Dienstag, 25. Oktober 2011

Andreas Behm - Die Moral eines Killers


In Hamburg wird ein bekannter Schönheitschirurg ermordet. Präzise, schnell, ohne Spuren, durch einen gezielten Schuss. Kommissar der Mordkommission Harald Hansen wird auf den Fall angesetzt. Als er den Tatort besichtigt, ist er sich ziemlich schnell sicher, den Mörder zu kennen. Er ist überzeugt, dass der Mörder ein Profikiller ist, dem er schon lange auf der Spur ist.

Dummerweise bekommt Hansen einen neuen, jungen Kollegen an seine Seite gestellt, der ihn unterstützen soll. Das passt „Harry“ (er hasst es bei seinem richtigen Namen genannt zu werden!) absolut gar nicht.
Erstens kann Hansen Veränderungen in seinem beruflichen Umfeld schon gar nicht leiden und zweitens muss er nun in seiner Arbeit ziemlich aufpassen. Denn um dem Mörder auf die Schliche zu kommen hat er vor, Methoden zu benutzen, die nicht unbedingt den Dienstvorschriften entsprechen.

Hansen geht dennoch seinen Weg, absolut ungewöhnlich, teilweise steht er selber mit einem Bein im Knast und mit dem anderen im Leichenschauhaus…..


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Erschienen als
Taschenbuch im
ACABUS Verlag
324 Seiten
Preis: 13,90 €
ISBN: 978-3-86282-051-1


© Buchwelten 2011

Samstag, 22. Oktober 2011

Horst Eckert: Schwarzer Schwan

clip_image002Gerne wird der Kriminalschriftsteller Horst Eckert von den Medien in und um Düsseldorf als regionaler Autor oder Autor von Düsseldorf-Krimis tituliert. Doch solch eine Bezeichnung wird ihm nicht gerecht. Tatsache ist, dass ein Krimi nun mal irgendwo spielen muss. Bei Donna Leon ist es Venedig, bei Henning Mankell Ystad und bei Horst Eckert ist es (zumeist) Düsseldorf. Das heißt noch lange nicht, dass es sich um einen Regionalkrimi handelt, wie er langläufig definiert wird. Selbst, wenn ein Düsseldorfer Oberbürgermeister eine wichtige Rolle darin spielt („Königsallee“). Eckert beweist erneut in dem soeben erschienenen Krimi „Schwarzer Schwan“, dass es sich um einen hochbrisanten, alarmierend aktuellen Politthriller handelt, der überall in Deutschland spielen könnte.

Vor dem Hintergrund des Bankencrashes im Jahre 2008, der sich in Wirklichkeit als Gelddruckmaschine für die Banken herausstellte, über den Atomausstieg der jetzigen Bundesregierung bis hin zur Griechenlandpleite wird in einem Mordfall und einem Entführungsfall ermittelt. Dass es sich um zwei voneinander losgelöste Fälle handelt, mag der Leser bald nicht mehr wahr haben. Dass die beiden Verbrechen ein beinahe banales Motiv haben, ebenso wenig. Schnell wird klar, dass die Motivlage in einem Gewirr aus Bankern, Wirtschaftsbossen, Lobbyisten und Politikern verborgen liegt. Selbst die Bundeskanzlerin bekommt eine Rolle in diesem Stück. In vielen parallelen Handlungen, die in Düsseldorf genauso wie in Berlin spielen, taucht der Leser in das schwer durchschaubare Geflecht ein.

Die Bankerin Hanna, deren Millionendeal auf höchster Vorstandsebene zum Schaden der eigenen Bank gekippt wird, zweifelt am Sinn des Lebens und erkennt nicht, dass sie nur wie ein kleiner Hamster in einem Rädchen strampelt. Erst als der Polizist Dominik in ihrer Wohnung Abhörwanzen entdeckt, wird ihr das ganze Ausmaß von dem, was ihr schon längst Bauchschmerzen verursachte, bewusst. Dann verschwindet auch noch ihre Nichte. Zwischen der Entführung Leonies und dem in Düsseldorf verübten Mord an der Lobbyistin Paula, die ebenfalls aus dem Politrummel aussteigen wollte, gibt es einen Zusammenhang: ein alter, weißer Golf II.

Eckert schafft in diesem Thriller eine erschreckende Nähe zum aktuellen Tagesgeschehen. Gespräche aus den Polittalkshows werden sofort präsent. Als Leser steht man mittendrin. Trotz der vielen Namen und Figuren macht es keine Mühe, der Handlung zu folgen. herausgehoben und von etwas mehr Ruhe begleitet wird ein Handlungsstrang aus der Sicht der entführten Leonie, deren Szenen aus der Perspektive dieses Mädchens erzählt werden. In diesen Passagen verzichtet Eckert auf Tempo, umso mehr gehen sie in die Tiefe und lassen den Leser mitfühlen.

Ein handwerklich sehr gut gemachter Krimi, der einen Adler-Olsen nicht fürchten muss und von solch einer Brisanz ist, dass er alle anderen Krimis auf hintere Plätze verweist. Herzlichen Glückwunsch für den Dortmunder Grafit-Verlag, solch einen hochkarätigen Krimiautor in seinem Programm zu haben.

Eckert, Horst
Schwarzer Schwan
Grafit Verlag, Dortmund
ISBN 978-3894256678

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Das Haus am Zeilenweise-Platz Anthologie



Das Haus am Zeilenweise-Platz erzählt die Geschichten der Bewohner dieses Mehrfamilienhauses in Buchstedt. Viele verschiedene Menschen leben in diesem Haus. Junge, Alte, Einsame, Familien, Alleinerziehende, Künstler …

Unten im Haus befindet der Kiosk der Familie Vodnjani, die hinter dem Laden außerdem eine Wohnung bewohnt. Sie sind Kroaten und seit vielen Jahren leben sie in diesem Haus und führen dort ihren kleinen Laden, der nicht nur die Bewohner des Zeilenweise-Hauses mit den angenehmen und wichtigen Dingen des Alltags versorgt, sondern der auch immer wieder ein Treffpunkt für die Menschen ist um ein nettes Gespräch unter „Freunden“ zu führen.

Jeder kennt jeden und irgendwie doch wieder nicht. Man lebt im gleichen Haus, sieht sich, grüsst sich, aber so wirklich weiss man nicht, was hinter den Wohnungstüren der Nachbarn geschieht. Das Haus am Zeilenweise-Platz lässt den Leser die Türen öffnen, in die Wohnungen hinein sehen und all diese verschiedenen Bewohner kennenlernen …


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Erschienen als
Taschenbuch
bei edition doppelpunkt
148 Seiten
Preis: 11,50 €
ISBN: 978-3937950983


© Buchwelten 2011

Dienstag, 18. Oktober 2011

Ralf Kramp (Hg.): Tatort Eifel 3

image Alle zwei Jahre findet in der Vulkaneifel das Kriminalfestival und der Fachkongress “Tatort Eifel” statt, der für alle Kriminalschaffenden aus Film, Fernsehen und Literatur ein Muss ist. Neben den Workshops und Veranstaltungen mit der Vergabe des ROLAND als Höhepunkt ist der Kurzkrimiwettbewerb und die Veröffentlichung der prämierten Gewinner in einer Krimianthologie “Tatort Eifel” des KBV-Verlages ein weiterer Höhepunkt. Während alle anderen Höhepunkte nur in Notizen, Videos und Fotos festgehalten werden, kann man das Buch mit den amüsanten und spannenden Kurzkrimis auch noch Jahre später genüsslich konsumieren. Ein großer Teil der AutorInnen hat bereits Krimis beim Hillesheimer Krimiverlag veröffentlicht und wird vielen bekannt sein. Andere Teilnehmer des Kurzgeschichtenwettbewerbs, deren Geschichte lesenswert und veröffentlichungsreif waren, werden sicherlich demnächst in diesem Genre bekannt werden.

Zu den drei Preisträgern des Wettbewerbs, dessen Grundprinzip ist, dass alle Geschichten in der Eifel spielen müssen, gehören Melanie Raabe mit ihrer ultrakurzen Geschichte “Die: Zahnfee”. In ungewöhnlicher Weise wird hier die Geschichte eines Mordes und wie es dazu gekommen ist auf knapp drei Seiten in vier Kapiteln erzählt. Zu Recht hab es für dieses spannende und gelungene Experiment den ersten Preis. Kurz dahinter folgen dann Malte Landsberger mit seiner “Ortsrandlage” und Wolfgang Quest mit “Die Doppelfalle”. Im Tagebuchstil wird extrem humorvoll erzählt, wie jemand den Geräuschen in seinem neuen Wochenenddomizil in Ortsrandlage, die ihn und seine Frau nicht schlafen lassen, nachgeht. In klassischer Krimimanier mit richtiger Irreführung und überraschendem Ende lässt Quest einen Regieassistenten die Ermordung des Regisseurs planen, doch dann läuft alles anders.

Neben den drei Preisträgern des Wettbewerbs kommen aber viele weitere Wettbewerbsteilnehmer in dieser Anthologie zu Wort. So erzählt die Eifel-Queen of crime Carola Clasen “Schritt für Schritt” von einem Ehemann, der sich so sehr um seine Lauftrainerin bemüht. Männer: es kommen harte Zeiten auf Euch zu! Der Krimi-Cop Klaus Stickelbroeck bringt einen Mord mit “Scharfer Kante” ins Gespräch. Am liebsten aber mordet Tanja Kruse. So makaber schon der Titel ihrer Geschichte ist (“Das fröhliche Meisburger Massenschlachten”), so makaber erzählt sie vom Massenmord in der Eifel, denn kaum ein Ort in der Eifel wird verschont. Überall wird eine oder mehrere Leichen gefunden. Diese amüsante Szenerie kann nur augenzwinkernd durchgehalten werden. Marta und Jürgen Alberts übten sich in Sachen “ Seitensprung im Krimihotel” und bringen es zu einem unterhaltsamen Porträt des Hillesheimer Mottohotels. Aquarienfreunde gibt es wie Sand am Meer, spleenig sind sie meist zudem, aber wenn man einen unheimlichen kennenlernen möchte, dann führt kein Weg an “Jonas” von Paul Pfeffer vorbei. Der Altmeister des Eifelkrimis, Jacques Berndorf, hält es für bemerkenswert, was so alles in “Einer guten Stunde” in der Eifel passiert. Mit rasantem Erzähltempo und kurzen Schnitten wird in Daun ein Mädel entführt. Entführt wird in der Eifel viel! Allerdings haben es die beiden trotteligen Entführer bei Stephan Everling in “Tot überm Gartenzaun” etwas schwer, sich mit ihrer Geisel zu verbergen. Die Protagonistin von Elke Pistor wollte eigentlich nur “Sein Bestes”. Doch unverhofft kommt oft. Die Lieblingsfernsehsendung des Krimiautors Carsten Sebastian Henn ist unverkennbar: “Bauer sucht Traumfrau”. Noch dazu, wenn die Moderatorin Tinka Brause nicht gerade den optimalen Kandidaten für ihre Dokusoap gefunden hat. In der Geschichte “Es fährt ein Zug nach Gerolstein” gibt der Herausgeber dieser Anthologie, Ralf Kramp, einen kurzen, satirischen Abriss der wichtigsten Lebensstationen des Schlagerstars Rico Diamond. Doch so geht es nicht mehr weiter. Brigitte Glaser dann lässt zum “Buuredanz” aufspielen und lässt den Leser über die ungewöhnliche Fracht im Kofferraum des Autos eines Alleinunterhalters auf Eifeler Familenfesten staunen. Andrea Revers hat sehr “Schlechte Gewohnheiten”: Sie monologisiert mit dem Leser und zieht dabei eine unauslöschliche Blutspur hinter sich her. Guido M. Breuer spielt den “Dauntown Blues” mit Totschlag, bei dem den Lesern die Musik von Miles Davis und John Coltrane nicht aus den Ohren geht. Die ungewöhnliche Botschaft einer unscheinbaren Frau an eine Anwältin lässt die Autorin Martina Kempf nur zu einem Schluss kommen: “Meerfeld sehen und sterben”. Uwe Voehl setzt in “Der letzte Tango in Michelbach” eine Ehefrau mit einem Knäuel Wolle auf die Terasse. Die “Magische Eifel” führt oft nicht nur in dieser Geschichte von Lothar Wirtz zu einer Diskussion von Umwelt- und Naturschutz im Verhältnis zur Tourismuswirtschaft. Für Erika Kroell ist alles “Eine Frage des guten Tons”. Besonders, wenn zwei Hamburger mit süddeutschem Dialekt auf einem lustigen Töpferkurs mit einem tötlich glücklichen Ausgang anzutreffen sind. Gabriele Keiser lässt in “Der Tote im Wasserfall” das Verschwinden eines desertierten Soldaten des Zweiten Weltkrieges auflösen. “Mit Pauken und Trompeten” lässt Rudi Jagusch Ocean´s Eleven in einem Dauner Musikalienladen ablaufen.

Alles in allem ein äußerst kurzweiliges Bändchen mit den unterschiedlichsten Kriminalgeschichte, die mal spannend, mal lustig, mal klassisch, mal lehrreich sind. Sie lassen sich extrem gut zwischendurch lesen und passen in jede Jackentasche.

 

Kramp, Ralf (Hg.)
Tatort Eifel 3
KBV-Verlag, Hillesheim
ISBN 978-3-942446-20-4

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Montag, 17. Oktober 2011

Petra M. Jansen - Dark Poetry Gedichtbände - verschiedene ...


Petra M. Jansen bezeichnet ihre Lyrik oder Poesie selbst als „Dark Poetry“. Sie beschreibt ihre Gedichte und Essays als sinnlich und besinnlich. Als herausfordernde Poesie, die das Leben, die Lieben und die (Leiden)schaften zeigen, wie sie wirklich sind; als magisch und dunkel. Sie verspricht einen wörtlichen Hauch von Magie und Zauber, der Dunkelheit der Psyche und der Phantasie..

Beginne ich mal damit, dass ich von mir sagen kann, Gedichte sehr wohl zu mögen und auch ab und an gerne zu lesen, mich aber nicht als Fan der Poesie oder Lyrik bezeichnen kann, ich selber auch schon einige Gedichte geschrieben habe, aber dennoch würde ich nicht auf die Idee kommen, mir einen Gedichtband zu kaufen.

Die Beschreibung der Autorin selbst über ihre Arbeit machte mich allerdings doch neugierig. Denn dunkles, magisches, erotisches und geheimnisvolles lese ich doch sehr gerne.


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Erschienen als
Softcover
bei epubli
56 Seiten
Preis: 12,80 €
ISBN: 978-3-8442-0367-7


© Buchwelten 2011

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche von Alina Bronsky


Der zweite Roman von Alina Bronsky erzählt die Geschichte der schönen gebürtigen Tartarin Rosalinda, die mit Mitte vierzig eher unfreiwillig zur Großmutter wird. Rosalinda lebt gemeinsam mit Ihrem Ehemann Kalganow und Ihrer Tochter Sulfia in einer 3-Zimmer Wohnung im Russland der 70er Jahre. Ein Zimmer ist untervermietet, den Luxus dieser Wohnung können sie sich nur leisten, weil Kalganow Vorsitzender der Gewerkschaft ist. Irgendeinen Vorteil muss dieser Ehemann haben, denkt sich Rosalinda.
Rosalinda ist eine tartarische Schönheit. Schwarzes gepflegtes Haar, dunkle mandelförmige Augen, eine gute Figur. Stets ist sie gut gekleidet und ungeschminkt geht sie nicht einmal in ihre Küche. Ihre Tochter Sulfia findet sie eher enttäuschend. Sie ist hässlich, mickrig, naiv und Rosalinda kann sich eigentlich nicht erklären, wie sie an diese Tochter gekommen ist.

Sulfia ist 17 Jahre alt, als sie schwanger wird. Wie das passiert sein soll, können sich weder Mutter noch Tochter erklären. Rosalinda kann sich nicht vorstellen, dass irgendein Mann ihre Tochter überhaupt freiwillig anfasst und Sulfia kann es sich nur erklären im Traum schwanger geworden zu sein. Ähnlich wie die unbefleckte Empfängnis der heiligen Jungfrau Maria.

Rosalinda versucht alles in ihrer Macht stehende, dieses Kind abzutreiben. Aber alle ihrer Hausmittelchen und heisse Bäder nutzen nichts. Sie lässt ihre Mitbewohnerin eine Abtreibung vornehmen, dies misslingt ebenso. So wird Sulfia mit 17 Mutter und Rosalinda mit Mitte 40 Großmama. Sie sieht sich gar nicht für diese Rolle gemacht, schon gar nicht so jung wie sie ist aber dann erblickt sie das erste Mal ihre Enkeltochter und sie schmilzt in der ersten Sekunde vor Liebe dahin. Sie entdeckt Gefühle für dieses Neugeborene, die sie für ihr eigenes Kind nie empfunden hat.
Vielleicht liegt es daran, dass dieses kleine Mädchen ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist? Eine kleine Rosalinda, die von ihrer Großmutter den schönen tartarischen Namen Aminat erhält. Vom Moment ihrer Geburt beginnt Rosalinda darum zu kämpfen, dass Aminat ein gutes Leben hat, in ordentlichen Verhältnissen aufwachsen soll und ihre alle Türen in ihrem Leben offen stehen.

Doch wie sieht das die leibliche Mutter Sulfia, ist sie der gleichen Ansicht wie Rosalinda oder hat diese eventuell ihre eigenen Vorstellungen der Zukunft ihrer Tochter?


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
imVerlag
Kiepenheuer & Witsch
320 Seiten
Preis: 18,95 €
ISBN: 978-3-462-04235-1


© Buchwelten 2011

Montag, 10. Oktober 2011

Die Verschwundenen von Marko Kilpi


Olli Repo arbeitet als Streifenpolizist/Ausbildungsbetreuer und betreut junge Polizeianwärter. Er selber ist als ehemaliger Werbefachmann spät zur Polizei gekommen und geht voll in diesem Beruf auf. Der Streifendienst genügt ihm vollends, er hat nicht die Ambitionen ins Kriminalkommisariat aufzusteigen. Der direkte Umgang mit den Menschen in akuten, oft extremen Situationen, das Wissen zu helfen und Gutes zu tun, füllen ihn voll aus.
Dies hat leider schlechte Auswirkungen auf seine Ehe, diese scheint zu zerbrechen. Seine Frau trennt sich von ihm, sie sagt, Olli ziehe sich immer mehr in sich selber zurück und sei nicht fähig zu lieben.

Mit seinem derzeitigen Anwärter und Streifenbegleiter Heikki hat Olli ein schweres Los gezogen. Heikki ist sehr gewaltbereit und scheint nur bei der Polizei arbeiten zu wollen um dies ausnutzen zu können. Als sie in einer Garage einen Sexualstraftäter stellen, der auf abartigste Weise Teenager bei seinem Lustgewinn zusehen lässt, schlägt und tritt Heikki den Täter zusammen, was natürlich Folgen hat.

Dann verschwindet in etwa zur gleichen Zeit der B-Promi Sami spurlos aus der elterlichen Ferienhütte. Sami hat nach seinem vorzeitigen Rauswurf aus dem Big Brother Container dort mit seinem Bruder feiern wollen. Als er kurz die Hütte verlässt um sich zu erleichtern, kehrt er nicht zurück. Er ist spurlos veschwunden. Betrunken ist er nicht, Drogen hat er ebenfalls keine genommen, was ist geschehen … ?


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im
grafit – Verlag
335 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-89425-666-1


© Buchwelten 2011

Freitag, 7. Oktober 2011

Jussi Adler-Olsen: Erlösung

image Zugegeben, zunächst hatte ich Schwierigkeiten, in den Stoff einzusteigen. War mir anfangs etwas zu lahm. Das dritte Buch dieses Autors ist mein erstes. Ich kannte die Figuren noch nicht und musste mich zunächst an die bunt zusammengesetzte Mannschaft, bestehend aus dem Chef Carl Mørck, dem Assistenten Assad aus Syrien und der Hardcore-Punkerin Rose, gewöhnen. Der stets grantelnde Mørck macht es einem nicht leicht. Doch dann wurde es immer fesselnder.

In Schottland wurde von Jahren eine Flaschenpost gefunden. Nach Strömungslage konnte sie nur aus Dänemark kommen. Doch dann wird die Flasche noch auf dem Fensterbrett bei der Polizei vergessen, bis sie einige Jahre später jemandem auffällt. Da stellt man fest, dass der Brief in der Flaschenpost mit Blut geschrieben wurde. Nun wird das Fundstück an die Kopenhagener Polizei weitergeleitet. Es ist ein Fall für das Sonderdezernat Q von Carl Mørck.

Das fesselnde an diesem Buch sind die zeitlich nicht genau parallel laufenden Erzählperspektiven aus verschiedenen Ansichten. So gibt es den Strang um die Polizeiermittlungen, den Strang aus der Sicht des Serientäters, den Strang aus der Sicht der Ehefrau des Serientäters. Das Schicksal des Mörders, der in einer extrem-religiösen Familie aufgewachsen ist, wird dabei so präzise geschildert, dass man geneigt ist, Mitleid mit ihm zu haben und zu verstehen, warum er die Kinder religiöser Familien entführt und umbringt. Infolge der Asynchronität der parallelen Handlungen wird der Leser in die Lage versetzt, bereits zu wissen, was demnächst geschieht. Er ist den handelnden Figuren immer einen Schritt voraus, wird aber auch über das Geschehen in den Handlungssprüngen aufgeklärt, falls es welche gab. So beginnt eine rasante Jagd auf einen perfiden Serienmörder, der so ganz nebenbei noch seine Ehefrau aus dem Weg räumt.

Bei all dem stressigen Ermitteln lässt Adler-Olsen den Humor nicht außen vor. Im Gegenteil, die Dialoge zwischen Carl und seinen Kollegen weisen sich als höchst humorvoll und satirisch aus. Assad, der aufgeweckte Assistent erweist sich als cleverer Gesprächspartner und ermittelt mit hervorragenden Ergebnissen, obwohl er kein Polizist ist. Den “Profis” in den oberen Etagen, denn das Sonderdezernat Q hat seine Räume im Keller des Polizeipräsidiums, kann er beweisen, wer ein ebenbürtiger Ermittler ist. Selbst Rose birgt so ihre eigenen Geheimnisse. Und wenn der Chef gar mit der Polizeipsychologin turtelt, bekommt die Szenerie etwas vom “letzten Bullen”

Wenn gerne mit süffisantem Humor und einer gehörigen Portion Thrill ins Bett geht, der kommt um dieses Buch nicht herum.

Adler-Olsen, Jussi
Erlösung
Dtv , München
ISBN 978-3423248525

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Mittwoch, 5. Oktober 2011

"Du stirbst zuerst" von Dan Wells


Michael Shipman, 20 Jahre alt, erwacht in einem Krankenhaus und ihm fehlen in seiner Erinnerung zwei Wochen. Aber an eines kann er sich erinnern: er ist auf der Flucht. Er flieht vor gesichtslosen Menschen, die ihn beobachten, verfolgen.
Michael hat außerdem eine extreme Angst vor elektrischen und elektronischen Geräten. Seien es Fernseher, Handys oder Computer. Alle diese Dinge schrecken ihn ab, er kann ihnen nicht zu nahe kommen. Er sagt, die „Gesichtslosen“ benutzen diese Geräte um ihn zu überwachen, kontrollieren und zu „orten“ und wenn er diesen Gegenständen zu nahe kommt, verursachen sie ausserdem plötzliche, stark auftretende Kopfschmerzen.

Als er im Krankenhaus diese Dinge anspricht und dann auch noch handgreiflich wird, weil er unbedingt das Krankenhaus verlassen will geschieht das Unausweichliche. Die Ärzte erklären Michael Shipman für verrückt und er wird in die psychiatrische Klinik Powell eingewiesen. Dort wird er unter starke Medikamente gestellt, die ihn von der gestellten Diagnose heilen sollen: Schizophrenie.

Doch für Michael sind diese Männer und Frauen ohne Gesichter real, sie tauchen sogar in der Klinik auf. Wie soll er die Ärzte überzeugen, dass er Recht hat mit seiner Verschwörungstheorie?


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Erschienen als
broschierte Ausgabe
im Rough Cut bei
PIPER Fantasy
448 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-4922-6858-5

Dienstag, 4. Oktober 2011

Gegen die Welt von Jan Brandt


„Gegen die Welt“ erzählt die Geschichte von Daniel Kuper, der in der kleinen Ortschaft Jericho in Ostfriesland aufwächst. Daniel (Sohn des nicht wenig einflussreichen Drogisten Hard Kuper) gilt schon immer als seltsames Kind, mit einer extremen Fantasie.
Als im Dorf seltsame Dinge geschehen, werden sie zum grossen Teil Daniel zugeschrieben. Da gibt es beispielsweise Schneefall im Spätsommer oder einen plötzlich auftauchenden Kornkreis im Maisfeld. Als Daniel dort schwer verletzt wird, sollen ihn angeblich Außerirdische entführt, untersucht und wieder abgesetzt haben.
Dann werden die Häuserfassaden des Dorfes mit Hakenkreuzen verunstaltet und als Daniel diese entfernen will, weil er sie einfach unmöglich findet, wird er erwischt und auch dies wird ihm in die Schuhe geschoben.
Ist es Daniel möglich unter diesen Voraussetzungen eine normale Kindheit und Jugend zu verbringen? Daniel versucht sein Bestes um normale Freunde zu haben und später ein einfacher, stinknormaler Teenager zu sein. Ob das gelingt …


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
mit Leseband im
Dumont Buchverlag
928 Seiten
Preis: 22,99 €
ISBN: 978-3-8321-8566-4

© Buchwelten 2011