Freitag, 16. Dezember 2011

Angeklagt von Robert Glinski





Robert Glinksi ist Richter und Mitglied in der Strafkammer für Schwurgerichtsfälle. Diesen Job führt er bereits seit 10 Jahren aus, dabei ist er gerade mal 39 Jahre alt. Er hat diese Stelle also mit Ende 20 angetreten und eigentlich wird unter Kollegen gesprochen, dass man diesen Job nicht mehrere Jahre ausüben kann, ohne darunter zu leiden.
Ständig mit schwersten Verbrechen, grausamen Ermittlungsakten und den extremsten menschlichen Abgründen konfrontiert zu werden, ist wohl auf Dauer für viele Richter seelisch nicht leicht zu ertragen.
Robert Glinski ist nach wie vor dabei und er sagt im Vorwort, dass diese Arbeit ihn nicht zerstört, sondern im Gegenteil seinen Horizont erweitert hat. Für ihn war es interessant, in die Menschen zu blicken, es zumindest zu versuchen. Herauszufinden warum ein Mensch, der sein bisherigen Leben lang ein unbescholtener Bürger war, urplötzlich ausflippt und einen Mord begeht.
Der Autor schreibt, jeder Mensch hat eine dunkle Seite und manchmal passiert es, dass sie überhand nimmt. Für ihn waren bis zum Antritt dieser Stelle alle Mörder und schweren Verbrecher kaltblütig, brutal, psychopathisch und durchgeknallt.
Nach einer gewissen Berufserfahrung hat er in Angeklagt zehn brisante Fälle/Verfahren zusammengestellt, die versuchen hinter die Kulissen zu schauen. Er versucht herauszufinden warum die Angeklagten die Taten begangen haben …


Erschienen als
Taschenbuch bei
ullstein
256Seiten
Preis: € 8,99 €
ISBN:  978-3-548-37417-8

© Buchwelten 2011

Dienstag, 13. Dezember 2011

Lea Korte: Die Maurin

image Exotisch, orientalisch, bezaubernd, temperamentvoll, spannend, zärtlich – das sind nur einige Attribute, mit denen man diesen historischen Roman von Lea Korte und/ oder seine Protagonistinnen beschreiben kann. Im Andalusien des 15. Jahrhunderts herrschen erbitterte Kämpfe zwischen den Muslimen und Christen, die nicht spurlos am Leben der Maurin Zahra vorbei gehen. Sie ist Hofdame und Vertraute der Hauptfrau des mächtigen Emirs, ihre Familie gehört zum engeren Kreis der Herrschersfamilie. Die junge Zahra gerät dabei zwischen die Fronten in ein barbarisches Spiel aus Intrigen und Machtkämpfen. Ihre Liebe zu dem christlichen Kastilier Gonzalo bringt sie schließlich in tödliche Gefahr. Aber nicht nur diese Liebe, sondern auch der Umstand, dass sie selbst zu einem Viertel von einer Christin abstammt, sorgt für Ungemach. Ihre Halbgeschwister werden zu erbitterten Feinden der eigenen Familie.
Der 650 Seiten starke Wälzer zeigt ein etwas anderes Mittelalter, als man ansonsten von vielen historischen Roman gewohnt ist. Die orientalische Note auf der iberischen Halbinsel, die über acht Jahrhunderte von dem maurischen Volk beherrscht wurde, lässt beim Lesen scheinbar sanfte orientalische Klänge im Ohr säuseln und an die Märchen von 1001 Nacht denken.
Lea Korte hat die fiktive Handlung geschickt mit den historischen Fakten verbunden. Ihre bildhafte Beschreibung erinnert an die blumenreiche Erzählweise der Orientalen und lässt Bilder aus 1001 Nacht im Kopf entstehen. Über die Handlung hinaus sind die ergänzenden Anmerkungen am Ende des Romans eine sehr gute Hilfe beim Verständnis der historischen Zusammenhänge. So fehlt ein Glossar ebenso wenig wie ein Literaturverzeichnis mit weiterführenden Quellen. Eine Zeitleiste und die beiden Stammbäume der maurischen und der christlichen Herrscherfamilien der damaligen Zeit hilft der Orientierung des Lesers.
„Die Maurin“ ist ein exotisch, faszinierender Roman, der das europäische Mittelalter der iberischen Halbinsel in den Mittelpunkt stellt. Er ist Abenteuer- und Liebesroman zugleich, bei dem Arglist und Treue ausgewogen miteinander spielen. Man darf auf weitere Romane dieser Art von Lea Korte gespannt sein.
Korte, Lea
Die Maurin
Knaur Tb, München
ISBN 978-3426502303

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Freitag, 9. Dezember 2011

Das rote Licht des Mondes von Silvia Kaffke


Der historische Roman spielt in Ruhrort im Jahre 1854. Ist Ruhrort heute „nur“ noch ein Stadtteil der Stadt Duisburg, war es damals eine wichtige, eigenständige und stetig anwachsende Stadt. Sie war mit ihrer Lage direkt am Rhein und dem damals schon sehr modernen und geschäftigen Hafen ein wichtiger Umschlagplatz und industrieller Standort, der Menschen aus verschiedenen Bereichen und Ländern angezogen hat.


Lina Kaufmeister ist eine wunderschöne Frau von Anfang 30 und Tochter aus wohlhabendem Hause. Sie lebt gemeinsam mit Ihrer Familie im geräumigen Wohnhaus auf der Carlstrasse. Ihre Schwestern sind beide verheiratet und haben Kinder. Mina, ihre Zwillingsschwester, lebt mit Mann und Kind in Brüssel. Lina hat einen Makel. Durch eine Krankheit in ihrer Kindheit hat sie eine steife Hüfte zurückbehalten und hinkt. Da hilft auch ihr schönes Gesicht nicht, solch eine Frau will keiner heiraten.

Daher lebt Lina nach wie vor im elterlichen Haus, wo sie den Haushalt führt, die Kleider für die gesamte Familie näht und ändert und sich hingebungsvoll um den an der „Schüttelkrankheit“ leidenden Vater kümmert.

Die Vormundschaft für Lina hat ihr älterer Bruder Georg inne. Er ist ein sehr jähzorniger Mann, der mit einer Holländerin verheirat ist, die zu faul ist den Haushalt zu leiten. Lina ist sicher, ihr Bruder will sie nur weiterhin im Hause haben, damit sie seiner Frau die lästigen Pflichten abnimmt und um sie als billigste Arbeitskraft auszunutzen.

Als sie eines Abends von einem Besuch bei ihrer Freundin kommt, stößt sie durch Zufall auf die grausam zugerichteten Leichen zweier Kinder. Beiden wurde der Brustkorb aufgebrochen und die Herzen aus dem Leibe gerissen. Der älteren wurde außerdem der Unterleib aufgeschnitten und das ungeborene Kind aus dem Körper entfernt. Lina ist natürlich entsetzt aber andererseits hat die ihr angeborene Neugierde sie gepackt und sie will wissen, was hinter diesen Morden steckt.

Sie lernt den ermittelnden Commisar Borghoff kennen und dieser ist von der schlagfertigen, frischen, gerissenen Art dieser Frau angetan. Sie ist für ihn so absolut untypisch für die Frauen dieser Zeit und er bespricht sich in diesen Ermittlungen immer wieder mit Lina und hofft sogar auf ihren Rat oder Denkanstösse.


Als erneut Morde nach dem gleichen Muster geschehen ist Lina sicher, dass es in Ruhrort eine Verschwörung des Bösen gibt. Doch wer oder was soll das sein? Und was ist der Grund für solch grausame Morde? Lina lässt nicht locker und als sich ihr Leben dann in extremster Weise ändert, bringt sie sich zu ihren bisherigen Problemen auch noch in große Gefahr …


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Erschienen als
Taschenbuch bei
rororo
512 Seiten
Preis: € 9,99 €
ISBN: 978-3-499-24813-9



Freitag, 2. Dezember 2011

Träumen Roboter von elektrischen Schafen / Blade Runner von Philip K. Dick


Rick Deckard ist einer der Menschen, die nach dem letzten Weltkrieg und der daraus resultierten atomaren Verseuchung auf der Erde geblieben sind. Die Städte sind grösstenteils verwaist, ein giftiger Staub senkt sich nach wie vor auf alles nieder und macht die Bewohner krank.

Die Tiere sind nach der Katastrophe nach und nach aus der Fauna verschwunden und so gut wie ausgestorben. Vögel gibt es z.B. gar keine mehr. Die Folge ist, dass es den Menschen sehr wichtig geworden ist, sich ein Tier zu halten. Nach Möglichkeit ein echtes, wenn das nicht machbar ist – weil sie z.B. einfach unerschwinglich und nicht bezahlbar sind – dann ist es auch schon einmal ein elektrisches Tier. Firmen haben sich darauf spezialisiert Tiere naturgetreu nachzubauen um dem Wunsch der Erdbewohner nachzukommen.

Auch Rick Deckard hat ein Tier, leider kein echtes. Er ist Besitzer eines elektrischen Schafes, das auf dem Dach seines Hauses lebt und das er versorgt als sei es ein lebendes Tier. Ricks Deckards grösster Wunsch wäre etwas lebendiges zu halten.

Vielleicht bringt ihn sein nächster Auftrag diesem Ziel ein wenig näher. Rick ist Blade Runner, ein Jäger der auf Prämienbasis Androiden jagt und aus dem Verkehr zieht. Diese Androiden wurden eigentlich geschaffen um den ausgewanderten Erdbewohnern, die auf dem Mars leben, bei der Arbeit zu helfen und Gesellschaft zu leisten. Doch immer wieder fliehen Androiden unter dem Einsatz von heftiger Gewalt vom Mars auf die Erde.

Das Problem … die Androiden der Serie Nexus 6 sind nicht einfach Roboter. Sie sind perfekte Nachbauten eines Menschen aus Fleisch und Blut. Sie zu erkennen bedarf einiger Erfahrung und der Nutzung gewisser Tests.

Blade Runner Rick Deckard hat den Auftrag sechs der entflohenen Androiden zu fangen. Dies ist eine grosse und auch gefährliche Herausforderung. Aber wenn er diesen Auftrag erfolgreich erledigt, erhält er solch hohe Prämien, dass er sich endlich seinen Traum erfüllen kann: Ein lebendes Tier …


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Erschienen als
Taschenbuch bei
HEYNE
272 Seiten
Preis: € 9,95 €
ISBN: 978-3-453-21728-7


© Buchwelten 2011