteckt hält. Aus diesem Grund hält sich Holmes außerhalb Englands auf und gibt sich als Norweger namens Sigerson. Seit längerem verbindet ihn eine Freundschaft mit dem englischen Buchhändler David Tristram, der ihm bei seinen Ermittlungen gerne zur Seite steht und ein ebensolches Bild wie Dr. Watson abgibt. Tristram ist es übrigens auch, der den eigenartigen Fall, der mit Holmes und dessen Großmutter zu tun hat, in dem vorliegenden Roman erzählt.

Tristram besucht seinen Freund Holmes, der sich im südfranzösischen Montpellier aufhält und sich um seine Bienen kümmert und sich chemischen Experimenten widmet. Holmes wurde das Tagebuch seiner aus Frankreich stammenden Großmutter zum Kauf angeboten. Der Anbieter ist ein Antiquar aus Nimes. Homes und Tristram begeben sich dort hin, denn selbstverständlich muss Holmes dieses Tagebuch haben. Doch der Verkäufer des Tagebuchs, der den Antiquar lediglich zur Vermittlung eingeschaltet hatte, erscheint nicht zum vereinbarten Zeitpunkt. Einen Tag später erfahren die beiden, dass der Verkäufer, ein Anwalt, in Paris tot aufgefunden wurde. Aller Wahrscheinlichkeit nach Mord, die Pariser Kriminalpolizei vermutet einen Serienverbrecher, der seit geraumer Zeit in Paris sein Unwesen treibt. Doch die Spur zum Tagebuch scheint abhandengekommen zu sein. Aber sie bringen in Erfahrung, dass darin der Ort eines Versteckes zu einem Schatz enthalten sein kann, den Marie Antoinette vor ihrem Gang zur Guillotine bewerkstelligte.

Sprachgewandt im Stile der klassischen Sherlock-Holmes-Bücher erzählt Franziska Franke äußerst spannend von den Ermittlungen in Paris, die bis in die Katakomben unterhalb der Riesenmetropole führen. Für den klassischen Holmes-Liebhaber ist das Buch einfach ein Muss. Neben dem kriminalistischen Spürsinn beim Rätseln und Spekulieren erfährt der Leser Altbekanntes und auch Neues aus dem Leben des Meisterdetektivs, was von akribischer Recherchearbeit und tiefes Wissen um Sherlock Holmes seitens der Autorin zeugt.

Empfehlenswert in jedem Fall, besonders aber für Liebhaber dieses speziellen Subgenres.

Franke, Franziska
Sherlock Holmes und die Katakomben von Paris
KBV-Verlag, Hillesheim
ISBN 978-3942446198

© Detlef Knut, Düsseldorf 2012

Montag, 7. Mai 2012

Sa(r)g niemals nie von Dan Wells





Frederick Whithers – nicht wie im Klappentext beschrieben Oliver Beard, denn als diesen will Frederick sich nur ausgeben – sitzt wegen Fälschung im Gefängnis. Das  hat er er seiner Freundin Gwen zu verdanken, denn sie hat ihn verraten, weil sie das gleiche will wie er: das Erbe des verstorbenen alten Beard. Um an ihn zu gelangen muss Frederick seinen Plan umsetzen und das geht nur, wenn er es irgendwie schafft, aus dem Gefängnis zu entkommen. Als sein Mitinsasse an Schwindsucht stirbt, überlegt sich Frederick blitzschnell einen klugen Schachzug: er überzeugt den Totengräber, gegen spätere entsprechende Entlohnung, ihn in den Sarg zu legen, aus dem Gefängnis zu schaffen und anschließend zu beerdigen. Dann soll der Totengräber Frederick wieder ausbuddeln und er kann sich endlich darum kümmern sein angestrebtes Erbe anzutreten.
Frederick wird auf dem Friedhof ausgebuddelt, jedoch nicht von dem Totengräber, sondern von fünf seltsamen Vampiren, die in Frederick ihrenErhabenen sehen. Sie lassen sich absolut nicht überzeugen, dass Frederick weder ein Vampir, noch überhaupt ein Toter ist.
Sie hängen ihm wie ein Klotz am Bein und Frederick hat nun gleich mehrere Probleme am Hals. Gwen, seine gierige Freundin will immer noch das Erbe für sich, die Vampire lassen nicht locker und der wahre Vampirgraf ist ebenso hinter ihm her. Wie soll es Frederick nun in all dem Chaos nur nach London schaffen, um an das heiss ersehnte Erbe zu gelangen?


Erschienen als
Paperback in Rough Cut
bei  Piper
320 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN:  9783492268837

© Buchwelten 2012

Sonntag, 6. Mai 2012

Das Geflecht von Andreas Laudan




Justin Bringshaus hat eine geniale Idee für die Abschlussparty der Realschule. Sein Vater ist als Ingenieur beruflich mit der Aufsicht des alten Bergwerks betraut und für ihn ist es ein Leichtes an den Schlüssel zu gelangen. Gemeinsam mit seiner Freundin Dana, seinem Freund Finn und dessen Freundin Laura macht er sich sich auf den Weg. Die Rucksäcke sind mit Chips und Co. bestückt, es soll ein schöner und außergewöhnlicher Abend werden. Justin muss seine Freundin überreden mitzugehen, denn sie hat auf Grund eines Kindheitstraumas panische Angst vor der Dunkelheit. Er schafft es und Dana möchte schließlich auch keine Spielverderberin sein.
Also gibt sie sich einen Ruck und die vier machen sich auf den Weg in das alte, stillgelegte Salzbergwerk. Zunächst steigen die vier an Leitern mehrere Etagen in die Tiefe, bis sie schließlich ca. 6o Meter unter der Erde sind. Dort machen sie sich es in einem Raum bequem, eine Grubenlampe spendet Licht und Wärme, die Stimmung ist gut.
Doch als Finn sich von der Gruppe ein Stück entfernt um sich zu erleichtern, stolpert er und stürzt geradewegs in einen Schacht, einen alten Müllschacht, der in einer recht starken Neigung abfällt. Finn schreit und Dana ist die einzige die reagiert. Die anderen beiden schlafen noch, da war der Joint unter Tage wohl doch heftiger als gedacht. Als Dana versucht Finn irgendwie zu helfen, verliert auch sie den Halt und rutscht ab. Die beiden rufen so laut sie können um Hilfe und vor Schmerzen, was letztendlich Justin und Laura weckt. Sie laufen zum Schacht und versuchen etwas zu tun, doch ohne ein Seil ist das nicht möglich.
Da dort unten die Handys nicht funktionieren, sie erhalten kein Signal, können Justin und Laura nur eines tun: sie müssen nach oben und Hilfe holen. Also machen sie sich auf den Weg zurück nach draussen. Dort angekommen ruft Justin umgehend seinen Vater an, Ärger gibt es sowieso und er weiss, er kennt sich dort unten aus und weiss was zu tun ist.
Vater Bringshaus war an diesem Abend auf einem Vortrag der bekannten – blinden – Höhlenkletterin Tia Taveern. Sie ist eine der besten auf diesem Gebiet, wahrscheinlich eben weil sie blind ist. Und weil Justins Vater aus persönlichem Interesse nicht unbedingt die örtliche Feuerwehr in das Bergwerk hinterlassen möchte, bittet er die grazile Blinde um Hilfe. Da diese nicht nur eine spitzen Kletterin ist, sondern ein ebenso gutes Herz hat, sagt sie zu und macht sich schnellstmöglich mit ihrem Partner Leon auf zum Unglücksort.
Schnelligkeit ist gefragt, denn Finn ist dort unten nicht nur verletzt und Dana eingeklemmt, dort wächst etwas monströses, dass die beiden bereits überwuchtert …


Erschienen als
Taschenbuch
bei  rororo
368 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN:  978-3-499-25848-0

© Buchwelten 2012