Freitag, 16. Dezember 2011

Angeklagt von Robert Glinski





Robert Glinksi ist Richter und Mitglied in der Strafkammer für Schwurgerichtsfälle. Diesen Job führt er bereits seit 10 Jahren aus, dabei ist er gerade mal 39 Jahre alt. Er hat diese Stelle also mit Ende 20 angetreten und eigentlich wird unter Kollegen gesprochen, dass man diesen Job nicht mehrere Jahre ausüben kann, ohne darunter zu leiden.
Ständig mit schwersten Verbrechen, grausamen Ermittlungsakten und den extremsten menschlichen Abgründen konfrontiert zu werden, ist wohl auf Dauer für viele Richter seelisch nicht leicht zu ertragen.
Robert Glinski ist nach wie vor dabei und er sagt im Vorwort, dass diese Arbeit ihn nicht zerstört, sondern im Gegenteil seinen Horizont erweitert hat. Für ihn war es interessant, in die Menschen zu blicken, es zumindest zu versuchen. Herauszufinden warum ein Mensch, der sein bisherigen Leben lang ein unbescholtener Bürger war, urplötzlich ausflippt und einen Mord begeht.
Der Autor schreibt, jeder Mensch hat eine dunkle Seite und manchmal passiert es, dass sie überhand nimmt. Für ihn waren bis zum Antritt dieser Stelle alle Mörder und schweren Verbrecher kaltblütig, brutal, psychopathisch und durchgeknallt.
Nach einer gewissen Berufserfahrung hat er in Angeklagt zehn brisante Fälle/Verfahren zusammengestellt, die versuchen hinter die Kulissen zu schauen. Er versucht herauszufinden warum die Angeklagten die Taten begangen haben …


Erschienen als
Taschenbuch bei
ullstein
256Seiten
Preis: € 8,99 €
ISBN:  978-3-548-37417-8

© Buchwelten 2011

Dienstag, 13. Dezember 2011

Lea Korte: Die Maurin

image Exotisch, orientalisch, bezaubernd, temperamentvoll, spannend, zärtlich – das sind nur einige Attribute, mit denen man diesen historischen Roman von Lea Korte und/ oder seine Protagonistinnen beschreiben kann. Im Andalusien des 15. Jahrhunderts herrschen erbitterte Kämpfe zwischen den Muslimen und Christen, die nicht spurlos am Leben der Maurin Zahra vorbei gehen. Sie ist Hofdame und Vertraute der Hauptfrau des mächtigen Emirs, ihre Familie gehört zum engeren Kreis der Herrschersfamilie. Die junge Zahra gerät dabei zwischen die Fronten in ein barbarisches Spiel aus Intrigen und Machtkämpfen. Ihre Liebe zu dem christlichen Kastilier Gonzalo bringt sie schließlich in tödliche Gefahr. Aber nicht nur diese Liebe, sondern auch der Umstand, dass sie selbst zu einem Viertel von einer Christin abstammt, sorgt für Ungemach. Ihre Halbgeschwister werden zu erbitterten Feinden der eigenen Familie.
Der 650 Seiten starke Wälzer zeigt ein etwas anderes Mittelalter, als man ansonsten von vielen historischen Roman gewohnt ist. Die orientalische Note auf der iberischen Halbinsel, die über acht Jahrhunderte von dem maurischen Volk beherrscht wurde, lässt beim Lesen scheinbar sanfte orientalische Klänge im Ohr säuseln und an die Märchen von 1001 Nacht denken.
Lea Korte hat die fiktive Handlung geschickt mit den historischen Fakten verbunden. Ihre bildhafte Beschreibung erinnert an die blumenreiche Erzählweise der Orientalen und lässt Bilder aus 1001 Nacht im Kopf entstehen. Über die Handlung hinaus sind die ergänzenden Anmerkungen am Ende des Romans eine sehr gute Hilfe beim Verständnis der historischen Zusammenhänge. So fehlt ein Glossar ebenso wenig wie ein Literaturverzeichnis mit weiterführenden Quellen. Eine Zeitleiste und die beiden Stammbäume der maurischen und der christlichen Herrscherfamilien der damaligen Zeit hilft der Orientierung des Lesers.
„Die Maurin“ ist ein exotisch, faszinierender Roman, der das europäische Mittelalter der iberischen Halbinsel in den Mittelpunkt stellt. Er ist Abenteuer- und Liebesroman zugleich, bei dem Arglist und Treue ausgewogen miteinander spielen. Man darf auf weitere Romane dieser Art von Lea Korte gespannt sein.
Korte, Lea
Die Maurin
Knaur Tb, München
ISBN 978-3426502303

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Freitag, 9. Dezember 2011

Das rote Licht des Mondes von Silvia Kaffke


Der historische Roman spielt in Ruhrort im Jahre 1854. Ist Ruhrort heute „nur“ noch ein Stadtteil der Stadt Duisburg, war es damals eine wichtige, eigenständige und stetig anwachsende Stadt. Sie war mit ihrer Lage direkt am Rhein und dem damals schon sehr modernen und geschäftigen Hafen ein wichtiger Umschlagplatz und industrieller Standort, der Menschen aus verschiedenen Bereichen und Ländern angezogen hat.


Lina Kaufmeister ist eine wunderschöne Frau von Anfang 30 und Tochter aus wohlhabendem Hause. Sie lebt gemeinsam mit Ihrer Familie im geräumigen Wohnhaus auf der Carlstrasse. Ihre Schwestern sind beide verheiratet und haben Kinder. Mina, ihre Zwillingsschwester, lebt mit Mann und Kind in Brüssel. Lina hat einen Makel. Durch eine Krankheit in ihrer Kindheit hat sie eine steife Hüfte zurückbehalten und hinkt. Da hilft auch ihr schönes Gesicht nicht, solch eine Frau will keiner heiraten.

Daher lebt Lina nach wie vor im elterlichen Haus, wo sie den Haushalt führt, die Kleider für die gesamte Familie näht und ändert und sich hingebungsvoll um den an der „Schüttelkrankheit“ leidenden Vater kümmert.

Die Vormundschaft für Lina hat ihr älterer Bruder Georg inne. Er ist ein sehr jähzorniger Mann, der mit einer Holländerin verheirat ist, die zu faul ist den Haushalt zu leiten. Lina ist sicher, ihr Bruder will sie nur weiterhin im Hause haben, damit sie seiner Frau die lästigen Pflichten abnimmt und um sie als billigste Arbeitskraft auszunutzen.

Als sie eines Abends von einem Besuch bei ihrer Freundin kommt, stößt sie durch Zufall auf die grausam zugerichteten Leichen zweier Kinder. Beiden wurde der Brustkorb aufgebrochen und die Herzen aus dem Leibe gerissen. Der älteren wurde außerdem der Unterleib aufgeschnitten und das ungeborene Kind aus dem Körper entfernt. Lina ist natürlich entsetzt aber andererseits hat die ihr angeborene Neugierde sie gepackt und sie will wissen, was hinter diesen Morden steckt.

Sie lernt den ermittelnden Commisar Borghoff kennen und dieser ist von der schlagfertigen, frischen, gerissenen Art dieser Frau angetan. Sie ist für ihn so absolut untypisch für die Frauen dieser Zeit und er bespricht sich in diesen Ermittlungen immer wieder mit Lina und hofft sogar auf ihren Rat oder Denkanstösse.


Als erneut Morde nach dem gleichen Muster geschehen ist Lina sicher, dass es in Ruhrort eine Verschwörung des Bösen gibt. Doch wer oder was soll das sein? Und was ist der Grund für solch grausame Morde? Lina lässt nicht locker und als sich ihr Leben dann in extremster Weise ändert, bringt sie sich zu ihren bisherigen Problemen auch noch in große Gefahr …


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Erschienen als
Taschenbuch bei
rororo
512 Seiten
Preis: € 9,99 €
ISBN: 978-3-499-24813-9



Freitag, 2. Dezember 2011

Träumen Roboter von elektrischen Schafen / Blade Runner von Philip K. Dick


Rick Deckard ist einer der Menschen, die nach dem letzten Weltkrieg und der daraus resultierten atomaren Verseuchung auf der Erde geblieben sind. Die Städte sind grösstenteils verwaist, ein giftiger Staub senkt sich nach wie vor auf alles nieder und macht die Bewohner krank.

Die Tiere sind nach der Katastrophe nach und nach aus der Fauna verschwunden und so gut wie ausgestorben. Vögel gibt es z.B. gar keine mehr. Die Folge ist, dass es den Menschen sehr wichtig geworden ist, sich ein Tier zu halten. Nach Möglichkeit ein echtes, wenn das nicht machbar ist – weil sie z.B. einfach unerschwinglich und nicht bezahlbar sind – dann ist es auch schon einmal ein elektrisches Tier. Firmen haben sich darauf spezialisiert Tiere naturgetreu nachzubauen um dem Wunsch der Erdbewohner nachzukommen.

Auch Rick Deckard hat ein Tier, leider kein echtes. Er ist Besitzer eines elektrischen Schafes, das auf dem Dach seines Hauses lebt und das er versorgt als sei es ein lebendes Tier. Ricks Deckards grösster Wunsch wäre etwas lebendiges zu halten.

Vielleicht bringt ihn sein nächster Auftrag diesem Ziel ein wenig näher. Rick ist Blade Runner, ein Jäger der auf Prämienbasis Androiden jagt und aus dem Verkehr zieht. Diese Androiden wurden eigentlich geschaffen um den ausgewanderten Erdbewohnern, die auf dem Mars leben, bei der Arbeit zu helfen und Gesellschaft zu leisten. Doch immer wieder fliehen Androiden unter dem Einsatz von heftiger Gewalt vom Mars auf die Erde.

Das Problem … die Androiden der Serie Nexus 6 sind nicht einfach Roboter. Sie sind perfekte Nachbauten eines Menschen aus Fleisch und Blut. Sie zu erkennen bedarf einiger Erfahrung und der Nutzung gewisser Tests.

Blade Runner Rick Deckard hat den Auftrag sechs der entflohenen Androiden zu fangen. Dies ist eine grosse und auch gefährliche Herausforderung. Aber wenn er diesen Auftrag erfolgreich erledigt, erhält er solch hohe Prämien, dass er sich endlich seinen Traum erfüllen kann: Ein lebendes Tier …


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Erschienen als
Taschenbuch bei
HEYNE
272 Seiten
Preis: € 9,95 €
ISBN: 978-3-453-21728-7


© Buchwelten 2011

Dienstag, 22. November 2011

Ralf Isau - Die zerbrochene Welt - Feueropfer



Zwölf lange, friedliche Jahre sind vergangen, seit Taramis den König Gaal von Dagonis und dessen Sohn Bochim tötete und die Bewohner der Schollenwelt wähnen sich in Sicherheit.

Diese wird abrupt und jäh zerstört als die heilige Insel Jâr’en angegriffen wird. Keiner der Ganesen hat mehr mit solch einem feindlichen Übergriff gerechnet.

Der ehemalige Hüter des Tempels, Taramis, lebt in der Zwischenzeit gemeinsam mit seiner Frau Shúria und seinem 10-jährigen Sohn Ari auf der Scholleninsel Barnea. Dort hat er die gesuchte Ruhe gefunden, die er sich ersehnt hatte. Nach den extremen Ereignissen und Kämpfen gegen die Macht der Antische hat Taramis einen Ort gewählt, der fernab von sämtlichem Trubel liegt. Große Menschenansammlungen sind ihm mittlerweile unangenehm und machen ihn nervös.

Doch als er eines Morgens mit ansehen muss, wie die Landzunge der bewohnten Scholle abbricht und seine Frau und sein Sohn darauf in den Äther treiben, bleibt ihm keine Wahl. Er muss seine neue Heimat verlassen um seine geliebte Familie wieder zusammenzuführen.

Auf dieser Suche trifft er auf die verwitwete Ganesin Isháh, die Besitzerin eines Donnerkeils (ein schwallendes Reisetier, das große Lasten durch den Äther befördern kann).
Weiterhin begleitet ihn unter anderem ein alter Bekannter: Jagur, der Zwerg – nein KIRRIE – er wird ihm als Sonderbegleiter an die Seite gestellt, als man Taramis das Hemd Leviat (das Hemd der Unverwundbarkeit) überlässt. Wie er an das Drachenhemd gelangt und wozu er es benötigt sei hier nicht erwähnt.

Ziel der Gefährten ist Peor, die Hauptstadt Komanas. Hierher werden sämtliche abgebrochenen Schollenstücke der zerbrochenen Welt wie durch fremde Kräfte hingezogen. Dort sammeln sich diese Stücke und bilden eine grosse Traube.
In Peor droht Gefahr. Es werden regelmässig Feueropfer dem Gott Dagon in riesigen Öfen dargeboten. Gründer dieses irren Kults ist Eglon, der Oberpriester. Er will den Götzen durch die Menschenverbrennungen milde stimmen.

Doch was führt Eglon wirklich im Schilde und kann Taramis es verhindern, dass seine Frau Shúria und sein Sohn Ari ebenfalls als Menschenopfer im Verbrennungsofen enden?


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Erschienen als
gebundene Ausgabe mit Leseband
im PIPER Verlag
432 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-492-70192-1

Montag, 14. November 2011

ASYLON von Thomas Elbel


Asylon ist der Name jener Stadt, die inmitten einer Wüste liegt und von einem Festungsgürtel umgeben ist. Selbstschussanlagen, Minenstreifen und eine Blendmauer sollen die letzte Stadt der Zivilisation vor unerwünschten Eindringlingen schützen. Denn angeblich herrschen dort – in den sogenannten Offlands – nur Hunger und Elend, vor dem die Menschen nach Asylon flüchten wollen.

Nach der dramatischen Klimakatastrophe, dem sogenannten ‘Surge’ leben die Menschen in dieser beengten Stadt, deren Bauwerke absolut verwinkelt sind und Gassen eng, düster und dunkel.
Den Himmel sehen nur die Bewohner, die besondere Stellungen im System der Stadt innehaben. Alle anderen leben z.B. in Appartementklötzen, die sich meist unterirdisch befinden.

Torn ist in der Stadt als Masterleveller eingesetzt, das ist eine Art Sheriff, der das Gleichgewicht zwischen den herrschenden Clans halten und die Gewaltakte unter eben diesen unter Kontrolle bringen soll.

Als er eines Tages gemeinsam mit seinem Partner Scooter die zerfetzte Leiche einer Frau im Minenfeld findet ist er verwundert. Der Position der Leiche nach, wollte diese eindeutig die Stadt verlassen. Doch warum? Als Torn neben der Leiche einen seltsamen Talisman in Form eines Auges findet, steckt Torn ihn ein. Warum weiß er selber nicht, er geht einfach seinem Bauchgefühl nach.

Am selben Abend erfährt Torn, dass sein Sohn bei der Geburt ums Leben kam. Seine Frau sagt ihm noch im Krankenhaus, ihr Kind sei ihr gestohlen worden. Er glaubt ihr nicht. Am nächsten Tag wird ihm die Nachricht überbracht, seine Frau sei ebenfalls verstorben. Gestorben durch das posttraumatische Ereignis ihr Kind bei der Geburt verloren zu haben.
Immer mehr fragt sich Torn was in Asylon vor sich geht. Er beginnt seine Suche und versucht herauszufinden was mit seiner Frau und seinem Kind geschehen ist.

Dann lernt Torn die schöne Saïna kennen, sie ist die beste Freundin des Opfers aus dem Minenfeld und arbeitet in dem Krankenhaus, in welchem seine Frau und Kind ums Leben kamen, als Hausmeisterin. Sie selber hat Nachforschungen angestellt, weil sie Aufschluss über den Tod ihrer Freundin haben will und stieß dabei auf geheimnisvolle Aufzeichnungen. Sie erzählt Torn von diesen seltsamen Dingen und so taucht er immer tiefer ab in die Verwirrungen und Machenschaften von Asylon und bringt sich dadurch in immer größere Gefahr …


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Erschienen als
Taschenbuch im
PIPER Verlag
448 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-492-26792-2


© Buchwelten 2011

Sonntag, 6. November 2011

Der Lippennäher von Andreas Behm


In seinem zweiten Fall hat es der Hamburger Kommissar Harald Hansen mit einem Serienmörder zu tun. Die Opfer sind Frauen im reiferen Alter, die mit vernähten Lippen und einem Spiegel auf dem Gesicht meist in Parks gefunden werden. Die Leichen sind nackt, jedoch nicht misshandelt, weisen keine äußeren Verletzungen auf. Der Mörder hat die Kleider der Opfer ordentlich neben ihnen gestapelt.
Natürlich stehen die Ermittler unter Druck, denn die Hamburger Bevölkerung ist besorgt. Doch der Killer handelt wohlüberlegt, hinterlässt keinerlei Spuren und erschwert somit die Arbeit ungemein.

Aber Harald Hansen wäre nicht der, der er ist, würde er so schnell aufgeben ….


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Erschienen als
Taschenbuch im
ACABUS Verlag
304 Seiten
Preis: 13,90 €
ISBN: 978-3-86282-041-2


© Buchwelten 2011

Donnerstag, 3. November 2011

Georg Raab: Wasting the Big Apple

clip_image002Soll ich das Buch nun als “ungewöhnliches“ Tagebuch titulieren? Welches Attribut soll ich ihm geben? Es ist ein Tagebuch, ja. Es ist auch eine Reisebeschreibung, ja. Aber wie man es auch nennt, es lässt sich angenehm flüssig lesen und ist extrem unterhaltsam. Drei Monate, 87 Tage in New York, die der Autor beschreibt. Oft auf sehr humorvolle und abgehakte Art. Letzteres gehört zu einem Tagebuch, welches quasi stenografiert ist. Doch Raab hat gewisse Noten gesetzt, die es zu einem besonderen Tagebuch werden lassen.

Ungewöhnlich schreibt er in der ersten und zweiten Person abwechselnd. Es kommt klar zum Ausdruck, dass er auf der Reise nicht allein ist, sondern seine Freundin oft, aber nicht immer, dabei hat. So schreibt er vieles in der Ich-Form, stellt sich aber auch immer wieder vor, was sie in der einen oder anderen Situation gemacht oder gedacht hatte. Vieles liest er ihr dabei vom Gesicht ab. So wird aus dem Tagebuch ein Dialog, der immer wieder für Abwechslung sorgt. Das klingt dann in einer Bemerkung über die Nachbarin so: „Heute Morgen hast du dich bei Courtney beschwert, weil sie zum wiederholten Mal bis weit nach Mitternacht laut Musik gehört hat. „Wir konnten alles mithören! Wir haben dir doch gesagt, dass das Haus sehr hellhörig ist! Stupid bitch.“ Um eine Eskalation dieser Art zu vermeiden, hab ich dich gebeten, mit ihr Tacheles zu reden.“

Eine andere Note des Autors sind an nahezu jedem Abend die „Lessons learned“, die Lektionen bzw. Vokabeln, die er an diesem Tag hinzugelernt hatte. Teilweise sind es Abkürzungen und Vokabeln der amerikanischen Sprache, die so nicht im Schulenglisch vorkommen.

Immer wieder bringt der Autor kopfschüttelnd (Man sieht ihm dies wahrlich beim Lesen seines Buches an.) sein Unverständnis über die „verrückten“ New Yorker zum Ausdruck. Wie sie seine Wünsche im Restaurant oder beim Friseur ignorieren und ihm dann den vollen Preis dafür berechnen, obwohl er es so gar nicht bestellt hatte.

Die angemietete Wohnung ist von Anbeginn nicht sehr leise, doch dass er sich gelegentlich in dem ohnehin sehr lauten New York der relativen Stille wegen auf das gewisse Örtchen zur Erholung begibt, obwohl seine Freundin draußen an der Tür wartet, war ihm vor der Reise auch nicht klar gewesen.

Der Autor hat diese Stadt als Megacity wahrgenommen und das kommt in seinen Texten auch zum Ausdruck. Beispielsweise sind er oder seine Freundin oder beide ständig in irgendwelchen U-Bahnen oder Bussen oder Zügen unterwegs. Immer auf Achse, weil so gut wie kaum irgendetwas „um die Ecke“ liegt. Selbst, wenn es „einen Block“ weit entfernt ist, lohnt sich der Gang zur Metro.

Die vielen englischen Passagen und Floskeln, der Vergleich der Realität mit Beschreibungen von Max Frisch und Allen Ginsberg runden dieses quirlige Tagebuch ab und machen es zu einem kleinen Erlebnis. Wer New York kennenlernen möchte, macht bei diesem Buch nichts falsch. Wer sich auf eine Reise dorthin vorbereiten möchte, der liegt zu hundert Prozent richtig.

Raab, Georg
Wasting the Big Apple
Roman Verlag, Riesa
ISBN 978-3940373274

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Dienstag, 25. Oktober 2011

Andreas Behm - Die Moral eines Killers


In Hamburg wird ein bekannter Schönheitschirurg ermordet. Präzise, schnell, ohne Spuren, durch einen gezielten Schuss. Kommissar der Mordkommission Harald Hansen wird auf den Fall angesetzt. Als er den Tatort besichtigt, ist er sich ziemlich schnell sicher, den Mörder zu kennen. Er ist überzeugt, dass der Mörder ein Profikiller ist, dem er schon lange auf der Spur ist.

Dummerweise bekommt Hansen einen neuen, jungen Kollegen an seine Seite gestellt, der ihn unterstützen soll. Das passt „Harry“ (er hasst es bei seinem richtigen Namen genannt zu werden!) absolut gar nicht.
Erstens kann Hansen Veränderungen in seinem beruflichen Umfeld schon gar nicht leiden und zweitens muss er nun in seiner Arbeit ziemlich aufpassen. Denn um dem Mörder auf die Schliche zu kommen hat er vor, Methoden zu benutzen, die nicht unbedingt den Dienstvorschriften entsprechen.

Hansen geht dennoch seinen Weg, absolut ungewöhnlich, teilweise steht er selber mit einem Bein im Knast und mit dem anderen im Leichenschauhaus…..


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Erschienen als
Taschenbuch im
ACABUS Verlag
324 Seiten
Preis: 13,90 €
ISBN: 978-3-86282-051-1


© Buchwelten 2011

Samstag, 22. Oktober 2011

Horst Eckert: Schwarzer Schwan

clip_image002Gerne wird der Kriminalschriftsteller Horst Eckert von den Medien in und um Düsseldorf als regionaler Autor oder Autor von Düsseldorf-Krimis tituliert. Doch solch eine Bezeichnung wird ihm nicht gerecht. Tatsache ist, dass ein Krimi nun mal irgendwo spielen muss. Bei Donna Leon ist es Venedig, bei Henning Mankell Ystad und bei Horst Eckert ist es (zumeist) Düsseldorf. Das heißt noch lange nicht, dass es sich um einen Regionalkrimi handelt, wie er langläufig definiert wird. Selbst, wenn ein Düsseldorfer Oberbürgermeister eine wichtige Rolle darin spielt („Königsallee“). Eckert beweist erneut in dem soeben erschienenen Krimi „Schwarzer Schwan“, dass es sich um einen hochbrisanten, alarmierend aktuellen Politthriller handelt, der überall in Deutschland spielen könnte.

Vor dem Hintergrund des Bankencrashes im Jahre 2008, der sich in Wirklichkeit als Gelddruckmaschine für die Banken herausstellte, über den Atomausstieg der jetzigen Bundesregierung bis hin zur Griechenlandpleite wird in einem Mordfall und einem Entführungsfall ermittelt. Dass es sich um zwei voneinander losgelöste Fälle handelt, mag der Leser bald nicht mehr wahr haben. Dass die beiden Verbrechen ein beinahe banales Motiv haben, ebenso wenig. Schnell wird klar, dass die Motivlage in einem Gewirr aus Bankern, Wirtschaftsbossen, Lobbyisten und Politikern verborgen liegt. Selbst die Bundeskanzlerin bekommt eine Rolle in diesem Stück. In vielen parallelen Handlungen, die in Düsseldorf genauso wie in Berlin spielen, taucht der Leser in das schwer durchschaubare Geflecht ein.

Die Bankerin Hanna, deren Millionendeal auf höchster Vorstandsebene zum Schaden der eigenen Bank gekippt wird, zweifelt am Sinn des Lebens und erkennt nicht, dass sie nur wie ein kleiner Hamster in einem Rädchen strampelt. Erst als der Polizist Dominik in ihrer Wohnung Abhörwanzen entdeckt, wird ihr das ganze Ausmaß von dem, was ihr schon längst Bauchschmerzen verursachte, bewusst. Dann verschwindet auch noch ihre Nichte. Zwischen der Entführung Leonies und dem in Düsseldorf verübten Mord an der Lobbyistin Paula, die ebenfalls aus dem Politrummel aussteigen wollte, gibt es einen Zusammenhang: ein alter, weißer Golf II.

Eckert schafft in diesem Thriller eine erschreckende Nähe zum aktuellen Tagesgeschehen. Gespräche aus den Polittalkshows werden sofort präsent. Als Leser steht man mittendrin. Trotz der vielen Namen und Figuren macht es keine Mühe, der Handlung zu folgen. herausgehoben und von etwas mehr Ruhe begleitet wird ein Handlungsstrang aus der Sicht der entführten Leonie, deren Szenen aus der Perspektive dieses Mädchens erzählt werden. In diesen Passagen verzichtet Eckert auf Tempo, umso mehr gehen sie in die Tiefe und lassen den Leser mitfühlen.

Ein handwerklich sehr gut gemachter Krimi, der einen Adler-Olsen nicht fürchten muss und von solch einer Brisanz ist, dass er alle anderen Krimis auf hintere Plätze verweist. Herzlichen Glückwunsch für den Dortmunder Grafit-Verlag, solch einen hochkarätigen Krimiautor in seinem Programm zu haben.

Eckert, Horst
Schwarzer Schwan
Grafit Verlag, Dortmund
ISBN 978-3894256678

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Das Haus am Zeilenweise-Platz Anthologie



Das Haus am Zeilenweise-Platz erzählt die Geschichten der Bewohner dieses Mehrfamilienhauses in Buchstedt. Viele verschiedene Menschen leben in diesem Haus. Junge, Alte, Einsame, Familien, Alleinerziehende, Künstler …

Unten im Haus befindet der Kiosk der Familie Vodnjani, die hinter dem Laden außerdem eine Wohnung bewohnt. Sie sind Kroaten und seit vielen Jahren leben sie in diesem Haus und führen dort ihren kleinen Laden, der nicht nur die Bewohner des Zeilenweise-Hauses mit den angenehmen und wichtigen Dingen des Alltags versorgt, sondern der auch immer wieder ein Treffpunkt für die Menschen ist um ein nettes Gespräch unter „Freunden“ zu führen.

Jeder kennt jeden und irgendwie doch wieder nicht. Man lebt im gleichen Haus, sieht sich, grüsst sich, aber so wirklich weiss man nicht, was hinter den Wohnungstüren der Nachbarn geschieht. Das Haus am Zeilenweise-Platz lässt den Leser die Türen öffnen, in die Wohnungen hinein sehen und all diese verschiedenen Bewohner kennenlernen …


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Erschienen als
Taschenbuch
bei edition doppelpunkt
148 Seiten
Preis: 11,50 €
ISBN: 978-3937950983


© Buchwelten 2011

Dienstag, 18. Oktober 2011

Ralf Kramp (Hg.): Tatort Eifel 3

image Alle zwei Jahre findet in der Vulkaneifel das Kriminalfestival und der Fachkongress “Tatort Eifel” statt, der für alle Kriminalschaffenden aus Film, Fernsehen und Literatur ein Muss ist. Neben den Workshops und Veranstaltungen mit der Vergabe des ROLAND als Höhepunkt ist der Kurzkrimiwettbewerb und die Veröffentlichung der prämierten Gewinner in einer Krimianthologie “Tatort Eifel” des KBV-Verlages ein weiterer Höhepunkt. Während alle anderen Höhepunkte nur in Notizen, Videos und Fotos festgehalten werden, kann man das Buch mit den amüsanten und spannenden Kurzkrimis auch noch Jahre später genüsslich konsumieren. Ein großer Teil der AutorInnen hat bereits Krimis beim Hillesheimer Krimiverlag veröffentlicht und wird vielen bekannt sein. Andere Teilnehmer des Kurzgeschichtenwettbewerbs, deren Geschichte lesenswert und veröffentlichungsreif waren, werden sicherlich demnächst in diesem Genre bekannt werden.

Zu den drei Preisträgern des Wettbewerbs, dessen Grundprinzip ist, dass alle Geschichten in der Eifel spielen müssen, gehören Melanie Raabe mit ihrer ultrakurzen Geschichte “Die: Zahnfee”. In ungewöhnlicher Weise wird hier die Geschichte eines Mordes und wie es dazu gekommen ist auf knapp drei Seiten in vier Kapiteln erzählt. Zu Recht hab es für dieses spannende und gelungene Experiment den ersten Preis. Kurz dahinter folgen dann Malte Landsberger mit seiner “Ortsrandlage” und Wolfgang Quest mit “Die Doppelfalle”. Im Tagebuchstil wird extrem humorvoll erzählt, wie jemand den Geräuschen in seinem neuen Wochenenddomizil in Ortsrandlage, die ihn und seine Frau nicht schlafen lassen, nachgeht. In klassischer Krimimanier mit richtiger Irreführung und überraschendem Ende lässt Quest einen Regieassistenten die Ermordung des Regisseurs planen, doch dann läuft alles anders.

Neben den drei Preisträgern des Wettbewerbs kommen aber viele weitere Wettbewerbsteilnehmer in dieser Anthologie zu Wort. So erzählt die Eifel-Queen of crime Carola Clasen “Schritt für Schritt” von einem Ehemann, der sich so sehr um seine Lauftrainerin bemüht. Männer: es kommen harte Zeiten auf Euch zu! Der Krimi-Cop Klaus Stickelbroeck bringt einen Mord mit “Scharfer Kante” ins Gespräch. Am liebsten aber mordet Tanja Kruse. So makaber schon der Titel ihrer Geschichte ist (“Das fröhliche Meisburger Massenschlachten”), so makaber erzählt sie vom Massenmord in der Eifel, denn kaum ein Ort in der Eifel wird verschont. Überall wird eine oder mehrere Leichen gefunden. Diese amüsante Szenerie kann nur augenzwinkernd durchgehalten werden. Marta und Jürgen Alberts übten sich in Sachen “ Seitensprung im Krimihotel” und bringen es zu einem unterhaltsamen Porträt des Hillesheimer Mottohotels. Aquarienfreunde gibt es wie Sand am Meer, spleenig sind sie meist zudem, aber wenn man einen unheimlichen kennenlernen möchte, dann führt kein Weg an “Jonas” von Paul Pfeffer vorbei. Der Altmeister des Eifelkrimis, Jacques Berndorf, hält es für bemerkenswert, was so alles in “Einer guten Stunde” in der Eifel passiert. Mit rasantem Erzähltempo und kurzen Schnitten wird in Daun ein Mädel entführt. Entführt wird in der Eifel viel! Allerdings haben es die beiden trotteligen Entführer bei Stephan Everling in “Tot überm Gartenzaun” etwas schwer, sich mit ihrer Geisel zu verbergen. Die Protagonistin von Elke Pistor wollte eigentlich nur “Sein Bestes”. Doch unverhofft kommt oft. Die Lieblingsfernsehsendung des Krimiautors Carsten Sebastian Henn ist unverkennbar: “Bauer sucht Traumfrau”. Noch dazu, wenn die Moderatorin Tinka Brause nicht gerade den optimalen Kandidaten für ihre Dokusoap gefunden hat. In der Geschichte “Es fährt ein Zug nach Gerolstein” gibt der Herausgeber dieser Anthologie, Ralf Kramp, einen kurzen, satirischen Abriss der wichtigsten Lebensstationen des Schlagerstars Rico Diamond. Doch so geht es nicht mehr weiter. Brigitte Glaser dann lässt zum “Buuredanz” aufspielen und lässt den Leser über die ungewöhnliche Fracht im Kofferraum des Autos eines Alleinunterhalters auf Eifeler Familenfesten staunen. Andrea Revers hat sehr “Schlechte Gewohnheiten”: Sie monologisiert mit dem Leser und zieht dabei eine unauslöschliche Blutspur hinter sich her. Guido M. Breuer spielt den “Dauntown Blues” mit Totschlag, bei dem den Lesern die Musik von Miles Davis und John Coltrane nicht aus den Ohren geht. Die ungewöhnliche Botschaft einer unscheinbaren Frau an eine Anwältin lässt die Autorin Martina Kempf nur zu einem Schluss kommen: “Meerfeld sehen und sterben”. Uwe Voehl setzt in “Der letzte Tango in Michelbach” eine Ehefrau mit einem Knäuel Wolle auf die Terasse. Die “Magische Eifel” führt oft nicht nur in dieser Geschichte von Lothar Wirtz zu einer Diskussion von Umwelt- und Naturschutz im Verhältnis zur Tourismuswirtschaft. Für Erika Kroell ist alles “Eine Frage des guten Tons”. Besonders, wenn zwei Hamburger mit süddeutschem Dialekt auf einem lustigen Töpferkurs mit einem tötlich glücklichen Ausgang anzutreffen sind. Gabriele Keiser lässt in “Der Tote im Wasserfall” das Verschwinden eines desertierten Soldaten des Zweiten Weltkrieges auflösen. “Mit Pauken und Trompeten” lässt Rudi Jagusch Ocean´s Eleven in einem Dauner Musikalienladen ablaufen.

Alles in allem ein äußerst kurzweiliges Bändchen mit den unterschiedlichsten Kriminalgeschichte, die mal spannend, mal lustig, mal klassisch, mal lehrreich sind. Sie lassen sich extrem gut zwischendurch lesen und passen in jede Jackentasche.

 

Kramp, Ralf (Hg.)
Tatort Eifel 3
KBV-Verlag, Hillesheim
ISBN 978-3-942446-20-4

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Montag, 17. Oktober 2011

Petra M. Jansen - Dark Poetry Gedichtbände - verschiedene ...


Petra M. Jansen bezeichnet ihre Lyrik oder Poesie selbst als „Dark Poetry“. Sie beschreibt ihre Gedichte und Essays als sinnlich und besinnlich. Als herausfordernde Poesie, die das Leben, die Lieben und die (Leiden)schaften zeigen, wie sie wirklich sind; als magisch und dunkel. Sie verspricht einen wörtlichen Hauch von Magie und Zauber, der Dunkelheit der Psyche und der Phantasie..

Beginne ich mal damit, dass ich von mir sagen kann, Gedichte sehr wohl zu mögen und auch ab und an gerne zu lesen, mich aber nicht als Fan der Poesie oder Lyrik bezeichnen kann, ich selber auch schon einige Gedichte geschrieben habe, aber dennoch würde ich nicht auf die Idee kommen, mir einen Gedichtband zu kaufen.

Die Beschreibung der Autorin selbst über ihre Arbeit machte mich allerdings doch neugierig. Denn dunkles, magisches, erotisches und geheimnisvolles lese ich doch sehr gerne.


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Erschienen als
Softcover
bei epubli
56 Seiten
Preis: 12,80 €
ISBN: 978-3-8442-0367-7


© Buchwelten 2011

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche von Alina Bronsky


Der zweite Roman von Alina Bronsky erzählt die Geschichte der schönen gebürtigen Tartarin Rosalinda, die mit Mitte vierzig eher unfreiwillig zur Großmutter wird. Rosalinda lebt gemeinsam mit Ihrem Ehemann Kalganow und Ihrer Tochter Sulfia in einer 3-Zimmer Wohnung im Russland der 70er Jahre. Ein Zimmer ist untervermietet, den Luxus dieser Wohnung können sie sich nur leisten, weil Kalganow Vorsitzender der Gewerkschaft ist. Irgendeinen Vorteil muss dieser Ehemann haben, denkt sich Rosalinda.
Rosalinda ist eine tartarische Schönheit. Schwarzes gepflegtes Haar, dunkle mandelförmige Augen, eine gute Figur. Stets ist sie gut gekleidet und ungeschminkt geht sie nicht einmal in ihre Küche. Ihre Tochter Sulfia findet sie eher enttäuschend. Sie ist hässlich, mickrig, naiv und Rosalinda kann sich eigentlich nicht erklären, wie sie an diese Tochter gekommen ist.

Sulfia ist 17 Jahre alt, als sie schwanger wird. Wie das passiert sein soll, können sich weder Mutter noch Tochter erklären. Rosalinda kann sich nicht vorstellen, dass irgendein Mann ihre Tochter überhaupt freiwillig anfasst und Sulfia kann es sich nur erklären im Traum schwanger geworden zu sein. Ähnlich wie die unbefleckte Empfängnis der heiligen Jungfrau Maria.

Rosalinda versucht alles in ihrer Macht stehende, dieses Kind abzutreiben. Aber alle ihrer Hausmittelchen und heisse Bäder nutzen nichts. Sie lässt ihre Mitbewohnerin eine Abtreibung vornehmen, dies misslingt ebenso. So wird Sulfia mit 17 Mutter und Rosalinda mit Mitte 40 Großmama. Sie sieht sich gar nicht für diese Rolle gemacht, schon gar nicht so jung wie sie ist aber dann erblickt sie das erste Mal ihre Enkeltochter und sie schmilzt in der ersten Sekunde vor Liebe dahin. Sie entdeckt Gefühle für dieses Neugeborene, die sie für ihr eigenes Kind nie empfunden hat.
Vielleicht liegt es daran, dass dieses kleine Mädchen ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist? Eine kleine Rosalinda, die von ihrer Großmutter den schönen tartarischen Namen Aminat erhält. Vom Moment ihrer Geburt beginnt Rosalinda darum zu kämpfen, dass Aminat ein gutes Leben hat, in ordentlichen Verhältnissen aufwachsen soll und ihre alle Türen in ihrem Leben offen stehen.

Doch wie sieht das die leibliche Mutter Sulfia, ist sie der gleichen Ansicht wie Rosalinda oder hat diese eventuell ihre eigenen Vorstellungen der Zukunft ihrer Tochter?


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
imVerlag
Kiepenheuer & Witsch
320 Seiten
Preis: 18,95 €
ISBN: 978-3-462-04235-1


© Buchwelten 2011

Montag, 10. Oktober 2011

Die Verschwundenen von Marko Kilpi


Olli Repo arbeitet als Streifenpolizist/Ausbildungsbetreuer und betreut junge Polizeianwärter. Er selber ist als ehemaliger Werbefachmann spät zur Polizei gekommen und geht voll in diesem Beruf auf. Der Streifendienst genügt ihm vollends, er hat nicht die Ambitionen ins Kriminalkommisariat aufzusteigen. Der direkte Umgang mit den Menschen in akuten, oft extremen Situationen, das Wissen zu helfen und Gutes zu tun, füllen ihn voll aus.
Dies hat leider schlechte Auswirkungen auf seine Ehe, diese scheint zu zerbrechen. Seine Frau trennt sich von ihm, sie sagt, Olli ziehe sich immer mehr in sich selber zurück und sei nicht fähig zu lieben.

Mit seinem derzeitigen Anwärter und Streifenbegleiter Heikki hat Olli ein schweres Los gezogen. Heikki ist sehr gewaltbereit und scheint nur bei der Polizei arbeiten zu wollen um dies ausnutzen zu können. Als sie in einer Garage einen Sexualstraftäter stellen, der auf abartigste Weise Teenager bei seinem Lustgewinn zusehen lässt, schlägt und tritt Heikki den Täter zusammen, was natürlich Folgen hat.

Dann verschwindet in etwa zur gleichen Zeit der B-Promi Sami spurlos aus der elterlichen Ferienhütte. Sami hat nach seinem vorzeitigen Rauswurf aus dem Big Brother Container dort mit seinem Bruder feiern wollen. Als er kurz die Hütte verlässt um sich zu erleichtern, kehrt er nicht zurück. Er ist spurlos veschwunden. Betrunken ist er nicht, Drogen hat er ebenfalls keine genommen, was ist geschehen … ?


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im
grafit – Verlag
335 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-89425-666-1


© Buchwelten 2011

Freitag, 7. Oktober 2011

Jussi Adler-Olsen: Erlösung

image Zugegeben, zunächst hatte ich Schwierigkeiten, in den Stoff einzusteigen. War mir anfangs etwas zu lahm. Das dritte Buch dieses Autors ist mein erstes. Ich kannte die Figuren noch nicht und musste mich zunächst an die bunt zusammengesetzte Mannschaft, bestehend aus dem Chef Carl Mørck, dem Assistenten Assad aus Syrien und der Hardcore-Punkerin Rose, gewöhnen. Der stets grantelnde Mørck macht es einem nicht leicht. Doch dann wurde es immer fesselnder.

In Schottland wurde von Jahren eine Flaschenpost gefunden. Nach Strömungslage konnte sie nur aus Dänemark kommen. Doch dann wird die Flasche noch auf dem Fensterbrett bei der Polizei vergessen, bis sie einige Jahre später jemandem auffällt. Da stellt man fest, dass der Brief in der Flaschenpost mit Blut geschrieben wurde. Nun wird das Fundstück an die Kopenhagener Polizei weitergeleitet. Es ist ein Fall für das Sonderdezernat Q von Carl Mørck.

Das fesselnde an diesem Buch sind die zeitlich nicht genau parallel laufenden Erzählperspektiven aus verschiedenen Ansichten. So gibt es den Strang um die Polizeiermittlungen, den Strang aus der Sicht des Serientäters, den Strang aus der Sicht der Ehefrau des Serientäters. Das Schicksal des Mörders, der in einer extrem-religiösen Familie aufgewachsen ist, wird dabei so präzise geschildert, dass man geneigt ist, Mitleid mit ihm zu haben und zu verstehen, warum er die Kinder religiöser Familien entführt und umbringt. Infolge der Asynchronität der parallelen Handlungen wird der Leser in die Lage versetzt, bereits zu wissen, was demnächst geschieht. Er ist den handelnden Figuren immer einen Schritt voraus, wird aber auch über das Geschehen in den Handlungssprüngen aufgeklärt, falls es welche gab. So beginnt eine rasante Jagd auf einen perfiden Serienmörder, der so ganz nebenbei noch seine Ehefrau aus dem Weg räumt.

Bei all dem stressigen Ermitteln lässt Adler-Olsen den Humor nicht außen vor. Im Gegenteil, die Dialoge zwischen Carl und seinen Kollegen weisen sich als höchst humorvoll und satirisch aus. Assad, der aufgeweckte Assistent erweist sich als cleverer Gesprächspartner und ermittelt mit hervorragenden Ergebnissen, obwohl er kein Polizist ist. Den “Profis” in den oberen Etagen, denn das Sonderdezernat Q hat seine Räume im Keller des Polizeipräsidiums, kann er beweisen, wer ein ebenbürtiger Ermittler ist. Selbst Rose birgt so ihre eigenen Geheimnisse. Und wenn der Chef gar mit der Polizeipsychologin turtelt, bekommt die Szenerie etwas vom “letzten Bullen”

Wenn gerne mit süffisantem Humor und einer gehörigen Portion Thrill ins Bett geht, der kommt um dieses Buch nicht herum.

Adler-Olsen, Jussi
Erlösung
Dtv , München
ISBN 978-3423248525

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Mittwoch, 5. Oktober 2011

"Du stirbst zuerst" von Dan Wells


Michael Shipman, 20 Jahre alt, erwacht in einem Krankenhaus und ihm fehlen in seiner Erinnerung zwei Wochen. Aber an eines kann er sich erinnern: er ist auf der Flucht. Er flieht vor gesichtslosen Menschen, die ihn beobachten, verfolgen.
Michael hat außerdem eine extreme Angst vor elektrischen und elektronischen Geräten. Seien es Fernseher, Handys oder Computer. Alle diese Dinge schrecken ihn ab, er kann ihnen nicht zu nahe kommen. Er sagt, die „Gesichtslosen“ benutzen diese Geräte um ihn zu überwachen, kontrollieren und zu „orten“ und wenn er diesen Gegenständen zu nahe kommt, verursachen sie ausserdem plötzliche, stark auftretende Kopfschmerzen.

Als er im Krankenhaus diese Dinge anspricht und dann auch noch handgreiflich wird, weil er unbedingt das Krankenhaus verlassen will geschieht das Unausweichliche. Die Ärzte erklären Michael Shipman für verrückt und er wird in die psychiatrische Klinik Powell eingewiesen. Dort wird er unter starke Medikamente gestellt, die ihn von der gestellten Diagnose heilen sollen: Schizophrenie.

Doch für Michael sind diese Männer und Frauen ohne Gesichter real, sie tauchen sogar in der Klinik auf. Wie soll er die Ärzte überzeugen, dass er Recht hat mit seiner Verschwörungstheorie?


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Erschienen als
broschierte Ausgabe
im Rough Cut bei
PIPER Fantasy
448 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-4922-6858-5

Dienstag, 4. Oktober 2011

Gegen die Welt von Jan Brandt


„Gegen die Welt“ erzählt die Geschichte von Daniel Kuper, der in der kleinen Ortschaft Jericho in Ostfriesland aufwächst. Daniel (Sohn des nicht wenig einflussreichen Drogisten Hard Kuper) gilt schon immer als seltsames Kind, mit einer extremen Fantasie.
Als im Dorf seltsame Dinge geschehen, werden sie zum grossen Teil Daniel zugeschrieben. Da gibt es beispielsweise Schneefall im Spätsommer oder einen plötzlich auftauchenden Kornkreis im Maisfeld. Als Daniel dort schwer verletzt wird, sollen ihn angeblich Außerirdische entführt, untersucht und wieder abgesetzt haben.
Dann werden die Häuserfassaden des Dorfes mit Hakenkreuzen verunstaltet und als Daniel diese entfernen will, weil er sie einfach unmöglich findet, wird er erwischt und auch dies wird ihm in die Schuhe geschoben.
Ist es Daniel möglich unter diesen Voraussetzungen eine normale Kindheit und Jugend zu verbringen? Daniel versucht sein Bestes um normale Freunde zu haben und später ein einfacher, stinknormaler Teenager zu sein. Ob das gelingt …


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
mit Leseband im
Dumont Buchverlag
928 Seiten
Preis: 22,99 €
ISBN: 978-3-8321-8566-4

© Buchwelten 2011

Samstag, 17. September 2011

Selbstauslöser von Michael Lister


Der leidenschaftliche Hobbyfotograf Remington James ist in den Wäldern Floridas aufgewachsen und ein großer Natur und Tierliebhaber. Die familieneigenen Wälder kennt er so gut wie in- und auswendig, hat er doch als Kind sehr viel Zeit gemeinsam mit seinem geliebten Vater Cole dort verbracht. Der wollte den kleinen Remington eher für die Jagd begeistern aber der kleine Mann interessiert sich viel mehr dafür, die Umgebung und Lebewesen in der Natur festzuhalten. In dieser Hinsicht schlägt er eher nach seiner Mutter, die leider seit seinen Kindertagen durch eine schwere Multiple Sklerose Erkrankung stark eingeschränkt ist. Remington liebt seine Eltern über alles und leidet daher nach dem Tod seines Vaters Cole sehr. Er versorgt liebevoll seine kranke Mutter. Seine Ehe ist leider kaputt. Obwohl Remington seine Frau Heather über alles liebt kommt es immer wieder zu Streitereien.

Daher zieht es den Fotografen in die Wildnis, in die heimischen Wälder. Dort hat er Kamerafallen aufgestellt und macht sich relativ spät am Tag noch auf den Weg, um die Ergebnisse anzusehen und vielleicht schafft er es auch noch einige spektakuläre Fotos in der Dämmerung zu schiessen. Seine Frau erreicht ihn noch kurz auf dem Handy, bevor das Handysignal im Wald nicht mehr vorhanden ist und teilt ihm mit, dass sie ein seltsames Bauchgefühl hat. Das Gespür das etwas geschieht.
Da liegt sie leider nicht falsch, denn als Remington seine erste Kamerafalle überprüft und die Fotos auf der Speicherkarte ansieht, erkennt er, dass die Kamera einen Mord aufgezeichnet hat. Diese Bilder schocken den eher gefühlvollen Mann zutiefst und noch bevor er sich sammeln oder die schrecklichen Bilder verarbeiten kann, steht der Mörder vor ihm.

Eine schreckliche Hetzjagd durch die Wälder und Sümpfe Floridas beginnt….


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
bei
Hoffmann und Campe
240 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-455-40328-2


© Buchwelten 2011

Rebecca Gablé: Der dunkle Thron

image Der vierzehnjährige Nicholas of Waringham ist 1529 im Schulinternat bei Sir Thomas More, einem engsten Vertrauten des Königs Henry VIII. Eigentlich hat er keine Lust zu lernen. Der junge Mann fühlt sich mehr zur praktischen Arbeit berufen denn zu den geistigen Künsten. Da erreicht ihn der Ruf, er solle zur Klärung einiger Dinge um seinen Vater Jasper, der kurz davor steht, beim König in Ungnade zu fallen, nach Waringham zurückkehren. Ob seiner Einstellung zum Lernen gegenüber ist er nicht traurig über diesen Ruf. Allerdings stimmt ihn der Grund bedenklich. Er soll seinen Vater überreden, seine ketzerische Meinung zurück zu halten und nicht überall kund zu tun. Doch es hilft nichts. Jasper wird von Cromwell verhaftet, im Verlies gefoltert und stirbt kurze Zeit darauf. Nick erbt die Baronie und muss sich nun gegen seine Stiefmutter und deren Familie durchsetzen. So gelangt er in ein ungeheures Intrigenspiel am und um den königlichen Hof.

Faszinierend sind die fiktiven Personen mit den historischen Personen verknüpft. Intelligent und spannend hat die Autorin die fiktive Geschichte in all die weißen Löcher der englischen Geschichtsschreibung gewoben, so dass eine gewaltige Mischung aus historisch belegten Fakten und erfundenem Abenteuer entstand. Da wundert es nicht, dass viele Details vom Hofe der Tudors des 16. Jahrhunderts ohne Mühe recherchierbar sind. Die Handlung ist im Herrschaftszentrum des Hofes genauso angesiedelt wie im damaligen Parlament, die Auflösung der Klöster durch Cromwell, die Hinrichtung der zweiten Gattin Henrys VIII., seine weiteren Ehen und Liebschaften. Überall ist ein Waringham mittendrin. das ist so nah an der Realität, dass manch ein Leser in Versuchung geraten könnte, nach dem Adelsgeschlecht derer zu Waringham zu recherchieren. Andersherum gesagt, mag es für den Leser vielleicht schwieriger sein, die fiktiven Ereignisse herauszufinden. Es ist beinahe schade, dass es die Waringhams nicht tatsächlich gibt. Aber glücklicherweise gibt es Rebecca Gablé, die sich um die Nachkommen der Waringhams wohl weiterhin wird kümmern müssen.

Das Netz der Intrigen wurde von der Autorin so geschickt konstruiert, dass der Leser unwillkürlich jede Figur, die im Roman in Erscheinung tritt, nur noch argwöhnisch beäugen kann. Schon nach kurzer Zeit wird ihm der Gedanke nicht aus dem Sinn kommen, dass die äußerst sympathisch erscheinende Figur vielleicht doch etwas Hinterlistiges vorhat. Er erlebt damit ein unablässiges Wechselbad der Gefühle, die sich beim Lesen des Romans auf einer Achterbahn zu befinden scheinen.

Wer sich etwas in der englischen Geschichte auskennt, der kennt zwar den Ausgang dieser Geschichte, zumindest den historischen. Denn daran hat die Autorin nicht gerüttelt, aber offen bleibt die Zukunft der Waringhams. Die Spannungsbögen innerhalb der 960 Seiten um Nicholas of Waringham, der wegen seines Versprechens zum Schutzbefohlenen von Prinzessin Mary, der ersten Tochter Henrys VIII., geworden ist, sorgen für ein rasches Durchkommen durch so viel geballte Geschichte im doppelten Sinne.

Höchst empfehlenswert ist dieser Roman ohnehin, und dennoch mögen auch die persönlichen Worte von Rebecca Gablé am Ende beeindrucken, in welchem Sie einige kleine Geheimnisse ihrer akribischen Arbeit preisgibt.

 

Gablé, Rebecca
Der dunkle Thron
Ehrenwirth Verlag, Bergisch Gladbach
ISBN 978-3-431-03840-8

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Mittwoch, 14. September 2011

Hemmersmoor von Stefan Kiesbye




Hemmersmoor erzählt die Geschichte von Christian Bobinski und seinen Freunden, die in dem kleinen Dorf namens Hemmersmoor im norddeutschen Teufelsmoor aufwachsen. Ein Ort der Dunkelheit, der Geheimnisse, der Gewalt, des Inzest, der Brutalität und dunkler Geschichten aus der Vergangenheit. Aber auch ein Ort der Natur und der Erfahrungen, die alle der Kinder auf ihrem Weg in ihr Erwachsenenleben machen. Können Kinder an diesem düsteren Ort eine glückliche, erfüllte Kindheit und Jugendzeit verbringen oder ist so etwas in Hemmersmoor gar nicht möglich….?


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im Verlag
Klett – Cotta
208 Seiten
Preis: 17,95 €
ISBN: 978-3-608-50208-4


© Buchwelten 2011

Dienstag, 13. September 2011

Das Geheimnis der versteinerten Träume von Ralf Isau


Der 15-jährige Leo Leonidas hat eine außergewöhnliche Gabe. Er bringt des öfteren Gegenstände aus seinen Träumen mit in die reale Welt. Das letzte Mitbringsel ist dummerweise der Wetterhahn der Ortskirche. Ihm sind schon öfters derartige Dinge passiert aber so ein sperriges Stück hat er noch nie nach dem Aufwachen in seinem Bett vorgefunden. Leider ist es für Leo nicht so einfach, die große Wetterfahne ungesehen in der Scheune verschwinden zu lassen. Und der Ortspfarrer hat das Verschwinden so schnell bemerkt, dass er sogleich eine Anzeige erstattet hat und es somit nicht mit der Entschuldigung von Vater und Sohn getan ist, als sie gleich zur Kirche fahren und versuchen diese dumme Sache möglichst einfach aus der Welt zu schaffen.
Es ist ja auch schwer den Priester davon zu überzeugen, dass sein Sohn aus Versehen den Wetterhahn im Traum abgebaut hat und dieser es sich eigentlich selbst nicht erklären kann, wie er das angestellt hat.

Glücklicherweise bleibt Leo die Verurteilung durch die Justiz erspart. Stattdessen wird an einem Internat für Kinder und Jugendliche angemeldet. Die Traumakademie heisst es und diese Schule ist in einem uralten Zisterzienserkloster am Bodensee untergebracht. Unterhalten wird diese besondere Schule von einem Großunternehmer, dem Inhaber der Firma ‘YourDream‘. Diese Firma verkauft ihren Kunden mit Hilfe einer Dreamcap maßgeschneiderte Designerträume. Hinter diesem Unternehmen steckt kein anderer als Refi Zul.
Und der ist der machtgierige Herrscher über das Reich der ungeträumten Träume ‘Illúsion‘ und da er durch die Designerträume immer mehr Traumenergie aus der Welt der Menschen zieht, ist nicht nur ‘Illúsion‘ bedroht. Auch unsere Welt wird durch diese Machenschaften immer mehr aus dem Gleichgewicht gebracht.
Orla, die schöne Mitschülerin von Leo ist eine Traumgeborene des Reichs ‘Illúsion‘ und gemeinsam mit ihr versucht Leo das Geheimnis um die versteinerten Träume zu lösen, damit das Reich der ungeträumten Träume nicht zerstört wird…


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Erscheint als
gebundene Ausgabe
im cbj Verlag am 26. September 2011
480 Seiten
Preis: 18,99 €
ISBN: ISBN: 978-3-570-13833-5


© Buchwelten 2011

Samstag, 27. August 2011

Scherbenpark von Alina Bronsky


Die 17 jährige Sascha Naimann wurde in Russland geboren und wanderte gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren beiden kleinen Geschwistern nach Deutschland aus. Sie leben in der Nähe von Frankfurt in einem Hochhaus-Ghetto im „Solitär“, der Wohnklotz der im Scherbenpark steht.

Da Sascha hochintelligent und hochbegabt ist besucht sie ein Elite Gymnasium, dass kein Schulgeld kostet, sondern auf Spendenbasis finanziert wird. Saschas Mutter schafft es, dass ihre Tochter zugelassen wird und da sie kein Schmarotzer sein will, spendet sie sogar: 1 x 20,– € und 1 x 22,– € :-) Sascha spricht sehr schnell akzentfreies Deutsch, liest alles was ihr in die Finger kommt und sie kommt in Deutschland alsbald ganz gut zurecht. Das liegt allerdings wohl eher an ihrem starken, eigenwilligen Charakter ….

Leider wird ihre Familie im Scherbenpark wegen eines dramatischen Ereignisses berühmt und wegen diesem Geschehen hat Sascha zwei Träume/Vorsätze, die sie in die Tat umsetzen will:

1. Sie will ihrer Mutter ein Buch schreiben und
2. sie will Vadim, ihren Stiefvater und leiblichen Vater ihrer beiden kleineren Geschwister töten….

Warum das so ist und welches Ereignis Sascha und ihre Familie berühmt gemacht hat, möchte ich nicht verraten. Sascha ist knallhart, angstfrei und wild entschlossen ihr Leben ihrer Vorstellung nach zu gestalten und sie kümmert sich voller Hingabe um ihre beiden kleinen Geschwister Alissa und Anton….


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im Verlag
KIepenheuer & WItsch
286 Seiten
Preis: 16,95 €
ISBN: 978-3462040302


© Buchwelten 2011


Freitag, 26. August 2011

Im Auge des Winters von Dan Simmons



Dale Stewart, Professer und bislang eher mittelmässiger Schriftsteller kehrt nach 41 Jahren in den Ort Elm Heaven zurück. Dort hat er seine Kindheit verbracht und in jenem letzten Sommer im Jahre 1960 kam dort sein bester Freund Duane auf mysteriöse Art und Weise zu Tode. Duane war hochintelligent, sehr belesen, gutmütig und wurde gerade mal 12 Jahre alt, bevor er mitten in der Nacht auf dem Feld vor der eigenen Farm von einem Mähdrescher erfasst wurde.

In Duanes altem Elternhaus will Dale Stewart den Winter verbringen um einen Roman zu schreiben. Dale hat seine Frau und seine Kinder für eine Studentin (Clare) verlassen, mit der er einige Zeit eine heiße Affäre hatte. Doch nun ist Clare aus beruflichen Gründen nach Pennsylvenia gezogen und sie hat Dale eindeutig klargemacht, dass somit ihre Beziehung beendet ist und sie nun mit Leuten ihres Alters ihre Zeit verbringen möchte.

Als Dale auf Duanes Farm in Elm Heaven ankommt, leidet er bereits seit langer Zeit an schweren Depressionen. Er hofft, dass die Reise zurück in seine Kindheit ihm hilft, die schlimmen Erinnerungen an eben diesen Sommer 1960 zu verarbeiten. Er leidet unter Alpträumen und ist sicher, dass diese Tage mitunter ein Grund für seine Depressionen ist.

Als er im Farmhaus eintrifft, sieht es aus wie damals. Duanes altes Zimmer im Kellergeschoß ist noch komplett so eingerichtet wie es vor 41 Jahren war und es scheint so, als wäre noch einiges mehr aus dem 1960 in diesem Gebäude….


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Erschienen als
Taschenbuch
im HEYNE Verlag
400 Seiten
Preis: 7,95 €
ISBN: 978-3-453-52142-1


© Buchwelten 2011


Sonntag, 21. August 2011

XY von Sandro Veronesi




Der Schlitten, der jeden Morgen die Touristen in das kleine Bergdorf San Giuda bringt, fährt pünktlich um 10 Uhr auf den Dorfplatz. Aber wo ist Beppo der Kutscher, wo sind die Touristen? Der Dorfpfarrer Don Ermete macht sich gemeinsam mit zwei weiteren Bewohnern auf dem Motorschlitten auf die Suche und sie finden das Unfassbare: Unweit des kleinen Dorfes finden Sie 11 Leichen, teilweise schlimm zugerichtet.
Die Autopsien bringen das Unerklärliche ans Licht. Alle 11 Toten sind an verschiedenen Arten verstorben: u.a. Erstickung an einer Brotrinde, Krebs, Herzinfarkt und ein Opfer starb durch den Biss eines Hais.

In der Hoffnung, seelische und moralische Unterstützung für seine „Kinder“ zu erhalten, sucht Don Ermete die Psychiaterin Giovanna auf und bittet um Ihre Hilfe. Sie überlegt nicht lange, nimmt die Herausforderung an und zieht in das Pfarrhaus von San Giuda. Gemeinsam mit Don versucht sie den Bergdorfbewohnern näher zu kommen und sie vom Trauma des Unglücks zu befreien.

Doch wie soll das möglich sein, wenn alle sich immer mehr verschließen und keiner verstehen will, was an diesem Morgen des Unglücks dort geschehen ist?


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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im Klett-Cotta Verlag
394Seiten
Preis: 22,95 €
ISBN: 978-3-608-93960-6


© Buchwelten 2011






Sonntag, 14. August 2011

Olympia 1936 - Danach kam alles anders von Karl Hemeyer


Die Brüder David und Harro Stern arbeiten beide im Verlag ihres Vaters in Wesermünde (das ist das heutige Bremerhaven). Der Verlag läuft gut, neben Kalendern druckt dieser auch das „Nordsee – Blatt“. Und für „ihr Blatt“ reisen sie im Jahre 1936 als Journalisten gemeinsam nach Berlin, um über die Olympischen Spiele Bericht zu erstatten.
David, der ältere, ist für die Interviews und das Verfassen der Berichte zuständig. Harro, der jüngere, ist als Fotograf unterwegs.

Sie beziehen eine gemütliche Pension in Charlottenburg und fühlen sich von Anfang sehr wohl in der Großstadt, die so völlig anders ist als ihr Heimatort. Schnell knüpfen Sie Kontakte. Zu dem amerikanischen Sprinter Ralf, zu Henri Nannen, der im Olympiastadion der Sprecher ist. Sie verbringen eine aufregende Zeit in Berlin und bescheren dem Nordsee-Blatt durch ihre ausführlichen Berichte und den fantastischen Fotos extrem grosse Auflagen. Vadder Stern ist sehr stolz auf seine Jungens.

Harro lernt während dieser Zeit u.a. die Regiseurin Leni Riefenstahl kennen und entdeckt seine Leidenschaft für die Filmerei. Er möchte nicht mehr mit in den väterlichen Verlag, er möchte in Berlin bleiben und das Filmen beruflich weiterverfolgen.

Die Nazis übernehmen immer mehr die Macht, zunächst macht sich das nur in der Hauptstadt bemerkbar aber bald gibt es auch in Wesermünde Schwierigkeiten. Die Nazis verlangen von den Sterns ihren Ariernachweis. Sie ziehen aus dem Nachnamen den Schluß, dass es sich um Juden handelt.
Vadder Stern entscheidet sich, seinen eigentlichen Namen ‘Steen’ wieder anzunehmen. Aber David weigert sich stur und trotzig. Er sieht sich als den evangelischen David Stern, der er sein Leben lang war und will daran auch wegen der Nazis nicht ändern.
Doch dann kommen Mannschaftswagen der Gestapo auf den Hof und sie wollen ihn holen. David muss fliehen … und somit reisst es die Familie auseinander….


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Erschienen als
Taschenbuch
im ACABUS Verlag
336 Seiten
Preis: 15,90 €
ISBN: 978-3-941404-50-2

© Buchwelten 2011

Freitag, 12. August 2011

Donna Leon: Wie durch ein dunkles Glas – Commissario Brunettis fünfzehnter Fall

image Eigentlich liegt gar kein Kriminalfall an. Commissario Brunetti ist zu Müßiggang verurteilt. So etwas wie ein Sommerloch tut sich in seiner Questura auf. Nur allzu gerne hilft er Vianello, dessen Öko-Freund in der Patsche steckt, diesen aus selbiger herauszuholen. Dabei erfährt er Interessantes aus dem handwerklich-industriellen Umfeld in Venedig. Abends bei dem Besuch einer Vernissage mit seiner Frau Paola trifft er auf die Personen, die ihn am Tag begegnet waren und von denen er gehört hatte. Da bittet ihn Paola, sich den Problemen ihrer neuen Freundin zu widmen. Guido Brunetti ist höflich und nicht uninteressiert. Nach kurzer Zeit muss er feststellen, dass er in ein Gewirr von Intrigen und Machenschaften in der Glasproduktion einerseits und die Müllentsorgung andererseits geraten ist. Die dienstliche Langeweile gestattet ihm jedoch, sich ausgiebig diesen Intrigen zu widmen. Er vermutet einen ausgewachsenen Umweltskandal. Jedoch hat er keine Beweise und ohne denen ist ihm sein Vice-Questore Patta wenig hilfreich. Wo kein Verbrechen, da keine Ermittlungen. Während sich Brunetti zu einem Umweltschützer entwickelt, wobei ihm Signorina Elettra gerne behilflich ist, gibt es plötzlich in einer Glasbläserei einen Toten. Alles deutet auf einen Unfall, zumal der Tote anscheinend paranoide Wahnvorstellungen hatte. Brunetti ist von einer anderen Todesursache überzeugt. Ein Bluff hilft ihm schließlich bei der Aufklärung dieses Falles.

In gewohnt gekonnter Weise schildert Donna Leon die Ermittlungen in einem Umweltskandal und verknüpft dies mit der detailreichen Charakterisierung ihrer tragenden Figuren. Die Freunde Brunettis an gutem Essen, seine Verbissenheit, wenn ihn ein Fall nicht loslässt, seinen Respekt für seine Frau Paola und die Liebe zu seinen Kindern Raffi und Chiara. All das lässt die amerikanische Autorin voller Bilder im Kopf der Leser entstehen. Nicht zu kurz kommen die Borniertheit seines Vorgesetzten und die spitzzüngige Freundlichkeit dessen Sekretärin.

Der Regionalkrimi mit einen gewissen Flair für den Touristen ist eine spannende und unterhaltsame Lektüre. Der Leser wird in die Stadt der Gondeln entführt und erfährt auf unterhaltsame Weise etwas über die Glasbläserei und die Entsorgung der dabei entstehenden Abfallprodukte.

Angenehme Urlaubslektüre, die immer wieder in die Reisetasche oder auf den Nachttisch gehört.

Leon, Donna
Wie durch ein dunkles Glas
Diogenes, Zürich
ISBN 978-3257065732

© Detlef Knut, Düsseldorf 2011

Dienstag, 9. August 2011

Solange du da bist von Marc Levy



Der junge Architekt Arthur ist gerade in seine neue Wohnung eingezogen, hat alle Kartons ausgeräumt und lässt sich zur Entspannung ein heisses Bad einlaufen. Er liegt in der Wanne, geniesst die Musik im Radio, taucht unter und wundert sich über denn extremen Stereosound unter Wasser. Er taucht wieder auf und bemerkt, dass er gar keinen Supersound aus dem alten Radio vernimmt, sondern das im Badezimmer jemand voller Hingabe zur Musik mitsummt und dazu mit den Fingern schnippst. Er steigt aus der Wanne, öffnet den Wandschrank und bekommt einen Mordsschreck. Da sitzt eine junge Frau im Schrank und das beste, sie freut sich total das Arthur sie sieht und hört. Als wäre diese Überraschung nicht schlimm genug, fängt diese fremde junge Frau auch noch umgehend an zu quasseln und macht keine Anstalten wieder aufzuhören.

Lauren wurde seit sechs Monaten von niemanden mehr gesehen oder gehört, seit dieser Zeit liegt ihr Körper im nahegelegenen Krankenhaus nach einem schweren Unfall im Koma und wird künstlich am Leben gehalten. Warum ihre Seele von ihrem Körper losgelöst ist kann sie sich selber nicht erklären. Gut, sie arbeitet als Assistensärztin in dem Krankenhaus in dem ihr Körper derzeit „ruht“ aber dieses medizinische Wissen, hilft ihr bei diesem Phänomen auch nicht weiter.

Nach anfänglicher Skepsis freunden die beiden sich an, mehr, sie stehen sich relativ schnell sehr nahe, denn Arthur ist ein sehr gefühlvoller und kein oberflächlicher Mann. Natürlich lässt er Lauren in der Wohnung verweilen, denn vor dem Unfall war es ihre Wohnung, die ihre Mutter an Arthur weitervermietet hat. Arthur und Lauren versuchen alles über Komapatienten herauszufinden und möchten natürlich nichts unversucht lassen, Lauren aus diesem Dauerschlaf zu befreien. Schwierig wird es in dem Moment, in dem die Ärzte Laurens Mutter davon überzeugen, die lebenserhaltenden Maschinen abzuschalten und sie einwilligt…..


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Erschienen als
Taschenbuch
bei Blanvalet
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-442-37733-6


© Buchwelten 2011

Samstag, 6. August 2011

Der Kruzifix Killer von Chris Carter



In dem ca. 480 Seiten starken Buch geht es um die Jagd nach dem grausamen, brutalen, absolut präzisen Kruzifix-Killer. Detective Hunter, leitender Ermittler des Morddezernat I ist Professor der Psychologie und in seiner Arbeit durch seine besonderen Fähigkeiten und Kenntnisse unschlagbar, doch dieser Killer macht ihm schwer zu schaffen. Er scheint keine Fehler zu begehen ….

An seiner Seite sein neuer Partner Carlos Garcia, er hat eben erst seinen Dienst im Morddezernat angetreten und steht direkt vor einem schweren, extrem an die Nieren gehenden Fall.
Die Ermittler werden an einen Tatort gerufen und finden die grausam enstellte Leiche einer Frau vor, die ein unverkennbares Zeichen im Nacken trägt. Ein eingeritzes Doppelkreuz, das Markenzeichen des Kruzifix-Killers, den Hunter glaubte hinter Gitter gebracht zu haben und der den Tod durch die Giftspritze erfuhr.

Als der Killer dann (wie in den früheren Mordfällen) telefonischen Kontakt zu Hunter aufnimmt, ist eindeutig klar: Der Kruzifix-Killer ist nach wie vor auf freiem Fuß und mordet weiter. Es wurde der falsche zum Tode verurteilt….


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Erschienen als
Taschenbuch
im ullstein Verlag
Preis: 9,95 €
ISBN: 978-3548-28109-4


© Buchwelten 2011