Freitag, 29. Juli 2011

Die Farm von John Grisham


Amerika in den 50er Jahren. Luke Chandler ist sieben Jahre alt und lebt gemeinsam mit seinen Eltern, seinem Großvater „Pappy“ und seiner Großmutter „Gran“ auf einer Farm etwas ausserhalb des Ortes Oak Ville auf einer Farm. Sie sind Baumwollzüchter und verbingen ihr Leben genügsam und vollkommen auf die Saat und Ernte der Baumwolle abgestimmt. Sie ist ihr Lebensinhalt und auch der kleine Luke ist voll in den Alltag auf der Farm eingebunden. Er ist Einzelkind und sein Onkel Ricky, der für ihn den Status des großen Bruders übernommen hat, kämpft gerade im Korea Krieg.

Lukes grösste Leidenschaft ist Baseball und er ist sicher, eines Tages ein bekannter Star zu werden. Vor dem Haus hat er ein eigenes Baseballfeld, auf dem er jede freie Minute nutzt um Bälle zu werfen und zu fangen. Doch diesen Sommer wird ihm dummerweise das Feld „genommen“. Wie jedes Jahr zur Erntezeit werden für einige Wochen Hilfsarbeiter auf der Farm leben. Da sind zum einen die Mexikaner, die in der Scheune leben und zum anderen wird die Familie Spruill aus den Bergen angeheuert. Und eben diese Familie schlägt ihr Lager nicht wie angeordnet neben dem Silo auf, sondern genau auf Lukes Spielfeld.

Die Erntezeit beginnt und die meiste Zeit verbringt Luke mit seiner Familie und den Fremdarbeitern in der sengenden Hitze und pflückt Baumwolle. Doch Samstags mittags gehts in die Stadt, die Kinder dürfen ins Kino einen Film sehen, die Erwachsenen erledigen ihre Einkäufe und unterhalten sich.
Eine Schlägerei kommt in Gang und als Hank, der böse, große Sohn der Familie Spruill mitmischt und einen Jungen umbringt, als der Kampf schon längst vorbei ist, wird Luke Zeuge. Dies sagt er aber nicht laut, denn er hat furchtbare Angst vor Hank und somit behält er es für sich. Dies ist das erste von mehreren Geheimnissen, die einen siebenjährigen schon auf die Probe stellen und fordern….


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
bei Heyne
22,00 €
ISBN: 978-3-453-86478-8


© Buchwelten 2011


Mittwoch, 27. Juli 2011

Der Zementgarten von Ian McEwan


Jack lebt gemeinsam mit seinen Eltern und seinen Geschwistern in einem großen Haus in mitten einer Abbruchsiedlung. Ihr Haus ist zwischen Ruinen mit das einzige, dass noch steht. Die übrigen wurden für eine Autobahn – die nie gebaut wurde – abgerissen.
Jacks Vater stirbt an einem Herzinfarkt, während er gemeinsam mit Jack einen Zementweg vom Haus in Richtung Garten verlegt.

Kurz darauf wird die Mutter der vier Kinder krank. Anfangs kommt sie ihren täglichen Aufgaben noch nach und kann sich wenigstens ein wenig um die Kinder kümmern. Zuletzt ist sie bettlägerig und der Alltag der Familie spielt sich in ihrem Schlafzimmer ab.
Die Kinder schleppen sämtliche Möbel dort hin um ihrer Mutter Gesellschaft leisten zu können. Den Haushalt übernehmen sie schon selber und die älteste Tochter – Julie – hat mehr oder weniger die Führung der Familie inne.

Als die Mutter eines Morgens tot in ihrem Bett liegt, überlegen Jack und seine grosse Schwester, was sie tun soll. Wenn sie den Tod der Mutter melden, dann würden die Geschwister auseinander gerissen und in Pflegefamilien untergebracht. Das möchten sie nicht, vorallem um den kleinsten Tom haben sie Angst.
Also entschliessen sie sich, den Zement, der ja noch zu Unmengen im Keller liegt, zu verwenden um die Leiche der Mutter zu beseitigen.

Sie zementieren sie in eine grosse Armeekiste im Keller ein und hoffen, dass keiner etwas merkt und sie unter sich ihr Leben leben können. Ob das mal gutgeht???


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Erschienen als
Taschenbuch im
Diogenes Verlag
Preis: 8,90 €
ISBN: 978-3-257-20648-7


© Buchwelten 2011

Montag, 25. Juli 2011

MR. SHIVERS von Robert Jackson Bennet


Mr. Shivers erzählt den Weg von Michael Connely durch das verödende Land Amerikas auf der Suche nach dem Mörder seiner Tochter Molly. Er will seine Tochter rächen, will den Mann, der ihm das wichtigste in seinem Leben genommen hat, tot sehen.

Dafür nimmt er einen wahrlich schweren Weg auf sich. Er zieht als Landstreicher (Hobos werden sie genannt) in Richtung Westen. Teilweise springt er auf Züge auf und fährt gemeinsam mit den vielen Wanderarbeitern ein Stück mit. Große Teile des Weges muss er zu Fuss gehen.
Das Land hat es schwer in diesen Tagen, eine andauernde Dürre lässt es vertrocknen und so verlassen Unmengen an Menschen ihre Städte und Orte um in einem anderen Teil des Landes Arbeit zu suchen. Connelly trifft auf seiner Reise eine Gruppe Männer, die ebenso Mr. Shivers verfolgen. Auch ihnen hat der Narbenmann mit dem grauen, geflickten Mantel einen lieben Menschen genommen.
Obwohl Connelly ein stiller und in sich gekehrter Mann ist, schließt er mit ihnen eine Freundschaft und sie gehen den weiteren Weg gemeinsam. Immer wieder fragen sie die Leute in den Lagern der Landstreicher oder den fast verlassenen Städten nach Mr. Shivers, gesehen haben ihr viele, aber sie alle scheinen Angst zu haben und sehr ungerne über ihn zu sprechen, diesen Mann mit dem vernarbten Gesicht, dass ihn erscheinen lässt, wie einen grinsenden Clown. Aber Connelly gibt nicht auf, er will ihn finden und er will ihn töten ….


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Erschienen als
Taschenbuch im „ROUGH CUT
bei PIPER
12,95 €
ISBN: 978-3-492-26753-3

© Buchwelten 2011

Freitag, 22. Juli 2011

Noah Gordon: Der Katalane

image Katalonien im 19. Jahrhundert. Die Lebensverhältnisse sind schwer. Viele Bauern bauen Wein an, aber dessen Qualität reicht gerade mal, um daraus Essig zu machen. Josep ist nicht erster Sohn in der Familie und hat deshalb kein Anrecht auf den Hof. Wie auch in anderen Familien üblich, muss er frühzeitig sehen, wie und womit er seinen Lebensunterhalt verdient. Er lässt sich auf Anraten seines Vaters und dessen Freundes von der Armee anheuern und denkt, damit gut bedient zu sein. Doch die politischen Verhältnisse stehen nicht gerade zum Besten. Josep flieht und findet im Languedoc bei einem französischen Winzer Unterkunft, Arbeit und schließlich Ausbildung. Mehrere Jahre verbringt er dort, um schließlich in seine spanische Heimat zurückzukehren. Seinem älteren Bruder kauft er den Hof ab und beginnt, ihn zu bewirtschaften. Dabei geht ihm der Rat seines französischen Lehrmeisters nicht aus dem Kopf: er solle solchen Wein produzieren, den man auch trinken kann und nicht zu billigen Essig machen muss. So bemüht er sich und durchlebt viele Höhen und Tiefen.

Der amerikanische Schriftsteller Noah Gordon hat sich einer historisch authentischen Kulisse bedient, um den Lesern eine andere Art des American Way of Live vorzulegen. Er ermutigt zum Kampf im Leben, nicht aufzugeben, seine Ziele stetig zu verfolgen. Was eignet sich besser, als solch ein Thema in einen Entwicklungsroman zu stecken. Darüberhinaus ist ihm eine packende Geschichte gelungen, die den Leser fesselt. Interessant und lehrreich sind die vielen Hinweise und Tipps, die etwas über die Weinherstellung erzählen. Katalanische Wörter in ihrer Sprache zu belassen und anhand eines angehängten Glossars zu erklären, ist eine sehr gute Methode, den Lesefluss nicht gewaltsam zu unterbrechen und den Leser auf so manche regionale Besonderheit hinzuweisen. Schön, dass diese Methode auch vom Übersetzer Klaus Berr so übernommen wurde.

Ein spannender, historischer Roman, der nicht den Mainstream bedient, dafür aber jedem interessierten Leser im Gedächtnis bleiben wird.

Gordon, Noah
Der Katalane
Heyne Verlag, München
ISBN 978-3453470910

 

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Mittwoch, 20. Juli 2011

Der Buchhändler von Matt Cohen


Die Geschichte erzählt von Paul Stevens, einem Buchverkäufer, der in jungen Jahren seine Leidenschaft für die Werke von Charles Dickens und Flaubert entdeckte.
Wir begleiten Paul ab seiner Kindheit, die man als chaotisch beschreiben kann. Die Mutter hat seinen Vater, seinen älteren Bruder Henry und den kleinen Paul verlassen, um mit einem neuen Mann völlig neu anzufangen. Der Vater kommt über diesen Verlust nicht hinweg, trinkt und erleidet schließlich am Tresen seines Juweliergeschäftes einen Herzinfarkt.
Als junger Mann findet Paul die Anstellung in einem Buchladen, die sein Leben völlig verändern und auf den Kopf stellen wird. Dort trifft er auch auf Judith. Die schöne, verführerische junge Frau beginnt ebenfalls im Buchladen zu arbeiten und es entsteht eine Affäre, die Paul völlig einnimmt.

Paul, der sich auch als Erwachsener nicht von seinem großen Bruder loslösen kann, stellt auf einmal fest, dass dieser in der Unterwelt von Toronto in seltsame Geschäfte verwickelt ist, die Henry in große Gefahr bringen. Wie kann Paul ihm da nur raushelfen….

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Als erstes mal vorneweg: die Übersetzung des Originaltitels des Buches ist schlecht gewählt. Paul Stevens ist kein Buchhändler, sondern Buchverkäufer, ein Angestellter in einem Buchladen. Der Buchhändler ist eine eigene, nicht unwichtige Figur in diesem Roman. „The Bookseller“ heisst der Titel im kanadischen. Manchmal sollte man vielleicht einfach den Originaltitel beibehalten, anstatt eine schlechte, unpassende oder sogar falsche Übersetzung zu liefern.


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Erschienen als gebundene Ausgabe
im btb Verlag
ISBN: 978-3442 750030


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Dienstag, 19. Juli 2011

FLUGANGST von Klaus Brabänder


Während unser (Deutsch)land in einer schweren Energiekrise steckt – die Energie- und Spritkosten steigen ins Unermessliche – und die Haltung unserer Regierung als ignorant bezeichnet werden kann, begeben sich drei Personen an Bord des Fluges 1202 der KLM Airline ab München:

Der Student Kevin Stattler, dunkelhäutig, erhielt ein Stipendium in Kenia, wo er das Verhalten von Elefanten vor Ort untersuchen darf. Er ist voller Tatendrang, aufgeregt und glücklich sich endlich auf die Reise dorthin zu begeben.
Der alternde Demonstrant und in der radikalen, linken Szene engarierte arbeitslose Sozialarbeiter Rigobert Steiner, der den Machenschaften der Regierung mit einem eigens gut geplanten Coup gehörig eins auswischen will und sich Gehör zu verschaffen erhofft und zu guter Letzt ein Mitstreiter der somalischen Mafia, der extra für diesen Einsatz ausgebildet wurde und die Maschine in seine Gewalt bringen soll, um die Freilassung somalischer Piraten zu erpressen.

Diese drei Personen, mit unterschiedlichen Absichten befinden sich an Bord der Maschine und die Ereignisse beginnen relativ schnell sich zu überschlagen …


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Erschienen als Taschenbuch
im Verlag Edition Oberkassel
für 12,99 €
ISBN: 978-3-9813905-9-9


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Sonntag, 17. Juli 2011

TANNÖD von Andrea Maria Schenkel


Die Familie Danner, Bewohner des Hofes Tannöd im tiefen Bayern,werden erschlagen aufgefunden. Der Alte und seine Frau, die Tochter und die beiden Enkelkinder Marianne und Josef. Josef war gerade mal 2 Jahre alt. Ebenso tot aufgefunden wird die neue Magd des Hofes, die gerade erst dort angefangen hatte zu arbeiten.

Die Danners waren in dem kleinen Ort nicht beliebt, sie galten als eigenbrötlerisch, bauernschlau und geizig. So wirklich warm wurde niemand mit ihnen. Einzig die Tochter und die beiden Kinder wurden annähernd gemocht . Doch warum sie ermordet wurden kann sich keiner erklären, wer aus dem Ort sollte solch eine grausame Tat begehen?

Ein dünnes Buch, gerade mal 125 Seiten umfasst es, aber es hat mir zwei Stunden absolutes Lesevergnügen und Spannung geboten. Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit. Im Jahr 1922 hat sich im Ort Hinterkaifeck auf einem Hof der Sechsfachmord ereignet, der bis heute nicht aufgeklärt wurde....


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Erschienen als Taschenbuch
im Verlag Edition Nautilus
für 12,90 €
ISBN: 978-3-89401-479-7


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