Mittwoch, 24. August 2016

Dora Heldt - Wind aus West mit starken Böen

Katharina Johannsen, die in einer Rechercheagentur für einen niederländischen Autor für sein neuestes Buch Informationen sammeln soll, trifft bei einem Besuch auf ihrer Heimatinsel Sylt ihre große und einzige Liebe Hannes wieder. Ihre kleine Schwester Inken trifft immer noch und immer wieder ihren Exmann, den charismatischen Dänen Jasper. Und die ehemalige Lehrerin der Beiden versucht sich als Liebesbotin.

Ich kenne einige der Bücher von Dora Heldt, und dieses hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Autorin schlägt diesmal nicht nur witzige, sondern auch melancholische Töne an.

Katharina steht sich mit ihrer peniblen, wohlgeordneten und struckturierten Art selbst im Weg. Ihre kleine Schwester ist eine Chaotin, die ihresgleichen sucht. Aber Inken versteht es auch, mit ihrer klaren, geraden Art einen Zugang zu ihrer Schwester zu finden und zusammen mit ihrer ehemaligen Lehrerin, die auch eine große Liebe verloren hat, gelingt es ihr aus der schon fast verbohrten Katharina die längst vergessenen Seiten der Leichtigkeit herauszukitzeln.

Aber nicht nur die beiden Schwestern sind in diesem Buch farbig und realitätsnah gezeichnet. Auch die anderen Protagonisten, besonders Gertrud, Piet und Knut, habe ich sofort ins Herz geschlossen. Dass mit dem niederländischen Autor etwas nicht stimmt, merke ich als Leser sehr schnell. Da versteht es die Autorin, mich langsam an eine beginnende Demenz heranzuführen. Aber auch das mit einer Leichtigkeit, die das Leichte der Lektüre nicht mindert.

Witzige Dialoge, Rückblicke in die Kinderheit und Jugend von Katharina, aber auch ernsthafte Gespräche zwischen Katharina und ihrer Lehrerin haben mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Ich hatte wieder einmal ein paar herrlich leichte Lesestunden, diesmal gepaart mit einigem Ernst. Gerne mehr davon.



Heldt, Dora
Wind aus West mit starken Böen

Dtv Verlag, München
ISBN 9783423424363

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© Gaby Hochrainer

Sonntag, 21. August 2016

Robert B. Parker: Doppeltes Spiel


Mit "Doppeltes Spiel" (Original "Split Image") beendet der Bielefelder Pendragon Verlag seine Jesse-Stone-Reihe von Robert B. Parker., u. a. weil es der letzte Roman dieser Reihe ist, die von dem Autor selbst geschrieben wurde. In den USA wurde die Reihe inzwischen  von anderen Autoren fortgeführt. Erneut wird der Leser in die Kleinstadt Paradise entführt, in dem sich die größten Verbrecher der USA ein Stelldichein zu geben scheinen. Jesse Stone, der Chef der Polizei, wirkt dem meist erfolgreich entgegen. Dieses Mal sind zwei Fälle aufzuklären, wobei Jesse bei einem nur die Schützenhilfe für eine befreundete Privatdetektivin spielt. Die 18jährige Cheryl ist von zu Hause abgehauen und hat Zuflucht bei der "Kirche der Erneuerung" gefunden. Die Eltern beauftragen die Ex-Polizistin Sunny Randall ihre Tochter wieder zurückzuholen. Weil sich Sunny und Jesse kennen ("Mord im Showbiz"), bittet sie ihn um Rat und Hilfe. Dabei hat er gerade jede Menge um die Ohren mit einem toten Bodyguard. Der Sicherheitsmann hat für einen Mafioso gearbeitet, der sich nach seinem angeblichen Ausstieg in Paradise zur Ruhe gesetzt hat. Jesse, der in der Verfilmung von Tom Selleck gespielt wird, bekommt es mit dem Sumpf der organisierten Kriminalität zu tun. Wenn man vielleicht glaubt, dass dies für einen Kleinstadt-Cop eine Nummer zu groß ist, wird sich wundern. Schließlich war Jesse erfolgreichster Ermittler beim LAPD.

Parker hat für die Reihe ein großes Figurenensemble geschaffen. Kamen in der ersten Romanen noch neue Bekannte für den Protagonisten hinzu, so greift der Autor bei den späteren Romanen dieser Reihe in dieses bestehende Ensemble hinein und lässt Jesse mit alten Bekannten (auch dem Leser bekannten, falls er mehrere Romane gelesen hat) agieren. Dabei scheut er auch nicht vor Crossover zurück, denn die Detektivin hat eine eigene 6-teilige Romanserie. Lediglich die Verbrecher sind meist neue Figuren in jedem Roman. Durch das "Wiedersehen" bzw. Wiederlesen von alten vertrauten Figuren erzeugt Parker ein Gefühl von Heimkehr. Der Leser kann getrost die bekannten >Scherze, Gespräche und Frotzeleien erwarten, wobei der "Chef der Polizei" abgewandelt auch in der TV-Serie "Blue Bloods" mit Tom Selleck übernommen wurde.
Etwas überflüssig in diesem vorliegenden Roman sind die Szenen der von Sunny mitunter ihrer Therapeutin, weil sie sich kaum von denen Jesses mit seinem Therapeuten unterscheiden.
Nichtsdestotrotz ist es ein sehr gut gemachter, unterhaltender Kriminalroman mit einem liebenswerten Protagonisten und seinem Team. Dabei ist die Reihenfolge des Lesens der einzelnen Bände unerheblich. Jeder Roman kann als eigenständiger Roman gelesen werden.

Parker, Robert B.
Doppeltes Spiel

Aus dem Amerikanischen
von Bernd Gockel

Pendragon Verlag, Bielefeld
ISBN 9783865325495

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Mittwoch, 17. August 2016

Barbara Bierach - Lügenmauer

Sligo an der Nord-West-Küste Irlands:
Hier lebt die protestantische, alleinerziehende Polizistin Emma Vaughn mit ihrem Sohn, in Reichweite ihren Exmann und soll nun zusammen mit ihrem Kollegen James Quinn den Mord an dem bekannten und angesehenen Mitglied der Gemeinde Charles Fitzpatrick klären. Die Ermittlungen treten lange auf der Stelle, bis sie einem Fingerzeig in die Vergangenheit folgt.
Emma Vaughn sind meine Sympathien nicht gleich zugeflogen. Doch mit ihrer burschikosen, ehrlichen Art hat sie mich dann doch überzeugen können. Sie kämpft mit Albträumen, Rückenschmerzen und einem Exmann, der ihr versucht das Leben schwer zu machen. In ihrer Dienststelle lassen sie einige Kollegen spüren, dass sie als alleinerziehende, geschiedene Frau in Irland aus der Reihe fällt. Beim Lesen ist mir erst mal wieder klargeworden, wie unterschiedlich doch auch heute noch die Rollenverteilung dort und hier bei uns ist.
Der Kriminalfall zieht sich durch die vielen Verdächtigen und die intensive Recherchearbeit etwas hin. Aber die vielen Hintergrundinformationen, die ich aus der Lektüre bekomme, sind so interessant und spannend und haben mich absolut fesseln können. Zwischenzeitlich hatte ich für mich immer mal wieder einen Täter gefunden. Die letztendliche Auflösung ist gut nachvollziehbar, der Umgang damit hat mich aber etwas überrascht. Bin aber völlig damit einverstanden.
Wer einen bluttriefenden Krimi sucht, der ist hier falsch. Wer sich aber auf die Suche nach einem Täter machen will, der diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient hat, die leisen Töne eines Krimis liebt und mehr über die Rolle der Frau in Irland lesen möchte, der ist hier genau richtig.
Ich hoffe, ich werde von der neuen sympathischen Inspektorin und von ihrem genauso sympathischen Kollegen bald mehr lesen dürfen.



Bierach, Barbara
Lügenmauer
Ullstein Verlag, Berlin
ISBN
9783548613062

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© Gaby Hochrainer

Sonntag, 14. August 2016

Simonetta Greggio: Die Sterne der Provence

Philippe Coimbra hat nur einen einzigen Wunsch nach all dem Stress, der gerade hinter ihm liegt: Er möchte seine Frau in die Arme schließen und schlafen. Wo war er da bloß hineingeraten? Was war in den letzten Tagen passiert? Philippe ist als "Gaspard" weltbekannt, zumindest in seiner Branche. Er bemüht sich als Gourmetkoch in die Fußstapfen von Boucuse zu treten. Er sollte den Preis seines Lebens, die weltweit höchste Auszeichnung für Köche erhalten. Dafür war er nach New York geflogen, um an der Gala für die Preisverleihung teilzunehmen. Bei der Ankunft im New Yorker Flughafen wird er jedoch gleich ausgebremst. Das kann doch nicht wahr sein, dass die Sicherheitsleute gerade ihn, den Gaspard, genauer unter die Lupe nehmen. Ihm ist nicht bewusst, dass er etwas Verbotenes getan oder im Gepäck hat. Doch sein Reden nützt nichts. Ehe er sich versieht, sitzt er in einem Flieger Economy Class zurück Richtung Paris, obwohl er ein First Class Ticket inklusive Rückflug in den Taschen hat.
Voller Wut und müde von dem langen Hin- und Rückflug freut er sich auf seine Frau. Doch was er dann erlebt macht das Chaos perfekt.

Die Italienerin Greggio hat einen leichten, im Sommer sehr gut lesbaren Roman geschaffen, der beinahe als Kochbuch durchgehen könnte. Greggio, die in Frankreich Artikel über die Gourmetszene schreibt und sich sehr gut in dieser Branche auskennt, hat aus all ihrem Wissen einen amüsante und anmutige Romanze geschaffen. Ging die Karriere des Sternekochs bislang steil nach oben, so wird sie offenbar im New Yorker Flughafen abrupt gestoppt. Gaspard begibt sich auf eine neue, für ihn unbekannte Reise.

Die Küche und das Kochen sind beherrschende Nebensachen in diesem Roman. Mit spürbarem Genuss beschreibt die Autorin Kreationen und Leckereien. Neben der Geschichte um Gaspard erfährt der Leser einiges über die Gepflogenheit der Branche. Mit einem solchen Thema steht Greggio allerdings nicht mehr allein in den Bücherregalen, denn Monsieur Papon oder ein Dorf steht Kopf von Julia Stagg hat ein verdammt ähnliches Setting, ist allerdings um einiges humorvoller. Nichtsdestotrotz gibt es eine sommerliche Leseempfehlung für die Sterne der Provinz.



Greggio, Siminette
Die Sterne der Provence

Limes Verlag, München
ISBN 9783809025313
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© Detlef Knut, Düsseldorf 2016

Samstag, 13. August 2016

Grappa greift durch von Gabriella Wollenhaupt


Mitten in der Nacht wird Maria Grappa telefonisch von ihrer Lieblingsbäckerin Frau Schmitz aus dem Bett geworfen. Sie hat eine unheimliche Entdeckung gemacht. Auf einem Spielplatz in ihrer Zechensiedlung sitzt eine Muslima und schaukelt ihr totes Kind.
Offensichtlich ist es keines natürlichen Tod gestorben und Grappa beginnt sofort zu recherchieren. Sie knüpft Kontakte und versucht Hintergründe zu erfahren. Doch erstens schweigt die unter Schock stehende Mutter beharrlich und zweitens legt Grappas Chef ihr schonungslos einen Maulkorb an. Denn er wird von Stadtoberen und dem Integrationsrat unter Druck gesetzt. Als Grund wird der religiöse Frieden genannt.
Doch Grappa wäre nicht Grappa, würde sie nicht rebellieren und diesen Maulkorb einfach so hinnehmen. Und dann wird die muslimische Mutter des toten Kinder Opfer eines Selbstmordattentäters ….
Erschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
insgesamt 220 Seiten
Preis:  9,99  €
ISBN: 978-3-89425-468-1
Kategorie: Krimi
© Buchwelten 2016

Sonntag, 7. August 2016

Malla Nunn: Ein schöner Ort zu sterben - spannende Impressionen aus Südafrika

Die im Swasiland geborene Autorin Malla Nunn führt den Leser in das Südafrika von 1952. Zu dieser Zeit greifen gerade die Rassengesetze und die Weißen dürfen keinen Kontakt zu den Nicht-Weißen haben. Der weiße englische Polizist Cooper wird von Johannisburg in einen kleinen Ort an der mosambikanischen Grenze geschickt, um nachzuschauen, was dort passiert sein könnte. Ein Telefonanruf zuvor hatte nicht gerade viel Informationen gebracht. Cooper trifft dort auf die Leiche des weißen Polizisten Pretorius, der bäuchlings im Wasser liegt. Schnell wird klar, dass es sich um einen Mord handelt. Von seinem Vorgesetzten wird Cooper beauftragt, den Mord aufzuklären. Doch dafür bleibt ihm nicht viel Zeit. Während er sich noch den Überblick über die Situation und die Afrikaander-Familie Pretorius verschafft, von denen er bereits drei Söhne des ermordeten „Dorfsheriffs“ am Fundort der Leiche getroffen hatte und die ihm schnell einen Verdächtigen liefern, treffen zwei Bedienstete der Security Branch, der Staatssicherheit des Apartheitregimes, im Ort ein und übernehmen ganz offiziell die Ermittlungen. Cooper wird auf das Abstellgleis geschoben. Der jedoch lässt sich nicht ins Bockshorn jagen und ermittelt heimlich weiter, weil er vermutet, dass hier ein Mord vertuscht oder zumindest den Kommunisten in die Schuhe geschoben werden soll. Das Oberhaupt der Burenfamilie wäre ein willkommenes Opfer für die Politik des Apartheitregimes. Um ihn weiterhin kalt zu stellen, wird auch Cooper Zielscheibe der Geheimpolizei, trotzdem gelingt es ihm immer wieder, ihnen zu entgehen und heimlich weiter zu machen. Dabei erfährt er, dass der Chef der hiesigen Polizei, Captain Pretorius, gar keine so weiße Weste hat, wie allgemein angenommen und von seiner Familie behauptet wird. Als echter Bure war Pretorius mit dem schwarzen Stammespolizisten Shabalala zusammen aufgewachsen und stand den dunkelhäutigen Frauen nicht so ablehnend gegenüber, wie die Gesetze es von ihm als weißen Südafrikaner und als Polizist erwarteten. Nicht zuletzt, weil Cooper auch fähig ist, sich mit den Leuten auf Zulu zu unterhalten, hat er sehr gute Chancen, mehr über die Hintergründe des Mordes in Erfahrung zu bringen.

Malla Nunn, die auch als Filmemacherin schon internationale Auszeichnungen erhielt, hat mit ihrer Familie viele Jahre in diesem Südafrika gelebt und greift in ihrer spannenden Geschichte auf Erfahrungen und Erlebnisse ihrer Familie zurück, denn ihre Eltern haben sich etwa zu dem Zeitpunkt der Romanhandlung dort kennengelernt. In einer bildreichen Sprache führt sie in die Landschaft und das Umfeld der Handlung ein. Aussagekräftige und zutreffende Vergleiche und Metaphern erleichtern dem Leser das Eintauchen in diese Landstriche. Dabei werden die Charaktere so lebendig, als würden sie neben einem stehen.

Schnell wird klar, dass der Autorin nicht nur daran gelegen ist, einen spannenden Kriminalroman vorzulegen, sondern dass sie gewillt ist, die Menschen über die Taten und die Gesellschaft einer Zeit aufzuklären, die stets in Erinnerung bleiben sollte, damit sie sich nicht noch einmal wiederholen kann. Schon frühzeitig lässt sie in den Gesprächen und Gedanken von Cooper, und nicht zuletzt mit seiner Fähigkeit Zulu zu sprechen, durchblicken, dass er nicht immer mit dem herrschenden System einverstanden ist. Dass er sich wohl aber darin arrangiert hat, um unbehelligt leben zu können. Dadurch wird die Ermittlung nicht nur ein Kampf um die Aufklärung des Mordes sondern auch ein Kampf gegen die Rassengesetze und die Meinung einiger im System etablierter Nutznießer. Malla Nunn führt damit in eine Gesellschaft ein, die vielen Menschen gerade in Europa verborgen blieb. Sie zeigt in diesem Buch, dass es nicht nur schwarz/weiß, sondern in den unterschiedlichsten Varianten Grautöne gab. Sie informiert über die Bevölkerungsgruppen, die damals das Bild der südafrikanischen Gesellschaft ausmachten: den aus Europa eingereisten Weißen, den in Afrika geborenen Weißen, der Afrikaans spricht, den aus Asien eingereisten Farbigen, den in Afrika geborenen Farbigen und den in Afrika geborenen Schwarzen. So vielschichtig die Einwohner waren, so vielschichtig waren auch die Meinungen von ihnen gegenüber der Apartheit.

Das Buch fasziniert zunächst durch seine bildreiche Sprache und führt den Interessenten an einen Ort, der von Krimiautoren noch nicht so häufig als Ort von Verbrechen auserkoren worden ist, obwohl dort bereits kaum zählbare Verbrechen stattgefunden haben. Es fasziniert dann durch die detailreiche und akribische Beschreibung der Gesellschaft und den Umgang der unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten untereinander im Südafrika der 1950er Jahre. Schließlich fasziniert es durch die Spannung der kriminalistischen Handlung, die den Leser mitfiebern lässt und ihn bis zum Schluss über den wahren Täter und die wahren Zusammenhänge des Mordes im Ungewissen hält.
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Malla Nunn
Ein schöner Ort zu sterben
Kriminalroman, aus dem Englischen von: Armin Gontermann
Rütten und Loening, Berlin
ISBN: 978-3-352-00771-2
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© Detlef Knut, Düsseldorf 2009-2016



Mittwoch, 3. August 2016

Ella Simon - Ein Gefühl wie warmer Sommerregen

Alis Rivers, die vor 11 Jahren von der elterlichen Pferdefarm an die walisische Südküste zu ihrem Onkel geflüchtet ist, arbeitet seitdem hier in Tenby bei der Seenotrettung. Als ihr langjähriger Freund Matthew ihr einen Heiratsantrag macht, merkt sie, dass es sich bei ihnen beiden nicht um Liebe, sondern nur um Freundschaft handelt und lehnt ab. Als sie auf Drängen ihrer Mutter mal wieder nachhause fährt, trifft sie auf den attraktiven Tierarzt Evan Davis und erinnert sich, dass sie ihn seinerzeit zusammen mit einer Ziege von einem Felsen gerettet hat. Hier zuhause holen sie aber auch die Schatten ihrer Vergangenheit ein, denen sie sich nun stellen muss.

Das hellblaue Cover mit den maritimen Symbolen hat mich sofort eingefangen und nach dem Lesen des Klappentextes musste ich das Buch einfach lesen.

Herrlich leicht, spritzig und frisch nimmt mich die Autorin mit auf das Finden einer großen Liebe. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die in ihrem Job die Erfüllung gefunden hat, dort taff und engagiert auftritt. Ausserhalb dieser schützenden Zelle lässt sie fast niemanden an sich ran.

Alle Protagonisten haben ihr Packerl zu tragen und ich lerne sie mit ihren Schwächen, Erinnerungen und Stärken immer besser kennen und verstehen. Gerade eine Person, die ich am Anfang gar nicht mochte, macht eine so tolle Entwicklung durch, dass ich sie zum Schluss doch noch in mein Herz geschlossen habe.

In diesem Buch habe ich alles gefunden, was für mich zu einer guten Lektüre dazugehört. Spannend war es von Anfang an und ich habe mit den Protagonisten mitfiebern können. Geheimnisse wurden nach und nach gelüftet und ich konnte jeden der Protagonisten in seinem Handeln besser verstehen. Und dann natürlich die Liebe und etwas Sex. Hier hätte ich gerne der ein oder anderen einen Schubs in die richtige Richtung gegeben. Aber es wurde ja alles auch ohne mein Zutun gut.
 
Wer eine leichte, lockere Sommerlektüre mit ein klein wenig Tiefgang sucht, der ist hier genau richtig. Ich hatte ein paar herrliche Lesestunden und freue mich schon heute auf eine Fortsetzung.

Ella Simon
Ein Gefühl wie warmer Sommerregen
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (18. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442483832
ISBN-13: 978-3442483839
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