Freitag, 27. April 2012

vergissdeinnicht von Cat Clarke



Grace Carlyle, 17 Jahre jung, erwacht in einem schneeweißen Raum. Ein weißes Bett (das gemütlichste, dass sie je erlebt hat), ein weißer Tisch mit Stuhl in derselben Farbe, weißes Papier und ein tolles Bad, natürlich auch weiß. Sie selbst ist in ein weißes Nachthemd gekleidet.
Grace hat keine Ahnung, wie sie in diesen Raum gekommen ist und warum sie dort ist, ist ihr auch nicht klar. Sie überlegt sich, dass sie vielleicht entführt wurde, von diesem wunderschönen jungen Kerl namens Ethan. Aber für einen Entführer ist er viel zu gut zu ihr. Er tut ihr nichts, er spricht wenig mit ihr, schaut sie eher bemitleidenswert an. Er bringt ihr dreimal täglich ein richtig gutes Essen (und zwar ausschließlich Dinge, die sie gerne mag!). Das einzige was er von Grace möchte ist, dass sie schreibt. Sie soll sich erinnern und alles aufschreiben. Er sagt, es sei wichtig für sie die Wahrheit zu finden. Nur das sei der Grund, warum sie dort sei.
Nun, Grace beginnt zu schreiben, jedoch nicht um Ethan den Gefallen zu tun, sondern eher für sich. Damit sie nicht verrückt wird in diesem “Überall-Weiß”. Sie beginnt zu notieren, was sie erlebt hat bevor sie in diesem Raum aufwachte, Satz für Satz, Seite für Seite. Und dann geschieht das seltsame: Grace gefällt es dort in “ihrem” Raum. Sie genießt das Schreiben und die Besuche und kurzen Gespräche mit Ethan, auch wenn er ihr immer wieder neue Rätsel aufgibt.
Grace schreibt ihre Erinnerungen weiter auf und ganz langsam, Stück für Stück fügen sich die Bruchstücke in ihrem Kopf zusammen …


Erschienen als
Paperback
bei  Luebbe
288 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN:  978-3785760611

© Buchwelten 2012


Dienstag, 24. April 2012

Evas Entscheidung von Frank Bresching





Eva de Boer ist Journalistin und will sich eigentlich im heimischen Arbeitszimmer gerade an die Arbeit machen. Ein Artikel ist zu schreiben, den sie nicht auf die lange Bank schieben will. Dann klingelt das Telefon und in der Leitung ist eine ihr unbekannte Frau, die sich als Julia vorstellt. Die macht Eva auf eine Geschichte aufmerksam, einen Vorfall der ihr selber vor einigen Monaten widerfahren ist. Julia ist Lehrerin und wurde auf einer Klassenfahrt mit K.O. Tropfen betäubt und brutal vergewaltigt.
Eva weiss nicht so genau, warum die Lehrerin ausgerechnet an sie herantritt, ob sie möchte das sie eine Story über das schreckliche Ereignis veröffentlicht. Als Julia Eva dann fragt, wie sie reagieren würde, wenn ihrer eigenen 16-jährigen Tochter etwas derart furchtbares geschieht, wird Eva hellhörig.
Woher weiss diese Frau, dass Eva eine Tochter im Teenageralter hat? Hat sie sich über die Journalistin erkundigt und sie bewusst auserwählt, weil sie hofft sie somit offen für ihre Erlebnisse zu machen? Evas Neugierde ist auf jeden Fall insoweit geweckt, als dass sie sich – trotz wartender Arbeit – auf den Weg zum Alsterpavillion macht um die Lehrerin persönlich zu treffen und sich ihre Geschichte anzuhören …


Erschienen als
Taschenbuch
im grafit Verlag
219 Seiten
Preis: 8,99 €
ISBN:  978-3-89425-396-7

© Buchwelten 2012

Mittwoch, 18. April 2012

Blade Runner - Die Rückkehr von K.W. Jeter



Teil I – Deckards Weg
Der erste Roman des Doppelbandes knüpft unmittelbar an die Handlung des Romans von Philip K. Dick an, und/oder an das Ende des bekannten Films. Zur Erinnerung: Rick Deckard ist mit der Replikantin Rachel Rosen(Nachname im Buch)/Tyrell (Nachname im Film) aus Los Angeles geflohen. Zwischen ihnen hat sich eine Liebe entwickelt, die beide trotz der begrenzten Lebensdauer der Replikantin von 4 Jahren, nicht gewillt sind aufzugeben.
Deckard flüchtet mit Rachel in die nördliche Einöde und lebt dort mit ihr in einem einfachen Blockhaus, wobei leben eher übertrieben ist. Denn Rachel befindet sich die meiste Zeit in einem gläsernen Sarg. Eigentlich ist dies eine Transportbox der Fa. Tyrell, in der die Replikanten in die Kolonien geliefert werden. Doch mit Hilfe dieses Schlafmoduls erhofft sich Deckard Rachels begrenztes Leben zu verlängern.
Doch auch in dieser Einöde spüren die Agenten der Fa. Tyrell den ehemaligen Blade Runner auf. Sarah Tyrell, die Erbin des Imperiums von Eldon Tyrell will das Deckard erneut für sie als Blade Runner arbeitet. Angeblich ist bei seinem letzten Einsatz ein Replikant nicht gefasst worden und diesen Job soll er nun nachholen.
Für Deckard ist es schlimm der Erbin Sarah Tyrell gegenüber zu treten, denn sie ist quasi das Spiegelbild Rachels. Sie ist der Templant für die Replikantin, dass heisst sie hat als menschliches Vorbild für dieses Unikat gedient.
Deckard bleibt nichts anderes übrig als diesen Auftrag anzunehmen, will er Rachels Leben retten. Natürlich überschlagen sich die Ereignisse wieder einmal. Totgeglaubte Kollegen tauchen wieder auf, lebend geglaubte Personen sind inzwischen beerdigt und erledigte “Aufträge” stehen plötzlich aus Fleisch und Blut vor dem Blade Runner.
Rätsel, Geheimnisse, Verschwörungen und eine Menge Verwirrung kommen auf Rick Deckard zu …
.
Teil II – Die Nacht der Replikanten
Der zweiten Teil des Doppelbandes handelt zum ersten Mal nicht (nur) auf der Erde, sondern auf der Transitstation zum Mars u.a.. Deckard hat es geschafft – mit einer Begleitung – die Erde zu verlassen. Er wollte sich unter einem Decknamen (sehr einfallsreich: Mr. und Mrs. Niemand) die Auswanderung in die äußeren Kolonien ermöglichen. Bis zur Transitstation hat er es geschafft, wie viele andere Auswanderer auch und … dort hängt er fest.
Denn die Ausreisen sind seit bereits zwei Jahren aus gewissen Gründen eingestellt, diese Informationen werden aber durch die UN gepflegt unter den Teppich gekehrt, so dass sie nicht zur Erde gelangen.
Die Handlung beginnt in diesem Band in den Outer Hollywood Studios, wo Deckards letzter Einsatz als Blade Runner in L.A. verfilmt wird. Die Stadt und sämtliche Handlungsplätze sind originalgetreu nachgebaut und Deckards Double spielt die Rolle des Blade Runners mehr als perfekt. Als dieser jedoch in einer Szene einen  Kowalksi-Replikanten tatsächlich erschiesst, schmeisst Rick den Job. Denn das irgendwer zu Schaden kommt, sei auch “nur” ein Replikant war absolut gegen die Vereinbarung. Da reagiert er aus persönlichen Gründen mehr als empfindlich.
Kurz bevor er das Set verlassen will, gelangt ein seltsamer Koffer in seine Hände. Und das besondere an diesem Koffer: Er  spricht. Nicht nur das, ihm scheint eine Seele inne zu wohnen. Diese denkt, fühlt, existiert also. Und was das extreme ist: Rick Deckard kennt diese “Person”, die dort körperlos innerhalb des Koffers aus Lederimitat verweilt nur zu gut. Und die dürfte eigentlich nicht mehr existent sein. Und was der Koffer ihm erzählt und offenbart ist wieder einmal mehr als verwirrend und unfassbar für den Blade Runner …


Erschienen als
Taschenbuch
bei HEYNE
687 Seiten
Preis: 9,95 €
ISBN:  978-3-453-87918-8

© Buchwelten 2012

Montag, 16. April 2012

Rebecca Michéle: Die Tote von Higher Barton - Ein Cornwall-Krimi

clip_image002Der Untertitel ist Programm. Wie sollte es auch anders sein? Ein spannender Krimi mit überraschenden Wendungen in einem Mix aus: Rosamunde Pilcher (diverse Romane), Agatha Christie (Miss Marple) und Caroline Graham (Inspector Barnaby-Romane).

Nach vierzig Jahren hat Mable auf die Einladung ihrer damaligen Freundin reagiert. Sie hat sich ins Auto gesetzt, um den alten Zwist aus dem Weg zu räumen und zum Geburtstag von Abigail nach Higher Barton in Cornwall zu reisen. Seit den Vorfällen von damals ist Mable zu einer Londonerin geworden. So muss sie sich kurz vor der Ankunft am Ziel eingestehen, dass sie sich bei dem Unwetter verfahren hat und zudem kein Benzin mehr im Tank ist. Die Wege, die ihr damals so vertraut waren, sahen nun irgendwie anders aus. Zum ersten Mal in ihrem Leben wünscht sie sich ein Handy, mit dem sie wenigsten Hilfe hätte holen können. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als in ihrem Corsa mitten auf der schmalen Straße zu übernachten.

Am nächsten Morgen wird sie von einem alten Kauz geweckt, der an ihrem Wagen nicht vorbei kann. Er hilft Mable, den Wagen in eine Straßenbucht zu schieben und bringt sie anschließend nach Higher Barton. Es ist früh am Morgen. Mable möchte die Anwohner nicht stören, die nach der gestern verpassten Party sicher alle noch schliefen. Doch die morgendliche Kühle hält sie nicht davon ab, durch die offen stehende Terrassentür die Bibliothek des Hauses zu betreten. Während sich ihre Gedanken der Vergangenheit zuwenden, entdeckt sie vor dem Kamin die Leiche einer jungen Frau. Als pensionierte Krankenschwester erkennt sie sofort, dass jede Hilfe zwecklos wäre. Sie stürmt in die Küche, wo sie das Hausmeisterehepaar beim Frühstück trifft. Als sie hocherregt mit denen zurück in die Bibliothek kehrt, ist die Leiche verschwunden.

Als Autor von Reisebeschreibungen über Südengland hat es mich in besonderem Maße interessiert, einen in diesem Landstrich spielenden Krimi zu lesen. Meine Erwartungshaltung, damit Erinnerungen an Menschen, Dörfer, Kleinstädte, Pubs und Landschaften zu aktivieren und dabei gleichzeitig an spannenden Ermittlungen teilzuhaben, ist mit diesem Buch voll erfüllt worden. Die Beschreibungen im Stile einer Agatha Christie, die an der englischen Riviera geboren wurde, einer Rosamunde Pilcher, die unendlich viele Geschichten in diesem Landstrich spielen ließ oder einer Caroline Graham, die für ihren Inspector Barnaby extra einen kornischen Landstrich Midsommer schuf, rufen beim Lesen ein Gefühl des Reisens hervor. Der Krimi ist eine sehr gut gemachte Geschichte, der demjenigen, der Ähnliches wie ich erwartet, eine unterhaltsame und spannende Lektüre sein wird. An einem Manko, welches ich keinesfalls Rebecca Michéle anlaste, komme ich allerdings nicht vorbei. Das Buch hat kein Lektorat erfahren. Die Seiten, die fehlerfrei sind, können an den Fingern einer Hand abgezählt werden, ganz so, als wäre lediglich eine automatische Rechtschreibkontrolle drüber gelaufen. Schade, dass die wunderschöne Geschichte der Autorin damit verhackstückt wurde.

Mein Gesamtfazit fällt trotzdem positiv aus, da ich die Mängel nicht der Autorin anrechne und das Gefühl beim Lesen der Geschichte nicht schöner sein kann. Also: sehr empfehlenswert!

Mein Dank für die Unterstützung geht an:

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Michéle, Rebecca
Die Tote von Higher Barton
Goldfinch Verlag, Frankfurt/ M.
ISBN 9783940258144
Bestellen beim Verlag.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2012

Donnerstag, 5. April 2012

Sommerfalle von Debra Chapoton




Rebecca, das ist ein hübscher amerikanischer Teenager mit fast 18 Jahren, blond, sportlich, lieb und beliebt. Sie hat einen tollen Freund, Freundinnen und die Highschool beendet. Ein Mädchen eben, wie man es aus vielen amerikanischen Filmen kennt.
Als sie gemeinsam mit ihrer Freundin Sarah im Einkaufscenter shoppen geht, fällt ihrer Begleiterin ein recht ansehnlicher Junge auf, der Rebecca anstarrt. Die beiden denken sich jedoch nichts weiter dabei, Jungs starren die beiden Mädels schon mal öfters an. Dann geht sie zur Toilette und kehrt nicht zurück.
Rebecca erwacht in einem dunkeln, fensterlosen Raum mit niedriger Decke. Sie ist mit Handschellen an ein Bett gefesselt. Neben ihr baumelt ein Eimer von der Decke, der dazu dienen soll ihre Notdurft zu verrichten.
Nach dem ersten Schock beginnt die aufgeweckte Rebecca sofort sich eine mögliche Flucht zu überlegen. Denn auch wenn sie Angst hat, weil ihr bewusst ist, dass sie entführt worden sein muss, hindert es sie nicht daran dringend etwas an ihrer Situation ändern zu wollen. Sie schafft es tatsächlich sich aus den Handschellen zu befreien und aus ihrem Verlies zu fliehen.
Sie läuft geradewegs in den Wald – ohne die geringste Ahnung wo sie ist oder wo sie hinsoll – doch all dies hat der Entführer vorhergesehen und dementsprechend seine Pläne geschmiedet ….


Erschienen als
Klappenbroschur
im  IVI Verlag
388 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN:  978-3-492-70265-2

© Buchweletn 2012

Dienstag, 3. April 2012

Ich bin Herr deiner Angst von Stephan M. Rother




Jörg Albrecht ist leitender Ermittler in einem Hamburger Kommissariat. An seiner Seite arbeitet Hannah Friedrichs, etwas jünger als er und mit einem ähnlichen Verstand und Bauchgefühl ausgestattet wie Albrecht. Darum ergänzen die beiden sich wunderbar, verstehen sich oft ohne Worte.
Als die beiden an den Tatort in einem exklusiven Club im Hamburger Rotlichtviertel gerufen werden, sind jedoch auch die beiden sehr erfahrenen Polizisten extrem geschockt. Das Opfer ist ihr Kollege. Gefesselt an einen ehemaligen Gynäkologenstuhl und auf das grausamste verstümmelt. Albrecht selber war es, der den Kollegen der kurz vor seiner Pensionierung stand, zu dieser verdeckten Ermittlung geschickt hat. Nicht 24 Stunden später wird ein weiteres Mitglied aus Albrechts Team ermordet aufgefunden.
Diesmal handelt es sich um eine schwangere Kollegin, die an gefährlichen Einsätzen gar nicht mehr beteiligt war und auf dem Weg zu einer Freundin war. Sie kam dort nie an und Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs stehen völlig unter Druck. Zwei Morde in der kurzen Zeit innerhalb der Polizei. Die einzigen wenigen Spuren die die Ermittler haben führen zum “Traumfänger” Mörder. Er hat vor ca. 24 Jahren seine Opfer getötet, indem er sie mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontierte. Der Täter, einst ein angesehener Psychologe, hat diese Handlungen aber nicht als Morde, sondern als hochwissenschaftliches Experiment angesehen. Doch dieser Mann sitzt nach Verbüßung seiner Haftstrafe nun in der psychiatrischen, geschlossenen Sicherheitsverwahrung ein.
Handelt es sich um einen Trittbrettfahrer? Oder zieht der “Traumfänger” aus der geschlossenen Abteilung heraus weiter seine Fäden und lässt die Kollegen Albrechts ermorden? Jeder aus Albrechts Team könnte der nächste sein …

Erschienen als
Taschenbuch
im  Rowohlt Verlag
576 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN:  978-3-499-25869-5

© Buchwelten 2012